Austria, tu felix nonsens (5)

Wenn ein blutiges Affenarschloch von der FPÖ, die Zeitung „DerStandard“ ein „Scheißblatt“ nennt, kontert die Gerwekschaft GPA mit dem Ausruf „beispiellosen Angriff auf die Pressefreiheit“.
Kleiner hat die GPA es offensichtlich nicht. Wie auch: Es ist Österreich.
Man weiß gar nicht mehr, was man dazu sagen soll, wenn „Scheißblatt“ bereits ein „beispielloser Angriff auf die Pressefreiheit“ sein soll.

Dies ist für mich dann auch der Zapfenstreich um die Innenpolitik von Austria weiterhin zu kommentieren. Lieber wende ich mich dem geheimen Leben und Lieben der Bettwanzen zu, als mich noch weiter diesem dümmlichen, aufgeputschten Nonsens auszusetzen.

Macht es allein. Es gibt ja genug Austrianer, die es nicht abwarten können, ihr Mütchen in noch mehr irren Analogien und völlig verwichsten Metaphern und Aussprüchen zu kühlen, bzw. zu erhitzen.
Viel Spaß weiterhin …

Das Sprüchemuseum (172)

„Trotz Shitstorms zeigt sie sich uneinsichtig.“

„DerStandard» zu Statements der Rapperin „Loredana“.

Wir sagen: Was erlauben Rapperin Loredana?! Wenn Femnistinnen einen Shitstorm organisieren, da sie die Meinung der Rapperin nicht teilen, ja dann, ja dann hat man und frau sich sofort einsichtig zu verhalten und ihre Meinungen gefälligst zu ändern. Oder einfach die Schnauze zu halten.

Wer hat eigentlich Schuld?

Das ist die Frage, die nach dem Scheitern der ersten Koalitionsverhandlungen aufpoppt, und nun in aller österreichischen Lust-Wut, durchgekaut wird. Nun ja, naturgemäß hat – auch ganz österreichisch – immer der andere schuld. Soviel ist fix.

Wichtig ist die Schuldfrage vor allem, weil die Klärung unmöglich ist, und es auch an den Tatsachen nichts ändert. Das vor allem. Es ist auch ein unwürdiges Schauspiel, Hörspiel oder Federspiel, was wiederum eine „Nona“-Festellung ist («wie auch nicht», für Wienunkundige), denn es ist Österreich.

Dass meine Tochter ob der Entwicklung wirklich schockiert ist, stimmt mich traurig, weil sie natürlich völlig recht hat, wenn sie sagt, dass eine „Rechtsextreme Regierung in einer Demokratie, das Schlimmste ist.“ Der demokratische Supergau, sozusagen.

Ich fühle mich ja auch schuldig, weil ich, erstens: Bereits nach dem Bekanntwerden der Wahlergebnisse haargenau mit diesem Ausgang gerechnet habe. und zweitens, weil ich der Sache ziemlich stoisch ins Antlitz blicke, und auch – zugegeben – mit einer gewissen Spannung, was sich nun ereignen wird.

Wie sagte einst der Politiker Peter Pilz über den Werdegang der FPÖ: „Erst Oppositionsbank, dann Regierungsbank, dann Anklagebank.“
Hat bislang eine gewisse Schlüssigkeit gezeigt.

Muss diesmal aber nicht zwangsläufig so ausgehen. Ganz und gar nicht.
Wir werden erleben, wie es die Schleimspur–ÖVP, entweder so zerlegt, dass ihre alten Mitglieder sie nicht wiedererkennen werden, oder ob es doch noch ein Rest an Anstand und Festhalten ihrer Grundsätze geben wird, oder ob das alles keine Rolle mehr spielt, weil sie vollkommen in der FPÖ aufgehen wird.

Wer hat dann Schuld?
Ich weiß es.
Richtig:
Die anderen.





Austria, tu felix nonsens (4)

Es gibt tatsächlich noch Journalisten und andere Menschen, die überrascht sind, dass nun die ÖVP doch eine Koalition mit der FPÖ bilden mag. Der Standard hat sich die Mühe gemacht, all die Versicherungen der ÖVP-Granden, niemals und nie, und eher ist der Papst ein Muslim, mit dieser radikalen Partei zu regieren. Niemals. Nie. 1000% nicht.

