Der Mann aus W.

Gibt’s unter den heutigen Politikern einen wortbrüchigeren Motherfucker als Martin Schulz?
Bei Songdog dürfte so einer nicht mal die Papierkörbe leeren.
In der GroKo wird er, dem Vernehmen nach, Außenminister und bootet dabei auch noch en passant den Genossen Gabriel aus, dem er ebenfalls sein Wort gegeben hatte.

Na dann, viel Freude, Genossen aus dem Norden!

#Dumm

Die Neonazis von der FPÖ, die jetzt in Ö-Land das Sagenhaben wollen, sind so dumm, dass sie nicht wissen, dass sie Nazis sind. Sie haben kein Selbst-Bewusstsein. Wie Protoplasma. Obschon man sich beim Plasma nicht sicher sein kann…

https://derstandard.at/2000073825654/Tullner-FPOe-Funktionaerin-postet-ueber-Untermenschen

#Uma & Quent, Gino & ich

Uma Thurmann geht mit der Nachricht an die Öffentlichkeit, dass Tarantino sie dereinst dazu überredet hatte, einen wie sich dann herausstellte, gefährlichen Stunt selber zu machen. Sie verletzte sich. Und gefühlte zwanzig Jahre später muss sich Tarantino dafür entschuldigen und zerknirscht dreinblicken. Vermutlich hat er jetzt auch fertig. Wie Hoffmann, Allen, Spacey, und eine Million anderer.

Vor etwas mehr als dreißig Jahren zwang mich der Polier Gino, bei strömendem Herbstregen, weiter im Graben zu schaufeln, während er im Werkzeugwagen hockte und Chianti aus der Korbflasche schlückelte und eine feine Salami aufschnitt. Ich erkältete mich schwer und konnte eine Woche lang nicht mehr arbeiten. Und bei dem damaligen Arbeitsverhältnis hieß das auch: kein Geld.

Gino, wo immer du auch bist, melde dich beim Spiegel, auf Fazebock, bei der Zeit oder Instagram, und entschuldige dich. Ma subito! Und dann überweis mir die Kohle für eine Woche auf mein Konto, plus Schmerzensgeld, und dann stürz dich bitte in ein offenes Taschenmesser. Grazie mille, piccolo Stronzo!!!

#DieseAlten

Es geschah letzten Sommer. Unterwegs mit Familie, zwischen Rostock und Berlin, in einem Getränkemarkt, den ich betrat um ein paar Flaschen Mineralwasser zu erstehen.

„Hallo, junger Mann!“, wurde ich von einem Thirtysomething gut gelaunt begrüßt. Ich war vor ein paar Monaten 61 geworden. Der Getränketyp hatte mehr als ein Vierteljahrhundert weniger auf dem Zähler. „Hallo, junger Mann!»

Welch ein Affront! Welche Beleidigung! Was für eine Demütigung! Junger Mann?!

Müssen wir Alten uns die Haare grau und weiß färben und auf einen Rollator gestützt durch die Gegend trippeln, um nicht beleidigt zu werden? Ist es schon so weit gekommen?

Und da mir damals gerade keine passende Erwiderung einfiel, und weil ich nicht in der Stimmung war, dem Jüngelchen mit einem linken Haken zu zeigen, wer hier alt ist und wer nicht, so bin ich jetzt zur Ansicht gelangt, dass es nur gerecht wäre, wenn dieser Mann aus dem Getränkemarkt fristlos entlassen würde, und dass sich die Getränkebranche darauf verständigen würde, dieses Diskrimino-Maul niemals mehr einzustellen. Acht und Bann. Vielleicht könnte man auch sein Haus niederbrennen, wenn er eines besäße. Oder wenigstens seine Wohnung kündigen.

Absurd? Vielleicht. Aber gerecht.
Gerechtigkeit ist manchmal absurd.
So ist das eben.
Wir Alten haben auch Rechte!

Das Sprüchemuseum (83)

„Ich denke an dich, in meinem Bett, nackt.»

John Copley, der wegen dieses Ausspruchs an der Met N.Y. gefeuert wurde.

Wir sagen: Recht so. Letztlich erspart uns das den IS, der alles was vor Mohammed existierte, zu vernichten trachtet. Wir haben #Metoo. Das reicht für uns.

Das Sprüchemuseum (82)

„Dafür darf es in unserem Land keinen Platz geben!»

Kanzler Kurz zu den Neonazis in seiner Regierung.

Wir sagen: Im Land nicht, aber in der Regierung schon.

Das Wengen-Diary 2.

Regen. Ganzer Tag Regen. Die Nacht auch. War okay. Die Welt ist aufgeweicht. Die Welt ist eine Art Schneesumpf, aber die Bahn fährt wieder. War was? Ein Erdrutsch? Ist das was?

Die HBO-Serie «Big little lies“ verdrängte das Prasseln auf dem Blechdach, das immer noch besser als die Hitze im Dschungelcamp ist. Wie kann jemand in Florida, den Tropen oder Kalifornien leben? Oder im Nahen Osten. Dann lieber Nordfinnland.

