Das Sprüchemuseum (170)

«Hannes Jaenicke hält deutschen Humor für überschätzt.“

SPON, Schlagzeile

Wir sagen: Sehen wir ganz anders. Bereits diese Schlagzeile ist doch ein Beweis für den großartigen deutschen Humor.

Traurig tranige Trinen

Die größte weiße Bluessängerin aller Zeiten, die mit 27 Jahren in einem Hotelzimmer von uns gegangene Janis Joplin, wurde, als sie noch in Port Arthur das College besuchte, von ihren MitschülerInnen zum „hässlichsten Jungen der Schule“ gewählt.

Eine abgrundtiefe Gemeinheit, die ihresgleichen sucht.

Nun haben die traurig tranigen Trinen der Zeitschrift „Emma“, die „Emmaristas“, die äußerst streitbare FDP-Politikerin Agnes Strack-Zimmermann zum „Sexist Man“ auserkoren, und zwar, weil sie immer noch dafür kämpft die Ukraine weiterhin mit Waffen zu unterstützen, und nicht, wie von Putina Wagenknecht und Oberemma Schwarzer gefordert, die Waffen zu strecken und sich Putin zu ergeben. Das ist das, was Hemmas einen „Frieden“ nennen.

Natürlich haben die traurig tranigen Trinen keine Ahnung was ein Frieden und was ein Krieg ist, und wie man so etwas wie Frieden herstellt.
Wir alle, ihr traurig tranigen Trinen, sind für „Frieden“.
Ausgenommen Putin.

Go fuck yourself, ihr Hemmas, die ihr den Schul- Idioten von Port Arthur recht nahekommt.



Preisgefühle

Wer als Beinahe-News-Junkie in diesen Tagen durch die Feuilletons vagabundiert, trifft allerorten auf den Autor Clemens Meyer, der nett ausgerastet ist, als man ihm die Penunze des deutschen Buchpreis nicht aufs Konto überwies.

Nun ja, das mag gravierend sein, wenn man 35’000 Miese beim Staat hat, wobei sich unsereins fragt, wie man sowas hinkriegt als Autor. Soviel Preisgelder?

Schätze mal, „die Wichser“ der Jury (Meyer-O-Ton) würden sofort zu Mitgliedern von einer überaus kenntnisreichen und verständigen Fachjury umgemünzt, hätte der Clemens den Plämpel angesteckt bekommen. (Weiß nicht genau, ob’s einen Plämpel gibt, oder einen Pokal oder nur warme Worte plus kalte Penunze.)

Tja. Das ist so ne Sache mit den Preisen, Stipendien und Anerkennungen.

Als ich mich einmal für einen Förderpreis (oder sowas) beworben habe, war ich ziemlich sicher, dass ich ihn auch verdient hätte.
Und tatsächlich kriegte ich einen fetten Batzen für einen Roman. Es war berauschend.

Während der offiziellen Preisverleihung, bei der auch bildende Künstlerinnen und Musiker ausgezeichnet wurden, tappte ich auf die Bühne und sagte, dass ich was sagen wolle.

Ich sagte, sinngemäß, dass mit der tatsächlichen Verleihung etwas passiert sei. Nämlich, dass ich, als die Entscheidung noch nicht gefallen war, ordentlich überzeugt war, diesen Preis auch zu verdienen. Und dass ich jetzt, wo ich ihn tatsächlich bekommen habe, das Gefühl, ihn gar nicht verdient zu haben, das erstere restlos ersetzt.

Ich weiß nicht genau warum es mich drängte, dies loszuwerden, aber ich tat es, weil es die Wahrheit war.

Interessant war, dass im Laufe des Abends, so ziemlich alle Ausgezeichneten (die ich nicht kannte), zu mir an den Tisch kamen, und mir offenbarten, dass sie genauso empfänden.

Aber ich hatte auch keine 35’000 Miese beim Staat, und war auch nicht der Ansicht, dass Preise dafür da sind, um teuere Scheidungen zu finanzieren.

Ich war in der privilegierten Lage, mir dieses Gefühl leisten zu können.

Inzwischen bin ich wieder überzeugt, dass mit mir der Richtige ausgezeichnet wurde. Vermutlich unverdient …

Wahn



Die Straßen, Orte und Städte sind bis zum Erbrechen angefüllt mit Touristen.
Die Lokale, an denen ich vorbei gehe, sind alle zum Bersten voll.
Die ganze Stadt ist eigentlich eine einzige Baustelle.

