Into the wild 2025

Wie die Rinder und Färsen, die ich einst hütete, diese zahmen, schwerfälligen und schreckhaften Tiere, die nach ein paar Wochen auf freier Weide in den Bergen, nur von mir, dem Hirten kontrolliert, ziemlich wild wurden, genauso werden auch wir wilder werden.

Keine vertrauensbildenden Hirten in Sicht, eine Bunch von Weicheiern, die sich nicht trauen den Stock in die Hand zu nehmen, und der Herde den richtigen Weg zu weisen, zu tun, was zu tun wäre. Auch wenn das der Herde nicht passt.

So bleibt die Herde in viele kleine Gruppen aufgespalten, von denen jede ein eigenes Leittier hat, das tut, was immer es tun will. Und die Gruppe folgt. Ist das nun Diversität?

Spürt ihr es nicht, wenn ihr auf die Straße geht? In den Supermarkt, in den Gym, in euer Lieblingslokal? Im nie abreißenden Strom der Tourons und Saubrakos everywhere? Jeder ist eine Insel, die im Spiegel vor seinem Geischt mit sich selber kommuniziert.

Und das wichtigste: Alle sind Opfer.

Sehen wir zu, dass wir nicht die Opfer der vermeintlichen Opfer werden.

Es wird wilder.
Das ist nicht zwangsläufig übel.

In diesem Sinn: Guten Rutsch und ein gutes, wildes 2025.

P.S. Avoid the fuckin Innenstadt, der liebenswertesten Baustelle der Welt. Und die jeder anderen Stadt auch …

Gymidioten

Man könnte so beginnen: Als es noch keine Smartphones gab, gingen Menschen in die Gyms um – und jetzt kommt’s – zu trainieren. So zumindest, erinnere ich es. Für jüngere Menschen – abgesehen von den vielen jungen Frauen, die absolut korrekt und hart Eisen fressen –, mag es seltsam anmuten, dass es Zeiten gab, in denen Trainierende das Gerät, nach der Übung für andere freigaben, und nicht einfach darauf hocken blieben um:
– laut mit der 5-jährigen Tochter zu telefobrüllen
– Irgendwelchen Tictoc-Shit reinzuziehen
– Rohrflansche zu verkaufen
– Pornos zu konsumieren
– Emails zu lesen und zu schreiben
– oder einfach nur dazuhocken und Selfies zu produzieren, wei sie auf einem Trainingsgerät hocken.

Das sind die einen Gymidioten. Dann gibt’s noch jene, die dasselbe tun, aber zusätzlich noch mit Handtüchern, Wasserflaschen und ähnlichem gleich mehrere Geräte besetzen, wie deutsche Urlauber die Liegestühle vor dem Pool.

Ein wenig harmloser, aber nicht minder nervig sind die Pulks von Jungmännern, die jede Wiederholung mehr auf der Bank, in Fußballtorbrüllmanier abfeiern. Und dann ham wer die Gymidioten die sich darin gefallen, maßig Hantelscheiben auf die Geräte zu fädeln, um dann 5 centimeter tiefe Wiederholung zu absolvieren. Gewichte, deren Hälfte sie nicht mit einer einzigen wirklich korrekten Wiederholung schaffen würden, die dann aber in Weltmeistermanier davonstolzieren, und dem Nächsten das Abräumen der Scheiben überlassen. Dann gibts noch:
– Die Stinker
– Oder jene Wappler die 4 Meter der Bank im Umkleideraum brauchen, um sich umziehen.
– Die Labersäcke
– und die ganz normalen Wichser und Mothers

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Redaktion ist offen für Ergänzungen.

Und trotzdem wäre mein Leben ohne den täglichen Gang in den Gym ein trauriger Song mit Ohrwurmqualität.
So pilgere ich hin, und steck sie weg, die Gymidioten …

Ich bin ein Rawdog

Und zwar ein geborener. Obschon ich kaum in ein Flugzeug steige, aber oft und lange im Zug sitze. Im Sommer z.B. 12 Stunden quer durch Germany. Meine mitreisende Frau sah sich die ganze Zeit über, das Olypia-Spring-Dressurreiten an, und ich tat Raw-dogging. Wie immer.

