Ein bisschen fies aber auch wahr

Bald ist Wienwahl.
Die GRÜNEN heischen um Aufmerksamkeit mit dem Plakat-Spruch_

«Ihr könnt „Klima“
nicht mehr hören.
Wir die Vögel.»

Ich auch nicht.
Wegen des Baulärms, für eure schick renovierten Altbau-Wohnungen im Bezirk.

Und wieder und wieder

erzählt mir die Zeitung, wie beschissen es der Bauwirtschaft geht, und auch der Gasttronomie.
Echt jetzt?
Ich lebe seit acht Jahren auf einer Baustelle, ich bin surroundet mit Baustellen, über, unter, vor, hinter, daneben, links, rechts Baulärm. 6 Tage die Woche.
Und man kann anderswo keinen Schritt in dieser Stadt machen ohne die Karawanen der Kastenwagen und Firmenfahrzeuge zu sehen und dabei den Lärm von Elektrohämmern aus den Fenstern zu genießen, und dem Cluster von mampfenden, stumpfsinnigen Bauschlöchern in den Supermärkte ansichtig zu werden.

Und wenn ich mal, was selten vorkommt, wegen all der Tourons die in die Lokale drängen, mal ein paar Drinks in meinem Stammlokal zu mir nehmen möchte, passiere ich auf dem Weg dorthin etwa sieben Lokale. Sie sind alle propenvoll. So auch mein Stammcafé.

So, ihr Arschlöcher der Medien, vielleicht solltet ihr mal rausgehen und euch ansehen, was wirklich los ist, als das dumme Zeug anderer Arschlöcher abzuschreiben.
Wär das was?

Peter Bichsel 1935 – 2025

Zum seinem 80er habe ich ihm noch auf diesem Blog gratuliert. Zu seinem 90er in ein paar Tagen hätte ich es ganz bestimmt wieder getan. Aber er mochte nicht warten, er machte sich davon.
Im Mai 2019, bei den Schweizer Literaturtagen in Solothurn habe ich ihn gesehen, natürlich im Gastgarten des „Kreuz“, seiner Stammbeiz. Er hielt „Hof“ und ein Kollege von mir (Name der Redaktion bekannt) hat sich dazu gesetzt, und danach sagte ich zu meinem Kollegen: „Der Bichsel sieht gut aus mit seinen 84 Jahren“, und der Kollege sagte im Stil eines Schamanen: „Hm, das wird sein letzter Sommer sein.“
War es nicht, wie wir wissen.
Peter Bichsel war ein Dichter. Ein großer. Und er wäre auch einer gewesen, hätte er keine einzige Zeile geschrieben. Und er war ein Sozialdemokrat, ein Linker, aber einer dieser richtigen Linken, die ein Herz und Hirn für die Arbeitenden hatte. Und das, dem Vernehmen nach, ist er auch geblieben. Nona, wie man hier sagt. (Wie auch nicht)
Was den Unterschied ausmacht, zwischen einem linken Dichter und einem reinen Ideologen kann man in dem Buch von Niklaus Meienberg „Reportagen aus der Schweiz“ zweifelsfrei erkennen: Das Vorwort von Bichsel ist immer noch so lebendig und frisch, wie damals, als das Buch 1974 erschien. Die Texte von Meienberg: hölzern und staubbehaftet.

Bichsels schmales Werk hat mich nie besonders interessiert, es unterscheidet sich vielleicht zu stark von meinem, aber ich habe ihn immer verehrt. Und als er für den Film „Zimmer 202“ in Paris im Hotel Paris abstieg und die ganze Zeit über, bis auf kleine Gänge um den Block, in eben dem Zimmer 202 blieb, war ich einfach nur sein Fan. Paris, und der Mann bleibt einfach im Zimmer! Das war nur cool. (Gibt’s übrigens auf Youtube).
Was mich ihm sicher auch näher brachte, war sein Zug zum Alkohol. Da hatten (und haben) wir etwas geminsam.

Er wird nun in den internationalen Nachrufen als größter und einziger Intellektuelle der Schweiz gehandelt. Mag sein. Mag auch nicht sein.
Er war ein Dichter, und das, finde ich, reicht vollends.



Klarstellung

Eine schimpfende Greisin im Rollstuhl, der das Garnknäuel runtergefallen ist, hat mehr toxische Männlichkeit an sich, als ein Kerl der Whiskey trinkend, Zigarrenrauchend der Trompete von Chet Baker lauscht, und dabei das Schwinden des Lichts am Horizont betrachtet.

Das Sprüchemuseum (174)

«Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth planen Trump-Oper.»

DerStandard

Wir sagen: Welch großartige Idee! Endlich kommt ein zu Unrecht von der Weltöffentlichkeit Vergessener zu verdienten Ehren. Man hört ja sonst nichts von ihm.
Ich hoffe, das Vorhaben wird großzügig vom Steuerzahler als Subventionsgeber unterstützt.
Oder in anderen Worten: Endlich san auch mia völlig Balabalabala.