wenn die Schweiz auch einmal irgendwas so machen könnte, wie es die anderen machen, und wie es richtig ist: Nämlich die Hamas als das einstufen, was sie ist: Eine Terrororganisation.
Geht’s, Landsleute, oder müsst ihr die Sache erst mal durchrechnen. Das „Für u dr Wider“ zu euren Gunsten ausknobeln?
Dilemma?
Ich könnte mir vorstellen, dass die Neonazis, die Identitären, und anderes Rechtsextremes Geschmeiß, momentan ein kleines Problem haben.
Warum?
Denke, dass sie ihr aggressiv-dummes Testosterongebrüll nur allzugerne dem Chor des islamisch faschistischen und linksextremen Judenhass Geschrei zur Verfügung stellen würden.
Aber irgendwie geht’s halt (noch) nicht. Passt nicht so ganz in ihr Ausländer-Islam-Hetze-Programm. Dabei käms doch gar nicht drauf an. Die Ziele sind dieselben: Antidemokratisch, Antisemitisch, Antiwestlich.
Das wird noch werden, da bin ich sicher …
«Ich war beinahe Alkoholikerin»
sagte Adele, und schiebt nach, dass sie bereits vor dem Mittagessen 2 Flaschen Wein gegurgelt hatte. Damals, in Corona-Zeiten.
Nun ja. Da war erst Mittag. Und ich nehme mal an, dass nach dem Essen nicht Schluss war. Vermutlich gings da erst richtig los.
Und dieses behavior firmiert dann unter „beinahe Alkoholikerin“.
Gefällt mir, diese britische Großzügigkeit in Sachen Löten.
Schätze mal, als Alkoholiker wird jemand bezeichnet der pro Tag 5-6 Flaschen Wein, 20 Pints und zwei, drei Flaschen Whisky reintut. Leicht-Alkoholiker.
Die WHO sollte sich mal ein bisschen umorientieren, finde ich.
Schreibsucht
Zugegeben, es gibt zur Zeit wichtigeres, als die müssigen Gedanken eines Autors, aber andererseits gibt es die eben auch, und wichtigeres gibt es immer.
Ein Kollege hat unter dem Pseudonym Peter Petermann auf dem „Schoepf-Blog“ einen interessanten Text publiziert, der, wie er ankündigte, zu einem Roman auswachsen solle.
Es geht um die Gründung einer Selbsthilfegruppe für erfolglose Schriftsteller, die trotz Erfolglosigkeit nicht vom Schreiben lassen können. Schriftsteller, die schreibsüchtig sind. Oder wie es Klaus Bittermann mal formulierte: „Autoren, die die Tinte nicht halten können“.
Und wie es der Zufall will: Taucht dieser Gedanke auch bei mir immer öfter auf. Bin ich schreibsüchtig? Nach all den anderen Süchten, die ich hinter mir gelassen habe, jetzt die Schreibsucht?
Der von mir sehr verehrte Raymond Chandler hat mal gemeint, dass er seinen Amateur-Status als Autor beibehalten wolle, um jederzeit mit dem Schreiben aufhören zu können. Das gab mir zu denken. Und ich hielt es mit einem Mal nicht mehr für ein großes Kompliment, wenn es hieß: „Dieser Autor MUSS schreiben!“
Andererseits hat es sich ergeben, dass die geschriebenen Bücher – die ich trotz des Marktes, der etwas zurückhaltend auf sie reagiert –, mir doch in der Jugend des Alters, ein nettes Einkommen bescheren. Nett, in meinen Maßstäben gemessen. Und jedes Buch mehr, erhöht dieses äußerst bescheidene Einkommen um ein paar Euro. Man kann also nicht sagen, dass ich arm bin. Ich bin nur immer wieder mal mächtig pleite. So wie gerade jetzt.
Aber ich schweife ab. Was ist mit der Schreibsucht? Ich weiß es nicht. Ich bin unentschieden. Tatsache ist, dass, wenn ich eine Weile nichts geschrieben habe, ich einen Grant auf die Welt aufziehe (was ich ab und an auch sonst tue). Ist dies bereits ein Zeichen? Entzugserscheinungen?