Es scheint sich zu einem Reisetrend entwickelt zu haben, für das ich eigentlich nur das Wort „Reisen“ hatte. Aber Reisen ist schwer heute. Heute wird man tranportiert.
Die wahre Härte des Raw-doggings ist nicht die Abwesenheit von Annehmlichkeiten (siehe unten), sondern die Härte ist das, was Sartre mal treffend bezeichnet hat: „Die Hölle, das sind die anderen.“
Diese Hölle muss man aushalten können. Und das ist DIE Prüfung. Ich will sie nicht im einzelnen schildern, aber wer mit der Bahn reist, kennt sie, die Hölle. Oder wer in einem Touristenort leben muss. Oder in meiner Gasse voller Bauschlöcher.

Ich werde der Bahn vorschlagen, eine weiter Klasse einzuführen. Nicht 2., nicht erste, nicht business, sondern die „Raw-Dog-Class“.
Und da sitzen wir dann, wir „Trend-setters“ und tun, was Raw-dogs eben so tun. Die Fresse geschlossen halten, das Phone, den Laptop und das Buch im Rucksack lassen, während unser Blick über die vorbeihuschende Lanschaft streift, und wir happy sind unseren Gedanken freie Fahrt verschafftzu haben, und vor allem, dass die Hölle erst einen Waggon weiter vorne stattfindet.

„Raw-Dogging“ ist ein Reisetrend, der Passagieren einiges abverlangt, denn dabei soll während einer Flugreise auf jegliche Ablenkung bzw. Annehmlichkeiten verzichtet werden. Ohne Handy, Laptop, Filme und sonstigen Ablenkungen soll die Aufmerksamkeit bei den eigenen Gedanken bleiben.

Glaub’s nicht mehr

Wie sagte Karl Valentin:
„Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird’s dann auch wieder ruhiger.“

Allein, mir fehlt der Glaube …

Kärtner Straße, Wien (formerly knows as:die lebenswerteste Baustelle der Welt)

Warum?

Man könnte es beinahe als interessant bezeichnen (was ich aber nicht tue, denn die Intention der Antisemiten ist erkennbar), dass von verschiedener Seite, z. B. Uno, Amnesty (das inzwischen zu einem woken Club degeneriert ist) immer wieder gefordert wird, dass man Israel keine Waffen liefern soll, und das Israel überhaupt aufhören soll, mit was auch immer, und niemand, aber gar niemand fordert die Hamas auf, die Geiseln freizulassen und ihren Raketenbeschuss einzustellen.

Und das Öffentlichrechtliche TV übernimmt ganz selbstverständlich die Filmchen und Angaben zu Gaza, wie sie brühwarm von der Hamas abgesondert werden, und erwecken damit den Eindruck, dass hier Tatsächliches gespiegelt wird. Tut es nicht!

Warum? frage ich.

Bin ich zu skeptisch?

Nun wird wieder gejubelt. Ein Tyrann flüchtet, und die nächsten „Machthaber» installieren sich, geben sich gemäßigt und aufgeschlossen, wie damals die Taliban in Afghanistan.

Die Frage ist: Wie lange hält die Ansage, bis eine neue Tyrannei errichtet ist?
Werden nun diejenigen, die damals vor Assad hierher geflüchtet sind, zurückkehren und die Klinke in die Hand von Assad-Treuen geben, die jetzt zu uns strömen werden?
Oder werden beide Parteien hierbleiben, um sich hier zu massakrieren?

Bin ich zu skeptisch?
Wie damals, vor vielen Jahren, als ich vor Putin gewarnt habe, als alle noch von russicher Literatur schwärmten, und den Faschisten einen tollen Kerl fanden? Und es in Sozenkreisen immer noch tun. Nicht zu reden von den Rechts- und Linksextremen. Und den anderen Wapplern, denen man ins Hirn gekackt hat.

Bin ich zu skeptisch?
Ich hoffe es.