Um halb sieben am Morgen ist hier noch Nacht. Auch um sieben. Selbst um halb acht macht es nicht den Anschein, dass es jemals Tag werden würde. Aber dann kam er doch, schickte den Nebel als Scout. Irgendwann die Sonne. Sollte mich für fünfzehn Minuten reinsetzen. Vitamin D. Mach ich aber nicht. Arbeitsversuch. Abgebrochen. Dafür die weiteren Erzählungen von Hans Fallada in hr2 gelauscht. Großartig was der über das Romanschreiben zu sagen hatte. Man fühlt sich ertappt. Und beglückt.

Zeitungen, ein bisschen. Nach und nach schälen sich die Neonazis aus dem Schwallen der FPÖ-Nebelgranaten. Burschenschaftslieder bei Niederöstereichs FPÖ-Kandidat Landauer, um eigene Texte erweitert: «Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: ‚Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million‘“.
Verhöhnung der Opfer von Verlierern. Was sagt eigentlich der Kurze dazu? Aber zum Glück gibt es diese spezielle österreichische „Hab-nix-gewusst-Wurscht-DNA“. Jetzt, wo man sie so einfach davonkommen lässt.

Ich habe das Leben eines Mönchs schon immer für ideal gehalten. Ein einfaches Leben ohne Schnörkel. Arbeiten und (von mir aus) Beten (Schreiben). Aber es gab etwas, das mich davon abgehalten hat. Zum Glück. Und jetzt isses zu spät. Aber da ich niemanden zum Reden habe, ist es ja auch ein wenig Karthäuser mäßig. Nach und nach die Welt da draußen ausblenden. Ein fade-out…

Vielleicht doch noch arbeiten? Vielleicht…

Das Wengen-Diary 1.

Gestern nachmittag angekommen. Es schneite auf meine Brillengläser, und ich musste, zweihundert Meter vom Bahnhof Wengwald entfernt, einen Reifenstopp einlegen und einen fliegenden Schuhwechsel vornehmen. Mitten im Wald. Raus aus den Sendras, rein in die wachsweichen Wanderschuhe. Und ich war nicht mal unglücklich darüber, dass ich für einmal vorausdenkend war, und die Dinger miteingepackt hatte.

Das Haus war sehr gut durchgekühlt. Kein Unterschied zu draußen. Also heizte ich den verdammten Ofen ein, schob metrige Fichtenvierteln rein,unausgesetzt wie ein Lokheizer, der weiß dass der Zug von der  James-Younger-Bande verfolgt wird. Es dauerte bis 22Uhr, und dann waren die Steinplatten so heiß, dass die nassen Socken innerhalb einer Minute oder so, furztrocken waren.

Das wars dann mit Schnee.
Ich erwachte am Morgen in das Regengeprassel, kaufte ein Ticket von Wengwald nach Wengen, und sah dann später im Netz, dass die verdammte Bahn gar nicht fuhr. Erdrutsch auf der Strecke. Wengen abgeschnitten.

Machte mich im Regen zu Fuß auf. Durch den fuckin’ Pflutsch, wie man hierzulande Schneematsch nennt. Nahm einen Teleskopschistecken mit und meinen Knirps. Schon die erste ernstzunehmende Steigung, die für mich – anhand der Atemfrequenz -schon immer ein Gradmesser meiner Fitness war, bescheinigte mir eine ganz ordentliche, besser als im Sommer, was mich irgendwie beruhigte und mich aber trotzdem oben angekommen schwitzen ließ, als wärs eben selbiger.

Auf der Post holte ich den „Aushänger“ von „Blumberg“ ab, und ging dann im Coop einkaufen. Aus Furcht vor diversen Stürzen auf dem Rückweg, kaufte ich den einzigen Weißwein im Tetrapack und machte mich auf. Im Tempo eines mächtig betagten Rollatorschiebers. Die Frage war nicht, obs mich hinwürfeln würde, die Frage war: wie oft. Aber nicht mal mehr auf das Unglück ist Verlass. Ich kam trockenen Arsches nach Hause, zog den Aushänger aus der Packung, und fiel ganz ungewollt, lesend, in den Roman hinein. Er ist gut. Er ist bessser, als gedacht. Er ist eine Freude.

Kochen. Gerstensuppe und a Gulasch.
Schaue mir die letzte Folge von „Good Cop“ an. Nix besonderes, aber okay. Und dann, nächtens, die nächste Folge des menschenfeindlichen und frauenverachtenden (gibt’s eigentlich noch was anderes?) Dschungelcamps.

Konsequent

Der Schauspieler Colin Firth will nicht mehr mit Woody Allen zusammen arbeiten. Auch weil er sich, Firth, zur Weinstein-Affäre „tatenlos“ verhalten habe. Recht so.

Wir werden keine Filme mit Colin Firth mehr ansehen, weil eine solche Charakterlosigkeit unser Ehrgefühl beleidigt. Außerdem stehen wir nicht mehr für Filme von Peter Pilz zur Verfügung. Und weil uns Männer generell verdächtig erscheinen, sehen wir uns ausschließlich Filme an, in denen nur Frauen mitspielen. Wo es diese Filme gibt? Auf Youporn.