Aber laut den offiziellen Meldungen und Berichte:

Ist die Wirtschaft am serbeln.
Die Bauwirstchaft ist praktisch tot
Die Leute müssen knappsen, es fehlt überall das Geld.

Für mich, das einzig Gewisse, das Wirkliche und Reale:
Es herrscht der Wahn!

«Darum die Kufiya»

In meinem Roman „Goldene Tage“ erschienen 2012 bei Songdog, in dem ich einen Kleinkriminellen namens „Rambo Rimbaud“, auch in die Jugendunruhen Anfang der achziger Jahre geraten lasse, und er in einem besetzten Gelände, zusammen mit anderen Besetzern, wohnt, macht er folgende Beobachtung:

«Die Einbrecher erkannte man an ihren stumpfen Visagen und den Palästinensertüchern.Palästinenser-Halstücher trugen auch andere, Nicht-Diebe. Diese trugen sie aus Überzeugung. Solidarität mit dem unterdrückten palästinensischen Volk. Nun ja. Viele Völker waren unterdrückt. Zum Beispiel alle, die rund um»Palästina« auf der arabischen Halbinsel lebten. Aber es war das palästinensische Volk, das es ihnen angetan hatte.
Darum trugen sie die Kufiya.
Einbrecher trugen das Tuch aus anderen Gründen. Diebe habens nicht so mit Ideologien, sondern sind eher fürs Praktische. Und die Kufiya war praktisch.

Die Stadtverwaltung hatte nicht nur die Einsatzkräfte der Polizei erhöht, sondern schickte auch vermehrt Polizeistreifen los. Und diese hatten es auf die Kontrolle von verdächtig streunendem jungem Volk abgesehen. Und wenn sie einen der Knipper am Haken hatten und bei ihm Gegenstände wie große Schraubenzieher, Geißfüße, Meißel und Hammer fanden, wurden sie ruppig und nahmen den Mann erst mal mit. Dann gabs Erkennungsdienst. Fingerabdruckvergleich. Und so weiter … Darum die Kufiya. Die Kufiya hieß: Ich bin links, aber kein Dieb, hieß: Ich werf schon mal einen Stein, aber nur wenn ich muss, hieß, ich bin gegen die USA, gegen Israel, gegen Kapitalismus und für Sozialismus, hieß, ich bin die falsche Adresse, seh ich etwa aus wie ein Dieb? Hab ich Werkzeug bei mir?

Nun, die Kufiya war das Werkzeug.

Der Stoff war grob und reißfest. Und wenn die Knipper, die sich vorwiegend auf Keller spezialisiert hatten, vor den mit Bügelschlössern versperrten Abteilen standen, freuten sie sich. Denn sie fummelten einfach ein Ende der Kufiya durch den Bügel, bis sie zwei gleich lange Teile hatten. Ein kraftvoller Ruck. Vielleicht noch ein zweiter. Entweder hielt, je nach Schlossgröße, der Bügel nicht stand, oder die Verankerung des Riegels gab nach. Beinahe geräuschlos, die Operation.

Darum die Kufiya.»

Sollten wir auch tun

Wie abgefuckt die Israelfeinde, die jetzt gerade überall in Europa für die Hamas demonstrieren, diese linken Rich-Kids-Pinscher zusammen mit den Islamo-Faschisten, und den feigen Regierungen von Frankreich, Spanien usw. in Wahrheit sind, zeigt sich in ihren Forderungen, dass Israel mit allem aufhören soll, was irgendwie etwas mit „Waffen“ zu tun hat. Und nicht etwa, dass die Hisbollah mit dem Beschuss von Israel aufhört. Denn der ist ja rechtens.

Da freuten mich doch die explodierden Säcke der Hisbollah-Terroisten. Süßigkeit gefällig?

Dasselbe Spiel spielt Tante Putina, formerly known as Sahra“in jeder Talkshow“ Wagenknecht, die der Ukraine letztlich das Recht der Verteidigung abspricht.

Ein Glück, dass sich das mutige, kluge, entschlossene und auf sich allein gestellte Israel nicht beeindrucken lässt, und tut, was es zu tun gibt: Sich der iranischen Islamo-Barbarei entgegenstellen.
Sollten wir auch tun …

„Das Buch Maloch»

In wenigen Tagen erscheint bei Songdog (Bern) „Das Buch Maloch“.
32 als Story betitelte, kurze, sehr kurze, aber auch längere Texte zu und über „Maloche“.
Man kann, wenn man will, diese 165 Seiten als Gegenstück zu „Schreiben – Selbstbild mit Tier“ lesen. Dieselbe Münze, aber die Kehrseite.

