Was Frau alles so zu wissen glaubt

Das meinte die Grüne, Frau Ricarda Lang, zu wissen: «Es sei problematisch, dass es komplett normal sei, sexualisierte Witze in Sportumkleiden zu machen. Dort fängt es an, dass Männer Kontrolle über Frauen ausüben, indem sie sie sexualisieren.“

Ich bin seit Jahrzehnten in verschiedenen Sportumkleiden unterwegs, und noch nie ist mir Frau Lang begegnet. Denn normalerweise gibt es getrennte Umkleideräume für Männer und Frauen. Mir ist es schleierhaft, wie es Frau Lang gelang sich in eine unerer Umkleiden zu schmuggeln.

Aber offensichtlich muss Frau nicht wissen, es reicht ein Gefühl, Hörensagen von anderen Frauen, grünelinke Mutmassungen, Männerhass und Klischee, und auch weil Trump mal irgendwas gesagt hat. Vermutlich. Aber das reicht ja auch.

Ich selber habe in einer Umkleide noch nie frauenverachtende Statements vernommen. Jamais.
Merke: Mann muss nicht immer über Frau sprechen. Auch wenn das für Frauen möglicherweise schwer zu fassen ist.

Sie könnten es dann auch als Diskriminierung auslegen.
Go ahead.

Geht’s hackeln. Ist besser …

Ich habe Zeit. Und diese Zeit verbringe ich im Gym, beim Schreiben, Einkaufen, Kochen, und … Lesen. Hinzukommen Arztbesuche und deren Folgen, Vorbereitung auf ein Prozess und abends: die Serie.

Das Lesen beschränkt sich mas o menos auf Bücher die ich im Gym auf dem Ergometer lese. Beinahe nur noch Philosophie und Biografien. Aber der größte Teil entfällt auf Zeitungslektüre. Und das ist das Problem. Ich bin sowas wie ein News-Junkie, und das ist, wie jedes Junkietum nicht besonders gesund. Es ist die Erregung die einen erfasst, die so ungesund ist. Gefühle. Oder Emotion, wie man heute sagt. Hass, Abscheu, Verachtung, Ohnmacht, Wut. In jeder möglichen Reihenfolge. Wie heißt es in Wien so treffend: «Da sollte man was machen. – Da kannst nix machen.“

Ich verstehe jeden, der sich den Medien verweigert. Besser in die die Kirche gehen, oder den Gym nicht mehr verlassen, den Laptop nur noch zum Schreiben öffnen, nur noch Michel de Montaigne statt News, Quizshows statt Talkshows, Geo-Dokus statt Nachrichten.
Whiskey statt Diskussion.

Es wäre alles einfacher, das weiß ich aus Erfahrung, wenn ich einfach einer der Jobs hätte, die ich früher immer wieder mal hatte.
Man mag über das langweilige Arbeitsleben sagen was man will, aber es ist auch ein Segen. Die meisten Fragen sind beantwortet. Man hat zu tun, die Welt ist auf eine akzetable Größe geschrumpft, und die Probleme, die man damit hat, hält einen davon ab, sich andere zuzulegen. Das ist okay. Das hält die Welt in Gang. Und falls man mal Lust hat sich zu Themen zu äußern, hält einen das davon ab, über diese auch Bescheid zu wissen. Man lässt den Emos einfach freien Lauf. Für das sind die verschiedenen Müllkippen der Souschelmidias da.

Oder wie der Wiener Herr zu einem anderen meinte: „Sie hams gut, denn Sie sind deppert.“

Frühling, hier bei mir

Früher, und in vielen Gegenden der Welt, ist es immer noch so: Der Frühling kündigt sich an mit milderen Temperaturen und Sonne, die zum Beispiel bald die Forsythien ihr Gelb herauskehren lässt. Ist immer eine Freude. Das könnten Zeichen des beginnenden Frühlings sein. Könnten.

