Gymidioten

Man könnte so beginnen: Als es noch keine Smartphones gab, gingen Menschen in die Gyms um – und jetzt kommt’s – zu trainieren. So zumindest, erinnere ich es. Für jüngere Menschen – abgesehen von den vielen jungen Frauen, die absolut korrekt und hart Eisen fressen –, mag es seltsam anmuten, dass es Zeiten gab, in denen Trainierende das Gerät, nach der Übung für andere freigaben, und nicht einfach darauf hocken blieben um:
– laut mit der 5-jährigen Tochter zu telefobrüllen
– Irgendwelchen Tictoc-Shit reinzuziehen
– Rohrflansche zu verkaufen
– Pornos zu konsumieren
– Emails zu lesen und zu schreiben
– oder einfach nur dazuhocken und Selfies zu produzieren, wei sie auf einem Trainingsgerät hocken.

Das sind die einen Gymidioten. Dann gibt’s noch jene, die dasselbe tun, aber zusätzlich noch mit Handtüchern, Wasserflaschen und ähnlichem gleich mehrere Geräte besetzen, wie deutsche Urlauber die Liegestühle vor dem Pool.

Ein wenig harmloser, aber nicht minder nervig sind die Pulks von Jungmännern, die jede Wiederholung mehr auf der Bank, in Fußballtorbrüllmanier abfeiern. Und dann ham wer die Gymidioten die sich darin gefallen, maßig Hantelscheiben auf die Geräte zu fädeln, um dann 5 centimeter tiefe Wiederholung zu absolvieren. Gewichte, deren Hälfte sie nicht mit einer einzigen wirklich korrekten Wiederholung schaffen würden, die dann aber in Weltmeistermanier davonstolzieren, und dem Nächsten das Abräumen der Scheiben überlassen. Dann gibts noch:
– Die Stinker
– Oder jene Wappler die 4 Meter der Bank im Umkleideraum brauchen, um sich umziehen.
– Die Labersäcke
– und die ganz normalen Wichser und Mothers

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Redaktion ist offen für Ergänzungen.

Und trotzdem wäre mein Leben ohne den täglichen Gang in den Gym ein trauriger Song mit Ohrwurmqualität.
So pilgere ich hin, und steck sie weg, die Gymidioten …