Ich frage mich nun (nein, tue ich nicht), wo diese von dem 180 Grad-Schwenk der ÖVP Überraschten, die letzten dreißig Jahre gelebt haben? Woseliwo?

Ich persönlich bin eher geneigt Putin zu glauben, dass er niemals die Ukraine angriffrn hat, als irgendeiner Verlautbarung eines ÖVP-Mitglieds. Aus Erfahrung. Natürlich gibt es Ausnahmen. So im einstelligen Bereich. Diesmal war es Nehammer.


Aber das ist eben auch eine Form des Wahnsinns: Nicht nur immer dasselbe tun , und andere Resultate zu erwarten ,sonder auch, immer überrascht zu sein, wenn ÖVP-Politiker erkennen lassen, dass ihr Wort nicht mal soviel gilt, wie der Furz eines Fiakerpferds.

Aber so ist es eben. Hier, in Austria.
Weiterhin viel Spaß in der Klapse …

Austria, tu felix nonsens (3)

Man hat genug von der jetzigen Situation.
Es muss alles anders werden.
Und dabei genau gleich bleiben, wie zuvor.
Das ist die Änderung, die sich Austria wünscht.

Prosit Neujahr, und weiterhin viel Freude in der Klapse.

Austria, tu felix nonsens (2)

Meine Annahmen, was die Regierungsverhandlungen in Austria anlangen, scheinen sich zu bestätigen: Koalitionsgespräche 1 und auch 2 geplatzt. Nehammer ist ein Held, hat sich geopfert und tritt zurück. Damit führt kein Weg mehr an einem Kanzler Kickl vorbei. (Nach österreichischem Ermessen) Nur das arme Schwein oder die Schweinin aus den ÖVP-Reihen, die den oder die Vize macht, muss noch erwählt werden.

Ich bin echt soooooo geschockt …

Austria, tu felix nonsens

Die Regierungsverhandlungen zwischen den drei Parteien, von denen zwei Beton (SPÖ, ÖVP) sind, und eine wirklich was verändern wollte (NEOS), sind gescheitert.
Welche Überraschung!!, rufe ich, und viele andere, nicht aus. War klar, zumindest für uns Realisten, dass es nicht funktionieren wird.

Nun, was wird geschehen? Mein Tipp:

Viele, viele, viele Talkshows im TV, die Neos, und vor allem die gute, fesche Frau Meinl-Reisinger, wird schuldig gesprochen; in den Hinterzimmern, in denen längst ein Deal zwischen ÖVP und FPÖ ausgehandelt wurde, wirds grad hektisch, der Noch-Bundeskanzler Nehammer (ÖVP), der unglücklicherweise nicht mit dem Kickl (FPÖ) kann, wird als wahrer Held sterben und zurücktreten; die Industriellenverbindung der ÖVP wird sich durchsetzen, und man wird ein armes Schwein suchen (oder am besten eine Schweinin), die dann der/die Vize für’n Kickl macht. Fertig ist die Laube, und mia ham eine FPÖ-Regierung.

Nochmals: Welche Überraschung!!

Na klar, ich kann mich irren.
Aber wohin?

P.S. Unsereins würde ja so gerne entsetzt, wütend, enttäuscht, traurig, aufgebracht, niedergeschmettert, aggressiv-enthusiastisch, kämpferisch-hoffnungsvoll oder einfach nur a bisserl schockiert sein. Ist aber nicht. Wurde alles bereits in den Jahren vorher aufgebraucht. Blieb nix mehr über, für uns, die wir die ganze Haider-Sache mitgekriegt haben. Und den Rest auch.

Schätze, es wird sein wie immer in Austria: Große Worte, große Ankündigungen (im Guten, wie im Schlechten), und letztlich kaum was dahinter, außer, dass sich die verschiedenen Lager entweder aufregend ereifern, oder aufregend ereifern darüber, dass sich die anderen aufregend ereifern. Sicher auch Geifer, Niedertracht, HInterzimmerpolitik, Verrat, Schuldzuweisungen, Gejammer, künstliche Aufregung und dergleichen mehr, mit einem Wort: Österreich.