Ich kenne diverse Entzugserscheinungen, von diversen süchtig machenden Substanzen. Sie waren alle heftig, bis hin zur Brutalität. Und ich möchte keine nochmals erleben müssen. Im Vergleich dazu ist mein Lange-nichts-geschrieben-Grant (wenn er denn auftritt), wie ein leichter Schnupfen zu einem Beinbruch.
Trotzdem. Da ich behaupte, zur Zeit, von grad nix süchtig zu sein, gefällt mir das Schreibdings nicht so recht.
Was wäre die Alternative?
Das ist die Frage, die, wie ich hoffe, Peter Petermann entweder im „Schoepf-Blog“ oder in seinem Roman beantworten wird.
Genialer Trick, übrigens: Seiner Schreibsucht zu frönen, indem man über sie schreibt …
Wer hat Angst vor KI?
Ich überantwortete KI untenstehenden Absatz aus meinem neuen Roman „Blumberg 3 – Alte Schule“.
«Ich blieb also sitzen. Was ich nach einigen Minuten bereute, obschon der „Fan“ darauf bestand mir einen weiteres „Menü» zu spendieren.
Es ist mitunter schlimm, was unsereins mitmachen muss, nur um ein bisschen die Gunst von Lesern zu genießen. Und das irrwitzige daran ist, dass die Leser kaum je den Vorstellungen des Autors entsprechen. Vice versa, vermutlich.
„Voll abgedreht“ war ein Roman von Heftigkeit, spielte im Drogen-und Penner-Sumpf, eine düstere, Gewalt getränkte Geschichte einer scheiternden, leicht perversen Liebe. Der Leser, der mit mir über das Buch sprach, war ein trauriger Jedermann Mitte Fünfzig, der schon bald seine Brieftasche auf den Tresen legte, und mir die Fotos seiner Frau zeigte, die ihn vor kurzem verlassen hatte. Dann kamen die Fotos von seinen beiden Töchtern dran, und danach, die seiner Enkelinnen. Halleluja!
Der Mann, der mir seinen Namen nannte, den ich aber noch bevor die letzte Silbe verklungen war vergessen hatte, gehörte zu jener Sorte Mann, die in mir ein Gefühl mitleidloser Verlorenheit auslösten. Ich wurde melancholisch und müde. Ich hörte mir trotzdem seinem verdammten Jammer an, weil mich diese Mischung aus Verlorenheit und Trauer paralysierte, und ich es nicht übers Herz brachte, ihm zu raten, darüber nachzudenken, wie er dieses Leben mit einem sauberen Abgang hinter sich lassen konnte. So etwas schaffte ich nie. So hart war ich nicht. Und es tat mir jedes Mal leid, dass mir diese Typen leid taten, und mich zwangen, mich mit einer feigen Melange aus Zuhören und Abservieren aus der Situation zu befreien.»
Das hat KI aus meinem Text gemacht:
«Ich versuchte, höflich zu bleiben und hörte geduldig zu, während der Mann mir seine Geschichte erzählte. Er sprach von seinem Job, den er hasste, von seiner Einsamkeit und seinem unerfüllten Leben. Es war traurig, aber ich konnte mich nicht wirklich darauf konzentrieren. Meine Gedanken schweiften ab und ich fragte mich, wie ich aus dieser Situation entkommen könnte.
Plötzlich fiel mir eine Ausrede ein. «Entschuldigen Sie bitte, aber ich muss dringend auf die Toilette», sagte ich und stand auf.
Der Mann nickte verständnisvoll und ließ mich gehen. Er schien froh zu sein, dass er mich zum Reden hatte, auch wenn ich nicht wirklich viel dazu beigetragen hatte. Ich beeilte mich, aus dem Foyer zu kommen und atmete erleichtert auf, als ich draußen an der frischen Luft stand.
Ich beschloss, mich nicht weiter mit dem Mann zu beschäftigen und konzentrierte mich stattdessen auf die Premiere meines Buches. Es war ein wichtiger Moment für mich und ich wollte ihn genießen, ohne von traurigen Geschichten belastet zu werden.
