Hier: https://www.franzdobler.de/2019/02/04/jean-amery-und-die-bds-truppe/
Das Sprüchemuseum (111)
«Denn auf Grund der einen oder andere veröffentlichte Aussage zu meinen, man würde denjenigen so gut kennen, um ihn be- oder verurteilen zu können, ist überheblich dumm, einfältig, faschistoid.»
Reinhard Schwabenitzky, zur „Causa“ Andi Gabalier
Wir sagen: Wir erlauben uns, zu dieser Sache (Valentinpreis für Gabalier) keine Meinung zu haben. Aber wir erlauben uns auch, einen Lederhosenknappen der sich „Volksrock’n Roller“ nennt, einen Vollhiafler zu finden, auch ohne mit ihm ein paar Kühe gemolken und Schweine gehütet zu haben.
Und wir erlauben uns ebenso, einen Regisseur, der so etwas faschistoid findet, einen Vollkoffer zu nennen.
Das Sprüchemuseum (110)
„Der 67-Jährige halte mit seinen Cartoons der Gesellschaft einen Spiegel vor…»
Verleihung des Göttinger Elchs an G. Haderer.
Wir sagen: Wir hätten gerne einen Euro für jeden Spiegel der angeblich der Gesellschaft vorgehalten wird. Dann könnten wir endlich unsere Meth-Lady bezahlen.
Die Spiegel-Künstler, deren Zahl Legion ist, halten der Gesellschaft das Ding hin und der Gesellschaft gefällt was sie sieht.
Wir sagen nur: Spiegelt weiter, Burschen und Burschinnen, und lasst euch von den Bespiegelten schön bepreisen.
Schülerstreik
Auch in der Schweiz streiken nun die Schüler gegen die Klimaerwärmung. Hübsch.
Die Schweizer haben mit die größten CO2-Latschen. Weltweit. Ist gut, dass die Schüler gegen sich selber protestieren. Das ist der einzig wirksame Protest. Vielleicht sollten sie auch gegen ihre Eltern protestieren, die mit ihnen drei Mal im Jahr nach Überssee in den Urlaub fliegen. Ist schließlich ein Menschenrecht. Auf das verzichtet niemand gerne .
Das Sprüchemuseum (109)
„Die Keule der Beobachtung.»
Sarah Wagenknecht, von Die Linke oder Aufstehen oder was auch immer, zur Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz.
Wir sagen: Ja, Teufel auch! Die Keule! Was wird nicht alles gekeult? Die Keule der Ignoranz, die Keule des Hinsehens, die Keule der anderen Meinung, die Keule des Widerspruchs und die Keule des in Watte packen, und als Oberkeule: Die Keule der Keulenverweigerung.
Das Sprüchemuseum (108)
«Die Anführungszeichen waren, vom wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet, ein Fehler.»
Deutscher Buchpreisträger Robert Menasse, der in seinem Roman dem deutschen Politiker Hallstein erfundene Zitate in den Mund gelegt hat.
Wir sagen: Ja, an denen lags wohl.
Im Übrigen: Sind Preisträger nicht per se verdächtig? Siehe den Kitschreportagenverfasser Relotius.
Wir lassen uns aber nicht beirren. Wir glauben felsenfest an die Lüge.
P.S. Ich muss kotzen.
Songdog geht
in sein letztes Produktionsjahr. Fünfzehn Jahre sind genug.
Prosit Neujahr!
One for the road
Tag des neuen Jahres,
so lange Warten, und was ?:
ein Tag mehr.
Hôrô(1761 – 1845)
So ist es. Und ein Tag mehr, ist klar ein Tag weniger.
Ein verspätetes Weihnachtsgedicht
Das einzig wahre, wahre Weihnachtsgedicht
(es stammt von meinem alten Feind Henk, der es mir vor einigen Jahren zugeschickt hat. In einer toten Ente.)
Weihnachtsgedichte verfasste der Poet
trank dazu eine bouteille Moet
den Chandon ließ er weise stehen
es sollt ihm nicht wie letztes Jahr ergehen.
Als er mit Tippen fertig war
begab er sich zur Krippenbar
den Stapel Gedichte unterm Arm
Ochs und Esel hielten alle warm.
“He, Hirt, schenk mir mal einen ein
aber nicht von jenem billgen roten Wein,
nimm den trocknen, teuren, guten
sonst lass ich deine Nase bluten!”
Josef kam nun geschwind heran
ahnte Ärger mit dem Dichtersmann
„Gemach! du oller Zeilenschinder
hier im Raum sind auch noch Kinder.”
“Fein, dass ich dich hier noch sehe
hab Gedichte über Christkinds “Wohl und Wehe”
und hoffe sehr, du hast auch was für mich
denn umsonst da dicht ich nich.”
“Was heißt denn hier umsonst, du Löl
bist doch breit und längst im Öl
so eine Magnum Flasche Moet Chandon
ist als Gage wohl genug – pardon!”
So stritten Josef und der Mann der Worte
zuerst piano, adaggio und dann forte
in der Krippenbar gings richtig zu
selbst der Ochs wollt nun ne Kuh.
Der Streit schwoll an, s’war nicht mehr klass
Maria fand’s öd und ziemlich krass
sie wusste aus Erfahrung vergangner Zeiten
die Krippenbar ist ein beliebter Ort zum Streiten.
Als der Zoff zu einem Ende fand
und Maria Josefs Kopf verband
dachte blutend unser arm Poet
der Chandon war’s diesmal nicht, wohl eher der Moet.
Das Sprüchemuseum (107)
„Wenn die stille Zeit vorbei ist, wirds dann auch wieder ruhiger.»
Karl Valentin
Wir sagen: So ist es. Und man merkt es daran, dass sich die Karteileichen der näheren Zukunft auf den Weg in die Fitnessstudios machen, um ihre Neujahrsvorsätzen zu stemmen und unter dem Gewicht zusammenzubrechen.
