Grünschaden

Die Wiener Grünen halten es irgendwie für unzumutbar, dass große gefährliche Hunde in der Öffentlichkeit einen Beißkorb tragen. Ebenso irgendwelche Tierschützer.
Wir verstehen das.
Sie sind die letzten Verteidiger der speziellen Abart österreichischer Freiheit: Der Freiheit, einem Schwächeren zu schaden.
Wir freuen uns, und gratulieren breits  jetzt zum nächsten totgebissenen Kind, und fragen uns ein wenig irritiert, wozu wir eigentlich noch eine FPÖ brauchen?

Der Vulvenmaler

Da las ich es: Es sei an der Zeit, schrieb eine Kolumnistin, dass mehr Vulven in die Öffentlichkeit kommen. Überall nur Penisse, jetzt ist mal die Vulva dran. Gehet hin und malet sie, sprach die Kolumnistin, in einem dieser vielen Blätter die ich täglich entblättere.

Das fand ich interessant. Dass überall Penisse zu sehen sind, ist mir allerdings entgangen, weiß nicht mehr, wann ich die letzte, in die Öffentlichkeit gemalte Pensivariante gesichtet habe, aber, sagte ich zu mir, du brauchst doch ein neues Hobby, seit der Arzt dir das Meth schnupfen verboten hat. Ja, ein neues Hobby. Und so wurde ich Vulvenmaler.

Mit meinem dicken Eding, dem ich die prahlerische phallische Form mit dem großen 2-Kilohammer ausgetrieben hatte, ging ich los. Überall, auf jede Klowand, auf jede Hauswand, in jeden Hauseingang, auf jedes Autodach: eine schöne Vulva. Ich übertraf mich dabei selbst, in Originalität und Fantasie, der Form und Größe der Klitorides. Es war einfach nur toll. Vulven überall. Der Sprayer von Zürich konnte einpacken mit seinen Strichmännchen. Jetzt waren Vulven dran.

Als ich einige Tage später ein paar der Orte aufsuchte, um nachzusehen, wie es den Vulven ging, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass ein fuckin Dreckschwein von Penismaler, in jede meiner süßen Vulven einen verdammten Penis gesteckt hatte.

Es ist einfach ein  Jammer.

Das Sprüchemuseum (98)

«Deutschland ist Innovationsweltmeister»

Spiegel online

Wir sagen: LOL!
Aber ansonsten sind wir Jogi Löw Fans. Ein Mann der gezeigt hat, wie man mit saturierten, behäbigen Mannen umgeht: Man lässt sie so lange ihre Scheiße machen, bis der Geruch für alle nicht mehr auszuhalten ist. Dann serviert man sie ab und bringt die jungen Hungrigen. Wie sollte man es sonst machen?
Toll, Herr Löw.

Sehr, sehr nett

Ich komm so des Wegs, ziemlich verschwitzt vom Training, und natürlich gut drauf, wie immer nach dem Training, und da steht dieses massive orange Müllabfuhrmonster mitten auf dem Zebrastreifen und blockiert die Kreuzung. Ich stelle mir oft vor, Müllmann zu sein. Toller Job. Ehrlich. Immer an der frischen Luft, ein Job voll Tempo und Anstrengung. Es sind alle, ausnahmslos, starke Jungs, ich würde gut dazu passen.  Und Fuckin gut bezahlt. Die Jobs sind so begehrt, dass sie praktisch nur als Erbe zu kriegen sind.

Aber am Steuer des Müllmonsters, saß, ganz weit oben, keiner dieser Lackeln. Ich erblickte einen sehr hübschen Lockenkopf. Verdammt. Eine Frau. Sie schenkte mir ein Lächeln und winkte, was bedeutete: Geh ruhig auf die andere Seite, ich fahr dich nicht übern Haufen. Ich lächelte zurück – und ging. Tatsächlich. Ich kam heil drüben an. Das war sehr, sehr nett…

Protest

Ich bin Mitglied der Grazer AutorInnenversammlung. Ich weiß nicht mehr genau, wie es dazu kam. Und weiß es immer weniger. Lange Jahre war ich eine Karteileiche, was nicht weiter auffiel, da der Verband keine sichtbaren Aktivitäten entfaltete. Nun ist es anders. Jetzt kriege ich regelmäßig Mails vom Vorstand.
Es sieht so aus, als wäre so eine Autorinnenvereinigung vor allem dazu da, gegen irgendwas zu protestieren. Warum auch nicht? Da steht immer was an. Und was sollte man auch sonst tun? Bei dreißig Euronen Mitgliederbeitrag.
Den besten Protest, finde ich, ist immer noch der Protest gegen sich selber.
Aber lassen wir das, und wenden uns dem neuesten Objekt des Protestes zu, den «Verhaltenstipps des BMI zum Schutz der eigenen Sicherheit bei Amok und Terror“, gegen deren Verbreitung der „Vorstand aufs schärfste protestiert.»

Unter diesem Link kann man nachlesen, wie das Innenminsterium und einige andere Sicherheitsleute sich das Verhalten bei einem Anschlag vorstellen.

https://www.bmi.gv.at/news.aspx?id=6F6A3849394C304F794A6F3D

Ich konnte nach der Lektüre nichts Verwerfliches feststellen. Im Gegenteil. Mir schienen die Tipps ordentlich und vernünftig. Ich denke, ich würde auch so ähnlich handeln. Auch ohne Ratschläge aus dem Innenministerium.