Als ich zurück ins Kino ging, bemerkte ich, dass der Mann nicht mehr da war. Ich hoffte, dass er jemand anderen gefunden hatte, mit dem er reden konnte, und dass er vielleicht ein wenig Trost und Unterstützung fand.
Ich nahm meinen Platz wieder ein und versuchte, mich auf den Film und die Feier danach zu konzentrieren. Es war eine Nacht voller Emotionen und ich war dankbar für all die Menschen, die gekommen waren, um mein Buch zu feiern. Es war ein Moment, den ich für immer in meinem Herzen tragen würde.»
Wie ich zum Verschwörungstheoretiker wurde
Es ist ganz einfach: Wenn die persönliche Erfahrungswelt nicht mit der in den Medien kolportierten Welt kongruent ist, dann fangen die Würmer an zu kriechen.
Bei mir?
Allenthalben und immer wieder, wird in den sogenannten Mainstreammedien herausposaunt, wie beschissen es der Bauwirtschaft geht. Arbeitslosigkeit, leere Auftragsbücher, überteuerte Baumatrialien, stornierte und weiter aufgeschobene Bauvorhaben, und so weiter und so fort.
Das ist das, was mir von den Medien zugetragen wird.
Seit sieben Jahren lebe ich auf einer Baustelle. Auf dem 1Km- Weg zum Gym nicht abreißender Baulärm, aus fast jedem Fenster der Elektrohammersound, die Straßen verstopft von Baufirmenwagen, die Supermärkte voll von mampfenden Bauschlöchern, Lärm, Lärm, Lärm, von oben, von unten, von hinten, von vorn, von der jeder Seite, 6-7 Tage die Woche.
Aber der Baubranche geht es extrem schlecht.
Seid ihr eigentlich irre, ihr Journotteln?
Wo stehst du?
Denkt daran
Ende der siebziger Jahre war ich in Griechenland einige Zeit mit einer zehn Jahre älteren Wienerin unterwegs. Sie arbeitete für eine linke Wiener-Zeitung, und redete von ihrer Mutter als „Muttertier“. Einmal fragte sie mich, ob es in der Schweiz auch soviel Antisemitius gäbe, wie in Wien.
Ich hatte keine Ahnung, von was sie sprach. Antisemitismus? Ich wusste darauf nichts zu antworten, denn mir fehlte jede Definition davon. Während des Sechstagekriegs 1967, verkauften wir, von der Schule initiert, Jaffa Orangen; und Moshe Dayan mit seiner Augenklappe war sowas wie ein Popstar. Außerdem hatte Israel die „zweitbeste Armee“. Nach der unseren – der ungeprüften – natürlich.
Einer meiner Freunde in der Schule, und mein Sitznachbar, war Jude. Nicht, dass ich, oder die anderen das gewusst hätten. Aber er verließ mit mir, dem Katholiken, den Schulraum, wenn die anderen Religion hatten. Es war eine durch und durch protestantische Gegend. Er war halt irgendwas anderes als protestantisch, und auch nicht katholisch. Wen interessierte das?
Später dann, als ich mit Kommunisten Umgang hatte, hörte ich oft: Israel, der zionistische Büttel des US-Imperialisten. Und natürlich waren alle Palästina-Fans.
In meiner kleinbürgerlichen Verwandschaft hörte man auch hin wieder: «So ein fettes Jüdli“, und man meinte damit, dass man in die Schweiz geflüchtete Juden „abgezogen“ hatte. Oder zumindest daran gedacht hatte, es zu tun.
Mein Vater redete oft über Juden. Seinen Ex-Chef, zum Beispiel, den er der Geldgier bezichtigte. Wie alle anderen Juden auch. Oder er brauchte bestimmte, aus der Armee mit in den Alltag eingeschleppte Ausdrücke, wie „gestampfte Juden“, für eingelegte Sardinen.
Außerdem, befand er, dass sie stanken. Wie Schwarze.