Aber vielleicht ist auch alles ganz anders. Dann, ja, dann rufe ich aus: Welche Überraschung!

Into the wild 2025

Wie die Rinder und Färsen, die ich einst hütete, diese zahmen, schwerfälligen und schreckhaften Tiere, die nach ein paar Wochen auf freier Weide in den Bergen, nur von mir, dem Hirten kontrolliert, ziemlich wild wurden, genauso werden auch wir wilder werden.

Keine vertrauensbildenden Hirten in Sicht, eine Bunch von Weicheiern, die sich nicht trauen den Stock in die Hand zu nehmen, und der Herde den richtigen Weg zu weisen, zu tun, was zu tun wäre. Auch wenn das der Herde nicht passt.

So bleibt die Herde in viele kleine Gruppen aufgespalten, von denen jede ein eigenes Leittier hat, das tut, was immer es tun will. Und die Gruppe folgt. Ist das nun Diversität?

Spürt ihr es nicht, wenn ihr auf die Straße geht? In den Supermarkt, in den Gym, in euer Lieblingslokal? Im nie abreißenden Strom der Tourons und Saubrakos everywhere? Jeder ist eine Insel, die im Spiegel vor seinem Geischt mit sich selber kommuniziert.

Und das wichtigste: Alle sind Opfer.

Sehen wir zu, dass wir nicht die Opfer der vermeintlichen Opfer werden.

Es wird wilder.
Das ist nicht zwangsläufig übel.

In diesem Sinn: Guten Rutsch und ein gutes, wildes 2025.

P.S. Avoid the fuckin Innenstadt, der liebenswertesten Baustelle der Welt. Und die jeder anderen Stadt auch …

Gymidioten

Man könnte so beginnen: Als es noch keine Smartphones gab, gingen Menschen in die Gyms um – und jetzt kommt’s – zu trainieren. So zumindest, erinnere ich es. Für jüngere Menschen – abgesehen von den vielen jungen Frauen, die absolut korrekt und hart Eisen fressen –, mag es seltsam anmuten, dass es Zeiten gab, in denen Trainierende das Gerät, nach der Übung für andere freigaben, und nicht einfach darauf hocken blieben um:
– laut mit der 5-jährigen Tochter zu telefobrüllen
– Irgendwelchen Tictoc-Shit reinzuziehen
– Rohrflansche zu verkaufen
– Pornos zu konsumieren
– Emails zu lesen und zu schreiben
– oder einfach nur dazuhocken und Selfies zu produzieren, wei sie auf einem Trainingsgerät hocken.

Das sind die einen Gymidioten. Dann gibt’s noch jene, die dasselbe tun, aber zusätzlich noch mit Handtüchern, Wasserflaschen und ähnlichem gleich mehrere Geräte besetzen, wie deutsche Urlauber die Liegestühle vor dem Pool.

Ein wenig harmloser, aber nicht minder nervig sind die Pulks von Jungmännern, die jede Wiederholung mehr auf der Bank, in Fußballtorbrüllmanier abfeiern. Und dann ham wer die Gymidioten die sich darin gefallen, maßig Hantelscheiben auf die Geräte zu fädeln, um dann 5 centimeter tiefe Wiederholung zu absolvieren. Gewichte, deren Hälfte sie nicht mit einer einzigen wirklich korrekten Wiederholung schaffen würden, die dann aber in Weltmeistermanier davonstolzieren, und dem Nächsten das Abräumen der Scheiben überlassen. Dann gibts noch:
– Die Stinker
– Oder jene Wappler die 4 Meter der Bank im Umkleideraum brauchen, um sich umziehen.
– Die Labersäcke
– und die ganz normalen Wichser und Mothers

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Redaktion ist offen für Ergänzungen.

Und trotzdem wäre mein Leben ohne den täglichen Gang in den Gym ein trauriger Song mit Ohrwurmqualität.
So pilgere ich hin, und steck sie weg, die Gymidioten …