Aber hier bei mir sind die Anzeichen, dass es Frühling wird, seit Jahr und Tag, dass Bautrupps frühmorgens ankarren und die Straße aufreißen. Jedes fuckin Jahr. Jedes.

Und ich bin jedes Jahr froh, dass die Außentemperatur noch sachte im beginnenden zweistelligen Bereich liegt, und ich die Fenster nicht offen lass muss. Aber es hilft trotzdem wenig gegen den irren Lärm der Fräsen, der Hammermaschinen, der kreischenden Bagger usw.

Wenn man bedenkt, wieviele hundert oder tausend Straßen und Gassen es Wien gibt, und wenn die alle ebenso beglückt werden, jedes fuckin Jahr, dann würden sich die Bewohner zu tausenden aus den Fenstern stürzen, weil sie es einfach nicht mehr ertrügen, und es keinen Privatverkehr mehr gäbe, da nur noch Baumaschinen unterwegs wären.

Es ist abartig.

Aus gegebenem Anlass


Manchmal, wenn in der Liste der angeklickten Blog-Beiträge mir einer in die Augen sticht, und mich anhand des Titels dazu verführt, das Ding anzuklicken, bin ich hin und wieder überrascht, und denke mir: Manno, so schlecht bist du gar nicht.

Und so stieß ich auf den „Klempner“ vom 20.Mai 2020, und fand, dass man ihn wieder mal publizieren könnte. Gerade auch, um die in letzter Zeit wieder grassierende Flut von „Offenen Briefen“ mit einem Klick unterschrieben von „Künstlern“ und Hollywood-Clowns, zu politischen Themen, von denen sie kaum Ahnung haben, zu kommentieren.
Here we go:

Der Klempner

Ein Künstler sei nichts anderes als ein Klempner, der Kunst macht. Oder wars: ein Künstler arbeitet wie ein Klempner? Anstatt Rohre zu verlegen, mache er eben Kunst. Der Künstler. Darum her mit der Penunze! Meinte einer in einem Radiointerview.

Jay Haslinger verkündete in den Haider-Jahren, «dass er wohl Schriftsteller, aber damit nicht automatisch für politische Statements qualifiziert sei. Man könne eben so gut einen Klempner befragen.“ 
Da hammern schon wieder, den Klempner. Aber natürlich ließ Jay Haslinger kein Mikro aus. Vermutlich fand sich gerade kein Klempner, der Zeit hatte. 

Wir hatten unlängst einen verdammt guten Klempner, der unser Klo neu einrichtete. Schnell, preiswert und sauber gearbeitet. Schätze, er war oder ist jetzt arbeitslos. Ich hoffe, ich schreibe annähernd so gut wie er klempnert. 
Das Ding ist halt: als Klempner kannstes irgendwann. Als Autor nie wirklich.
Aber als Künstler-Klempner, biste nie arbeitslos. Nur werde ich für meine Arbeit eigentlich kaum oder gar nie bezahlt. Ich kann auch nicht auf’s Arbeitsamt gehen. 

Und irgendso’n Hartzer oder Notständler zu sein, ist einfach zu einfach. Tippen und hartzen (oder wie das hier heißt?)
Ich könnte auch klempnern. Ich bin ziemlich gut in allem. Hab ich ja auch schon gemacht. Damit ich nachher schreiben konnte. 

Wenn ich Klempner wär, würden die Leute mir die Füße küssen. Ich wäre gern gesehen. Ich würde etwas nützliches tun. Verstopfte Klos reparieren und solche Sachen. Wasserrohrbrüche beheben. Fette Rechnungen schreiben. Und alle würden’s okay finden, denn so ein überlaufendes Klo und/oder ein Wasserrohrbruch bringt den Blutdruck irre schnell nach oben, und macht aus einem in Sekunden eine Covid-19 Risikoperson.
So ein Klempner arbeitet also auch noch im Gesundheitswesen.
Und was macht der Künstler?
Eben.