Kritik

Manchmal werde ich kritisiert. Wenn welche glauben, dass ich Scheiße gebaut habe.
Was soll das?
Kritik ist nie etwas anderes, als fehlender Respekt. Plus Diskriminierung eines alten, weißen, heterosexuellen Mannes.

P.S. Was soll dabei sein, wenn ich mich mit Björn Höcke fotografieren lasse? Es geschah nur aus Respekt vor meinen Großeltern, die liebevolle, aufrechte Nationalsozialisten waren.

Fuckin‘ Snob

Manchmal höre ich, dass ich ein Snob sei. Ein Snob, weil ich für längere Zugstrecken (habe kein Auto) 1. Klasse buche. Nur ein Snob fährt erster Klasse. Ein Snob, der das Volk nicht liebt, es gar verachtet.

Diese Leute haben recht.
Denn diese Leute lieben das Volk. Linke, wie Rechte. Vor allem abstrakt. Wenn sie es für ihre politischen Zwecke einspannen können.

Du bist ein Snob, sagen Leute, die es für ein Menschenrecht halten, zweimal im Jahr in die Ferien zu fliegen, die Fahrräder kaufen, an die ich die Tantiemen von 3000 verkauften Büchern geben müsste. Ein Fahrrad von 3-6 Tausendern ist kein Snobismus, sondern Notwendigkei, finden sie. Dazu ein kleiner Rucksack für sieben hundert Eier. Voll nötig.

Trotzdem: Sie haben recht. 1. Klasse im Zug, das geht gar nicht. Da überhebt sich einer über die anderen. Dass man eine längere Zugfahrt genießen könnte, darauf kommen sie nicht. Und genießen kann man die nur, wenn der Nachbar die Schnauze hält, und einen nicht mit seinem Shit zutextet. Oder laute Musik hört, permanent telefoniert. Deshalb sitzen ich und all die anderen Snobs in der ersten Klasse. Unsere maßlose Selbstbezogenheit lässt uns (meistens) sehr höflich und zurückhaltend miteinander umgehen. Fuckin’ Snobs, eben…

Nein, ich bin kein Radfahrer

Vor einigen Wochen (oder nicht?) habe ich meinen Oldtimer Peugeot wieder aus dem Keller getragen, ihn gesäubert, geölt und überholt. Der verdammte Renner schlief über Jahrzehnte im Keller auf seinen platten Reifen, und ich hätte keinen Fünfer darauf gewettet, dass ich noch einmal damit fahren würde. Tu ich aber. Fast jeden Tag. Das liegt vor allem daran, dass ich um 5 Uhr früh immer schon wach bin. Also schwing ich mich in den Sattel und fahre auf die Insel, schwimme ein paar hundert Meter und fahre über das Donaukraftwerk wieder zurück. Das sind um die dreißig Kilometer. Und ich denke jedes Mal: Ziemlich gute Stadt, dieses Wien. (Und das nach fast dreißig Jahren…)

Nun höre ich immer wieder: „Was, du bist Radfahrer? Supi!»

Ich muss sie enttäuschen. Ich bin kein Radfahrer. Ich bin ein Fußgänger mit einem Sportgerät. Ich fahre mit dem Ding nicht in den Yogakurs, und auch nicht auf den Karmelitermarkt um bei diesem scharfen Händler aus Madagaskar diesen geilen Seitan zu kaufen, ich nable auch nicht zur Hautärztin oder zum Tinder-Rendez-vous. Der alte, angerostete Peugeot ist nur ein fuckin’ Sportding.

Autofahrer sind auch nicht meine Feinde. Bis auf die Taxifahrer sind alle rücksichtsvoll und wach. Man merkt ihnen an, dass sie’s nicht darauf anlegen, einen von uns über den Haufen zu fahren. Ich belehre auch keine Fußgänger oder Touristen, die sich auf dem Radweg ergehen. Ich klingle sie einfach aus der Spur und bin ihnen dankbar, wenn sie Platz machen, was sie immer tun.

Wenn’s gefährlich wird, dann sind andere daran beteiligt.
Guess who?…

Fans

Gibt es eigentlich, neben Trump, durchgeknalltere Hiafler, als Fans?
Gut, ich gebe es zu: Ich verstehe nicht, wie man seinen Tag damit zubringen kann, mit dem Auto auf die Alpes D’Huez zu gurken, sich dann ausgezogen niederzusaufen, um mit zwei Millionen anderen enthirnten Cunts, die Straße zu säumen und den Radsportlern in die Ohren zu brüllen, sie zu Fall zu bringen, sie zu schubsen, und mit irgendwelchem Scheiß zu übergießen.

Worin liegt da der Genuß, der Mehrwert, die Freude?
Wieso packen sich die Arschlöcher nicht selber ein Rad, und versuchen sich in den 10-15% steilen Kehren?
Weil es Pussys sind. Vom Sozialstaat auf ein Sadoego entkerntes Wohlstandsgesindel.

Ich finde, man sollte sie niederführen dürfen.