Außerdem erfährt mein 2. Roman „Stern“ eine Neuauflage (ebenfalls bei Songdog), gerade auch im Hinblick auf die 5 szenischen Lesungen im Kellertheater St. Gallen.
Siehe Flyer.

Screenshot

Die kranke, faule Sau

Ich habe gerade Corona. Ich bin sozusagen krank, ausgestattet mit einem ordentlichen Strauß an Symptomen: Schnupfen, Husten, Abgeschlagenheit, bisschen Gliederschmerzen, kurzfristiger Verlust des Geschmacksinns (mal sehen, wie heute Abend der Whisky schmeckt), Fieberträumen ohne Fieber zu haben. Na ja, kränk eben.

Und nur rumliegen und dabei Netflix auswendig lernen, war mir ein bisschen zu fad, und so beschloss ich, mich endlich um den Wackelkontakt meiner Fender Squier Strat Schaltung (E-Gitarre) zu kümmern.

Gesagt, getan. Um an die Schaltung zu kommen, muss erst mal die Abdeckung der Front abgeschraubt werden, und im Zuge desssen, schraubte ich auch die Tonabnehmer ab, war aber als faule Sau zu faul um die Saiten zu entfernen.

Ich kam gut voran, und schon war die Schaltung ausgebaut und baumelte an den Drähten zusammen mit den Ton-Knöpfen. Der Wackelkontakt in der Schaltung verhinderte nämlich, dass die E-Gitarre wie eine E-Gitarre funktionierte, und nicht wie ein verdammter Kühlschrank ohne Strom.

Ich nahm also die Wasserpumpenzange und drückte den kleinen Schaltkasten so zusammen, dass der Hebel kein Spiel mehr hatte. (Ja, ich weiß: Ich bin ein Genie)

Ich schloss die zerlegte Klampfe an, und siehe da, der Wackel war behoben und ich ging daran das Ding wieder zusammenzubauen.

Es war die Hölle. Es gab die kaum zu lösende Probleme die Tonabnehmer wieder mit den Federn zu verbinden, und ich fragte mich, wie ich das vor längerer Zeit, mal hingekriegt hatte. Ich fluchte. Und zwar so ausgiebig und laut, dass selbst die lärmenden Bauschlöcher auf der Straße unten erschraken.

Ich entfernte also die Saiten, widerwillig, denn ich bin eine kranke, faule Sau. Aber das brachte mich kaum weiter. Es war schlimm. Ich verstand nicht, wie das überhaupt zu schaffen war, dieses Gefummel mit den Schrauben und den Federn und der Abdeckplatte. Ich wollte aufgeben, und das Shitding dem Müll überantworten, aber da ich nie aufgebe, war das auch keine Option.

Noch mehr Flüche. Kranker Corona-Schweiß tropfte in die Eingeweide der Fender Squier, und als ich es tatsächlich geschafft hatte, zwei Tonabehmer zu befestigen und der dritte und letzte, der schwierigste, mich bereits fertig zu machen drohte, bemerkte ich, dass ich ein Idiot war. Und zwar ein vollommener. Ein Trottel. Ein Ignorant. Eine kranke, faule Sau.

Denn die Abdeckung, das entdeckte ich, war eigentlich frei beweglich, und die Sache zusammenzusetzen war nicht schwieriger, als ein paar Schrauben in Dübel zu drehen. Und ich hätte die verdammten Tonabnehmer gar nicht entfernen müssen. Fuck!

Die ganze Angelegenheit wäre in einer Viertelstunde erledigt gewesen, und nicht in einer Stunde des Fluchens und Schwitzens.

Das ganze war so peinlich, dass ich mir schwor, es niemals jemandem zu verraten. Und das werde ich auch, da könnt ihr sicher sein.

Übrigens, die Fender fendert jetzt so gut wie noch nie, sie ist besser als sie noch neu war. Das, meine Lieben, ist alles, was ich euch verrate, und nicht wie es dazu gekommen ist.
Das ist mein gut gehütetes, schreckliches Geheimnis …

P.S. Der Whiskey schmeckt.