Keine Fragen mehr

Ich werde oft gefragt: „Wo kommst du eigentlich her?“
Warum eigentlich? Nur weil ich männlich, weiß, alt und heterosexuell bin? Muss man mich da fragen, wo ich herkomme? Vielleicht aus Angst? Dass es dort ein Nest geben könnte, ein Nest, in dem weitere alte, weiße, heterosexuelle Männer hocken könnten, die möglicherweise bald flügge werden und hierher drängen?

Ich denke, die Frager sind Rassisten. Oder zumindest so was ähnliches.
Dass ich gefragt werde, könnte meiner Sprachmelodie geschuldet sein, die unschwer als nicht autochthon auszumachen ist. Ich wurde sogar schon von dunkelhäutigen Typen gefragt: Woher kommst du? Vermutlich auch Rassisten.

Wir müssen endlich unsere Neugier zügeln. Es geht uns nichts an, wo irgendjemand herkommt, seine Wurzeln hat. Ich denke, wir sollten überhaupt niemanden mehr irgendwas fragen. So sind wir auf der sicheren Seite, und kein MeTwoler, kann uns mehr an den Karren fahren.

Also, ich frag nix mehr, sag nix mehr. Höchstens noch: „Was soll die Frage, Rassist? Reflektier mal deine Scheißneugier, und überleg dir, was du mir damit antust, und wie sehr du mich damit herabwürdigst, ja?! Also, fuck yourself! Und geh dahin zurück, wo du her gekommen bist. Auch wenn’s nur St. Pölten ist!»

Mein Traum

Es ist ein süßer Rachetraum von mir, einen gewaltigen Presslufthammer zu besitzen, und damit nächtens meine Peiniger – jene Bauarbeiter, die mir mit ihrem Presslufthammer-Geballer die Arbeit und den Rest des Lebens in reine Qual verwandeln – selbst in den akustischen Genuss ihrer verfickten Werkzeuge kommen zulassen. Das würde ich von einer Fee erbitten. Nichts anderes. Soweit ist es schon gekommen. Bitte, bitte Fee, ich will Rache…

In der Ostsee

Zum dritten Mal in Folge, war ich von ihr erwartet worden. Die Uhrzeit stimmte in etwa: So um sechs Uhr früh. Der Ort stimmte auch, die Temperatur, die Entfernung vom Ufer –  so an die zweihundert Meter. Da lauerte sie schon. Und ich kam, verlässlich. Denn ich bin ein verlässlicher Mann, ein Erstgeborener, dem man schon als Siebenjährigen die kleinen Brüder überantwortet hat. So einer.

Sie erwartete mich also. Und ich kam. Und jedes Mal erwischte sie mich am linken Unterarm, ganz gleich, ob ich rein-oder rausschwamm. Linker Unterarm, basta. Tre volte. Tres vez. Trois fois. Linker Unterarm.

Ich hatte natürlich von Ihresgleichen gelesen. Und so wusste ich auch was zu tun war. Sand drauf und trocknen lassen. Dann abbürsten.

Der Schmerz ist ja zu vernachlässigen, aber die Sache nervt. Sie vergällt mir ein wenig das frühe ins offene Meer Hinausschwimmen, es ist als würde man nackt durch einen flüssigen Garten mit gut getarnten Brennesseln taumeln.

Nun gut. Ich bin leidlich taff. Ich tu so, als würd ich mich auf ein Wiedersehen freuen, aber tatsächlich beeinflusst ihre Anwesenheit meinen Schwimmstil. Ich bin gezwungen an sie zu denken. Und ich lasse mich nur ungern zwingen. No na, net.

Aber ich werde morgen wieder gehen. Und scheiß auf dich, Madame Feuerqualle.

Vor einem Supermarkt an der Ostsee

Gestern saß ich vor einem Supermarkt an der Ostsee und wartete auf die Girls. Und während ich wartete, sah ich mir die Deutschen an. Sie waren alle fett. Dann kam ein schwarzer Wagen, und vier Typen stiegen aus. Es waren höchst muskulöse Glatzköpfe, und der Gym-Faktor war wie eine leuchtende Glorilole (Pleonasmus?), und ich sah mir auch die an. Es waren Handwerker. Und es waren Türken.