Vermutlich wird Kroatien Weltmeister

Es begann mit einer Absage
Das nächste war ein platter Reifen
Mitten auf der Praterallee
Nach Kilometer 7

Er musste ja mal kommen
Also stieg ich vom Renner
Fummelte den Schlauch vom Felgen und
Dabei fiel ein Teil des Ventils auf den Waldboden

Unauffindbar

Ich fischte den Ersatzschlauch aus der Tasche
Montierte ihn problemlos
Dann gings weiter

Als ich über die Donau schwamm
Kraulte ich in eine Angelleine die sich
Um meinen kleinen Finger wickelte
Der  reine Horror
Ich bekam ihn frei
Ohne Amputation
Aber beinahe nicht

Auf dem Rückweg
Nach Kilometer 26
Wieder auf der Praterallee
Fast an derselben Stelle
Der nächste Platte
Wieder vorne

Cool nahm ich das Vorderad ab
Fummelte den Reifen runter
Fand das Leck sofort
Schmiergelte
Und stellte dann fest
Dass der Kleber hinüber war

Ein alter Rennradkollege hielt und bot Hilfe an
Und er hatte alles
Aber keinen Kleber.

Ich schob das Rad
Es war ein wunderbar stiller Sonntagmorgen
Und ich beschloss die restlichen 6 Kilometer
Zu Fuß zu gehen
Aber dann kriegte ich eine Blase an der rechten Ferse

Vermutlich wird Kroatien Weltmeister

Ich möchte,

dass Belgien Weltmeister wird. Ich mag Belgien. Ich finde die Belgier humorig und nett. (Halt die, die ich kennenlernte.)
Da es nun gegen Brasilien geht, könnte die Sache nicht so einfach sein. Zumindest nicht, wie ich mir das so vorstelle.

Aber:

Beim Boxen gibt es eine besondere Strategie: Den Stil des Gegners imitieren. Wer die Fähigkeiten dazu hat, kommt damit oft zum Erfolg.

Allez, les belges! macht einfach den Neymar und macht den Kolumban. Wenn ihr irgendwo eine Berührung verspürt, werft euch in den Rasen, rollt herum als wärt ihr auf einem Abhang ausgeglitten, wälzt euch auf den Rücken und streckt die Beinchen in die Luft, als wolltet ihr – wie Neymar – frisch gewickelt werden. Dann reklamiert euch die Seele aus dem Leib, nähert euch dem Gegner von hinten, stupft mit der Stirn leicht an seinen Hinterkopf, und wenn der seinen Kopf nach hinten neigt, werft euch schreiend zu Boden und verlangt nach einer roten Karte…

Oder lasst es bleiben. Geht einfach raus und  schießt die Pussys vom Platz…

Es ist bald um. Gut so.

Das inzwischen wohl vollkommen enthirnte Pummelchen vulgo „Die Hand Gottes“, spricht im Radio des dämlichsten Diktatoren der Welt (in Venezuela), jene Worte, die ihm noch zuzutrauen sind: «Ich habe heute einen monumentalen Raub auf dem Platz gesehen…»

Es meinte damit den Elfer für England, nach dem Schwinget im kolumbianischen Sechzehner.

Ich frage mich, wie lange es dauert, bis auch der Dümmste Ex-undnoch-Kicker draufkommt, dass alles was auf dem Platz geschieht, in Bild und Ton, und in jeder Geschwindigkeit, zu jeder Zeit und in alle Ewigkeit, wieder abrufbar ist?

Eine ekelhafte Mannschaft fliegt. Schön.

Die Selbsternannt-Wappler

Schon wieder betritt ein „Selbsternannt-Wappler“ die Bühne. Diesmal in der Rolle des Innenministers Herbert „Ross“ Kickl (FPÖ): «Das sind selbsternannte Aufdecker, das sind gewisse Medien, die sich jeden Tag darum bemühen, irgendwelche Dinge, … in die Öffentlichkeit zu bringen.»

Mir als selbsternannter Blogger, Autor, und auch als selbsternannter Kritiker und Schmäher der „Selbsternannt-Kritiker“, fehlt mitunter die Zeit, manchmal gar die Lust, auf die Ernennung aus dem Innenministerium oder sonst einer profunden Behörde zu warten. Ich tu einfach, was es zu tun gibt. So irgendwie ziemlich „selbsternannt».
Ich weiß, es ist falsch. Aber ich bin es so gewohnt. Mag an meiner Herkunft liegen. Oder der schlechten Kinderstube.

Wieso gibt es eigentlich keine Stinkefinger Emojis?

Lass dich nicht…

Putin wird heute zum Spiel Russland-Schweden nicht anwesend sein. Er schützt Termine vor. Aber das darf bezweifelt werden.
Lass dich nicht mit Besiegten ein, sagte einst Hemingway.
Oder: Lass dich nicht blicken, wenn deine Mannschaft vom Platz geschossen wird.

Das Sprüchemuseum (93)

„Der Mann (Mattusek)… hatte sich dem selbsternannten Widerstand angeschlossen.»

Malte Henk (Die Zeit)

Wir sagen: Das geht nun gar nicht. Wenn man sich schon dem Widerstand anschließen möchte, dann hat man gefälligst auf das okay der Obrigkeit zu warten.