«Wir verwehren uns entschieden gegen diese Art von Panikmache und manipulativem Sprachgebrauch“, schreibt der Vorstand. «Es werden Bedrohungsszenarien entworfen, um Ängste zu erzeugen, die jeglicher realen Grundlage entbehren.»

Halleluja! Wie schön. Oder: Wie dämlich und/oder schwachsinnig muss man sein, dass man solche Sätze hinschreiben kann?
Wenn die Terminologie geändert wird, verschwindet damit auch das Problem. Das kann in letzter Zeit immer wieder erfahren werden. Und damit ist dann alles wieder gut. Oder?

Ich protestiere auf Schärfste gegen meine Mitgliedschaft in diesem Verein!

Buchpreis (io conosco i tedesci!)

Am 13. September sagte ich im Blog unter dem Titel „Die Kraft des Namens“ voraus, wer den deutschen Buchpreis 2018 gewinnen wird, und ich sagte auch, warum dem so sein wird.

Und so kam es auch.

Gute Nacht, Deutschland, schlaf weiter.

P.S. Im weiteren wage ich die Voraussage, dass das (halb) geschredderte Bild von Banksy nicht mehr 1, 2 Millionen kosten wird, sondern mindestens das Doppelte.

Schlaft weiter, Banksys aller Länder, die ihr glaubt den Kunstmarkt unterlaufen zu können!

Gute Taten-schlechte Taten?

Neulich spendete ich Geld für jesidische Musiker, die angeblich irgendwo in Ägypten gestrandet sind, und so dermaßen am Arsch waren, dass sie selbst ihr Handy verkaufen mussten. Das rührte mich. Man muss sich das vorstellen: kein Handy! In der Fremde. Man schaudert.
Das ist schon eine Weile her, und ich habe keinen Tau, ob es diese Musiker überhaupt gibt,und  wenn ja, wie es ihnen erging oder ob mein Raps einfach auf dem Konto eines Cleverkowskis gelandet ist.

Dann habe ich wieder gespendet, für die Ausbildung von Menschen in Sierra Leone oder so. Man wird sie mit meinem Raps zu Polymechs, Elektronikern, Bankangestellten und Ingenieuren ausbilden. Wenn sie ausgelernt haben, werden sie erkennen, dass es in ihren Ländern keine Jobs für so hervorragend ausgelbildete Leute gibt. Dann landen sie – wenn sie Glück haben -, auf der Aquarius und wenn nicht, auf dem Meeresgrund.

Ich denke, ich spende nur noch für die Bettler in meiner nächsten Umgebung. Es wird Winter, und es wird hart für die Jungs.

Déjà vu? Oder was.

„…Bei dieser Stimmungslage ist es sicher sinnlos, darauf aufmerksam zu machen, dass auch die meisten Männer Wut und Abscheu und Trauer empfinden über jede Vergewaltigung und jeden Mord. Zusätzlicher Ekel überkommt viele Männer jedoch  angesichts der Schamlosigkeit, mit der eine ermordete Frau zum Anlass genommen wird, um missliebige Meinungen anzuprangern und Leute einzuschüchtern…»

Jörg Fauser, 1984 in seiner Caliban-Kolumne „Die neuen Prüden.»

Ich habe diese Kolumnen wieder mal gelesen. Es ist, als läse man Kommentare zu 2018.

Schlager

Gestern hörte ich  durch Zufall die neuste Schlagerschnulze von Element of crime. Sie heißt „Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin“.
Ich bekam ein bisschen Gänsehaut. Nur so ein Hauch. Man nennt es auch Fremdscham.
Ich nehme mal an, dass die Element-Fans nichts von Helene Fischers Schlager halten.
Aber ich frage mich, wo denn der Unterschied ist?
Außer, das „Atemlos“ um Längen besser ist.

German disease

Geht ein deutscher Comedian zum Urologen – und macht einen Sketch daraus.
Und weil es ihm gefallen hat, und er es unglaublich sinnvoll findet, dass er es getan hat, ist er nun absolut davon überzeugt, dass ich, und alle anderen Prostatanten es auch tun sollten. Eigentlich tun müssten.

Das ist sein Sketch: Ich war beim Urologen, kriegte 5 Sekunden einen Finger  hinten rein. Ihr solltet es auch tun. Lass euch den gesalbten Finger reinschieben. Es ist wichtig! Es ist sinnvoll! Ich habe es getan. Ihr solltet es auch tun! Unbedingt. Das ist real fuckin’ german comedy!

Und es ist auch gleichzeitig die „German disease“. Und sie ist, wie der Comedian, nicht lustig, geistreich oder unterhaltend. Sie ist einfach nur Finger im Arsch. Sie nervt so ziemlich alle anderen.

Es gibt, habe ich mir sagen lassen, schon Leute die gewisse Parallelen zu weltbewegenden Themen neueren Datums erkennen können.

Ich finde, der Comedian sollte nicht zum Urologen gehen, sondern zum Psychiater. Aber danach müssen wir auch alle hin…