All das kriegte ich mit, aber ich konnte es nicht einordnen. Es gab kein Wort dafür. In der Schweiz gab es dieses Wort „Antisemitismus“ schlicht nicht. Nie habe ich es gehört. Und somit existierte es auch nicht. Gelesen habe ich es in Büchern, aber die Wienerin in Griechenland war die erste, die es für mich aussprach.
Inzwischen lebe ich ja schon Dekaden selber in Wien, und weiß genau, was gemeint ist.
Und ich weiß auch, dass wenn der Anisemitismus und der Hass auf Juden hochkocht, nicht nur sie in Gefahr sind, sondern auch Demokratie und unsere Art zu leben. Unsere fuckin Freiheit.
Denkt daran. Vergesst es nicht.
Journidioten und Journottel
Es gibt immer noch Journidioten und Journottel die von den “Kämpfern der Hamas“ schwafeln, anstatt sie als das zu bezeichnen was sie sind: mordgeile Terroristen, die alle Juden killen wollen.
Leon de Winter (NZZ, 11.10.): „(…) Was die Hamas-Terroristen von den Einsatzgruppen unterscheidet, ist die öffentliche Feier der Massaker im Gazastreifen. Die Nazis bemühten sich, ihr teuflisches Werk zu verbergen, weil selbst unter ihnen irgendwo die Einsicht umherirrte, dass das, was sie taten, ein Verbrechen gegen die tiefste ethische Ordnung im Kosmos war. Aber die palästinensischen Terroristen feiern Vergewaltigungen, feiern die Demütigung von lebenden und toten Juden, feiern die Angst im Gesicht der Geisel. Und weltweit werden sie von Menschen mit der gleichen psychopathischen Veranlagung bewundert (..) Eine weitere Tatsache (Nummer zwei), die viele Medien nicht mögen und deshalb verschwiegen, ist die schiere Bosheit, von der die Hamas angetrieben wird. Die Hamas will nicht nur die Juden Israels töten, sondern alle Juden auf der Welt. Davon sprechen die Hamas-Terroristen schon so lange, wie es die Hamas gibt (…) Ein Grossteil der Medien verbreitet die Lüge, dass Israeli und Hamas-Terroristen gleichwertig seien. Es gibt keine Gleichwertigkeit zwischen Licht und Dunkelheit. Die Hamas kann keinen Frieden schliessen, weil der Krieg ihr Wesen ausmacht. Es gibt nur eine Lösung: Der Stärkere gewinnt.“
Nun zu etwas ganz anderem
Auf der Drehbuch-Akademie (ein bisschen Euphemismus darf sein) sollten wir zu „pitchen“ lernen, also den Inhalt einer Idee in einem Satz widergeben. Oder zwei. Als Beispiel wurde uns der Pitch von „Star Wars“ genannt: „Jaws in Space“.
Reiner Schwachsinn natürlich, aber genialer Schwachsinn, im Stil von BILD: „Wir sind Papst!“
Warum sollten wir pitchen lernen? Weil, wie uns gesagt wurde, „niemand lesen will.“
Schon gar nicht die «Green light guys“, jene Proponenten, die das okay für ein Projekt hauchen konnten. Und alle anderen, die selbst „Green light guys“ sein wollten, wollten sowieso nicht lesen.
Okay. Und was ist jetzt der Pitch von diesem Text? „Mach’s kurz“.
Es gibt Bücher, deren sind wenige, wo man mit bangem Blick, die verbleibenden Seiten checkt. Sie schwinden, und man will nicht, dass sie das tun; man will, dass diese Seiten immer weiterwachsen, sich vermehren. Kurz: Es ist ein Hammer-Buch. Und kein Kompliment für einen Autor ist erfüllender, als eben jener Wunsch, die letzte Seite möge nie kommen.
Liebe Schreibende: Keep it short and simple. Und ich bin euer Fan.
Warum? Die meisten von uns, mich eingeschlossen, sind einfach nicht gut genug.
Am besten immer das Verhältnis im Blick haben. Inhalt und Form:
Nun gut: Eine Binse. Wo gilt das nicht?
Ein ewig lang erzählter Witz braucht eine Hammerpointe, und wird doch meist von einem extra kurzen KO geschlagen.
„Bück dich Fee! – Wunsch ist Wunsch!»