Später, als ich schon sehr lange gewartet hatte, kam ein junges Paar mit zwei kleinen Kindern, etwa 3 und 4 Jahre alt. Sie schoben ein gewaltig beladenen Einkaufswagen zu ihrer Familienkiste, und begannen einzuladen. Es war ziemlich schlimm. Das ganze Fressen und Saufen war in Plastik verpackt, und aus der Distanz sah es aus, als wären es nur brüllendfarbige Chipstüten in verschiedenen Formaten.
Das scheint der Dreck zu sein, den sie ihrer Brut verfüttern. Damit die auch gleich fett wird und einen schönen jugendlichen Altersdiabetes entwickelt. Ich war drauf und dran hinzugehen und ihnen zu sagen, dass Kinder auch richtiges Essen brauchen. Aber ich tat es nicht. Warum? Weil es mir eigentlich egal war.

Nebenan bellte ein Hund, den die Besitzer in ihrem Van an der Sonne zurückgelassen hatten. Vielleicht war ihm wahnsinnig heiß? Vielleicht starb er? Vielleicht war er auch nur ein Hundearschloch, das einfach aus Langeweile kläffte.

„Ist hier die Tierrettung? -Ja? – Hören Sie, da bellt ein Hund in einem Auto, das an der brütenden Sonne steht. Können Sie nicht herkommen und ihn befreien? Oder soll ich es tun? Die Scheiben einschlagen oder so? -Würd ich gerne machen, kein Problem. – Nein, die Besitzer suchen mag ich nicht. – Scheiben einschlagen oder nix. – Na, dann stirbt der Hund halt. Ist mir auch wurscht. Ich hasse die Viecher sowieso…»

Dann kamen endlich die Girls. Sie haben mir kein Bier gekauft, und wir fuhren zum Haus. Es ist großartig, das Haus…

Kann man?

Kann man nach dem allgemeinen Rassismus-Geschwätz, auch mal wieder darauf gucken, mit wem sich die Arschtrompete Özil hat fotografieren lassen, und was das alles auch aussagen kann? Kann man?
Wenn, dann kann man auch einen Blick hierhin risikieren:

https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-07/mesut-oezil-foto-recep-tayyip-erdogan-akp-kritik

Das Böse IST die Sonne

Seit Jahren bin ich ein belächelter Outsider, ein verschrobener Kauz, ein Verwirrter und ein Verirrter: Ich hasse die Sonne. Ich hasse den Sommer, die Wärme, die Hitze, und die Wetterfröschinnen, die mir bei 38 Grad ins Ohr flöten: „Baaaadewetter!“
Ich möchte sie töten, indem ich sie einen Blechcontainer stecke, den ich in die Mittagssonnen rolle, diese Cunt, in ihrem klimatisierten Studio!

Aber jetzt dämmert es langsam auch anderen. Ich bin nicht mehr allein. Wir werden eine Armee sein. Hier der erste Kumpel von der „Süddeutschen“:

https://www.sueddeutsche.de/panorama/hitze-in-deutschland-das-boese-unter-der-sonne-1.4071042

Auf den Radwegen

Auf den Radwegen: Drängeln, riskantes Überholen (3 nebeneinander), Auffahren, Wettbewerb, Machismo, weiblicher Machismo, Stupidität. An der nächsten Ampel trifft man sich wieder, und es geht von vorne los. Wie hübsch! Man kommt drauf, dass Arschlochigkeit nicht am Gefährt liegen kann. Es liegt an der Spezies. Vielleicht auch nur am Charakter (falls es so etwas noch gibt).
Nicht ein einziger Grund für Radfahrer, sich als etwas Besseres zu wähnen. No uno.

Die Verwunderung der Lise Zumtoe

Hin und wieder wundere ich mich. Ich wundere mich darüber, dass ich nie einen Fehler mache, immer nur die andern, dass ich immer das Opfer bin, und nicht annähernd in der Lage, Scheiße zu bauen.
Ich kann tun und lassen, was ich will, und es wird für alle offenbar, dass, wenn etwas nicht stimmt, der Rest der Menschheit Mist gebaut hat.
Was ist das nur, dass ich so unfehlbar bin?
Manchmal versuchen andere, mir was anzuhängen, aber das geht nicht. Es kann einfach nicht sein. Ein Phänomen. Könnte man sagen. Vermutlich hat Gott es mir gegeben, dieses Unfehlbarkeitsgen. Und wenn die anderen anderer Meinung sind, dann geigt ihnen mein richtiger Chef die Meinung, nennt sie Faschisten, was sie ja sind, diese respektlosen Loser.

Ich weiß nicht, warum ich so großartig bin. Es macht mich schon beinahe ein wenig fertig. Aber wie müssen sich erst die anderen fühlen? Die, die nicht recht haben?
Ach, Scheiß auf die…