Der österreichische Bundespräsident Fischer rügte in einer Rede zur Eröffnung der Bregenzer Fetsspiele die USA. Jo mei, so was kommt gut in Ösicounty (und auch anderswo). Fett Antiamerikanismus, das mag der geneigte Wähler, und wir alle erinnern uns noch, wie neulich der UHBP Fischer mit dem Morales im Wiener Flughafen smalltalkte, während die österreichische Flughafenpolizei den Flieger nach Snowden (oder seinen abgebrochnen Fingernägeln: Sicherheitsrisiko!!) durchsuchte.
Mir hat noch niemand die Frage beantwortet, auf wessen Geheiß die Maschine von den Ösis durchsucht wurde.
Oba des is nix Neues in Austria: Zuerst den Mächtigen zu Willen sein, um ihnen dann, superpopulistisch und von hinten, ans Bein zu pissen.
«LaborBefund» 1-5
Nicht mehr allzu oft kommt es vor, dass ich, wie neulich, nach einem harten (körperlich, also richtigen) Arbeitstag müde im Bett liege und noch schnell in was Literarisches reingucke bis der Bizeps endgültig versagt, und dann -Achtung! jetzt kommt’s – einfach in den Texten bleibe, bis es keine ungelesenen Buchstaben mehr gibt.
Aber vor zwei Tagen so geschehen.
«LaborBefund» heißt die kleine Zeitschrift, und, «Literatur aus der Wirklichkeit» der Untertitel. 5 Ausgaben gibt es bislang von den Broschüren, herausgegeben von Andreas Balck und Ni Gudix, Berlin, zu Hamburg, zu Kölle.
Ich begann zufällig mit der Nr. 3 und las Poetry von einigen bekannten Herren, wie Benedikt Kramer, Urs Böke und von Hermann Borgerding, dessen neuer Gedichtband «Extraball. Prosaische Lyrik» von Florian Günther im «Drecksack» – wie mir scheint, völlig zu Recht – gelobt und gelobt und gelobt wurde, Poetry von Ni Gudix und Mario Thorban, von Marcus Mohr und dem guten Riesen Jerk Götterwind, Poetry vom Feinsten, da mitunter sackgrob und treffend, melancholisch und schön und wahr, und auch – nicht zu unterschätzen – immer auf den Punkt gebracht, und nicht zu vergessen, ja, im Gegenteil, irre erwähnenswert, die Stories der Damen: Das Schönste und Wahrste und Taurigste was ich je über eine Waschmaschine gelesen habe, und zwar von Saskia Prüß, und überhaupt nicht zu vergessen Gesine Skoerat, die eine gelassen bitterhonigliche Beschreibung des fortschreitenden Alters, ihres Alters, lieferte, und zwar jenseits jedes Brigitte-woman-journalismus.
Eine kleine Kritik zum Schluss, aber mehr als Anregung gedacht: Mehr von diesen kurzen und starken Stories.
Ich bin euer Fan…
www.laborbefund.jimdo.com
E-Mail: laborbefund2013@yahoo.de
Preis pro Ausgabe: läppische 3 Euronen
Je te salue, Frédéric Louis!
Keine Anreise dauert so lang, wie der Tausch eines hinichen Modems in den Bergen. Was haben Modems in den Bergen verloren? In einem Cabinartigen Haus, wo das Duschwasser mit Holz aufgeheizt werden muss. Nun gut, wir sind angekommen. Unterwegs warfen wir, wie immer, einen Blick über den Thunersee, rüber nach Sigriswil (Foto), wo 1887 ein gewisser Frédéric Louis Sauser geboren wurde, in diesem Bauerndorf über dem See, ein Mann, den es nicht lange dort hielt und der sich, das Familiensilber in der Tasche aufmachte, berühmt, berüchtigt und verletzt zu werden. Berühmt wurde er unter dem Namen: Blaise Cendrars.
Und ich bin in der Nachbarschaft von Sigriswil ebenfalls groß geworden, und ebenfalls blieb ich dort nur so lange, wie es sein musste. Meine Familie besaß leider kein Familiensilber.
Das ist heute noch spürbar.
In den Bergen l.
Wer in die Berge fährt, muss anreisen. Auch, und sowieso, wenn man aus Wien startet. Denn hinter dem Prater beginnt die Taiga, und außer dem Kahlenberg gibts nichts bergiges, und der Kahlenberg ist einfach ein gutmütiger Oschi um den die Donau herumkurven muss. Soll sie doch.
Aber warum in die Berge? Das ist leicht zu beantworten: Weils im Sommer in den Bergen nicht heiß ist. Weils des öfteren regnet. Weils still ist. Die Luft frisch. Die Mitmenschen auf Abstand.
Gut. Wir sind am Anreisen. Stecken noch am Fuße der Voralpen fest. Stecken gerne fest. Freunde, Bier, Geschichten und Gelächter.
Morgen sind wir dann dort. «Am alten Gleis». Hier der Link:
Gucken.
Zwischenfrage
Für Österreich war es sehr wichtig, dass das Land wieder mal im Blickpunkt des Weltinteresses stand, als man die Maschine von Boliviens Präsident Morales herunterholte und in Wien landen ließ. Ja, ja, das ist echt very important. «Seitenblicke» auf dem Politparkett! Und es ist immer wieder äußerst hübsch, und, voll Strebertums, wenn österreichische Politiker das Verhalten anderer Länder kritisieren: Das war natürlich nicht korrekt, den Morales da runter zu holen. Da waren wohl einige Staatschefs, wir wollen keine Namen nennen, dem Ami wieder mal zu Willen, nicht wahr?
Ich frage mich nur, warum keiner der Journalisten danach gefragt hat, auf wessen Geheiß die österreichische Flughafenpolizei den Präsidentenflieger nach Snowden durchsucht hat? Und warum?
Nochmal Fauser
Die Rede Köhlmeiers ist hörenswert. Wer sie gestern verpasst hat:
http://bachmannpreis.eu/de/multimedia/4401
Fauser an TDDL 2013
Mit folgendem Link geraten die sich Interessierenden (PC, you know) an jenen heimeligen Ort, wo der Köhlmeier Michael seine Hommage an den Jörg Fauser halten tut. Heute Abend um 20h30.
http://bachmannpreis.eu/de/information/3890
So hoffe ich doch.
Watch it.
Jörg Fauser erneut beim Bachmannpreis
Am 3. Juli hält der österreichische Autor Michael Köhlmeier die Eröffnungsrede zum Ingeborg Bachmannpreis: Eine Hommage an Jörg Fauser soll es werden.
Die letzte Rede?
Würd’s nicht gerade so schön passen?
Fauser schließt den Laden…
Angeben und Tragen
Was mich interessiert ist, wann – nach einigen Tagen Grant-Absenz (bedeutet auch Wien verlassen zu haben), mich der Zorn wieder anspringt. Wann und wo und wie.
Nach fast einer Woche auf Tour, mit und bei Freunden, bei Bier und Symphathie (Antipathie auch), mit Büchern und Musik, mit Lesen und gelesen werden, fern jedes jähen Zorns, erwischte er mich doch, als ich nach zwölf Stunden Fahrt, am Südtirolerplatz aus der U-Bahn stieg: Der Zuggriff des Rollkoffers ließ sich nicht mehr ausfahren. Aber gar nicht mehr. So überhaupt nicht mehr.
Und so kam es, wie es kommen musste: Ich schleppte trug schulterte den 25 Kilo schweren Koffer nach Hause. Fluchend und verfluchend.
Aber es half nichts. Ich bin ein Träger. Von Berufs wegen. Wenn ich nichts herumtrage, habe ich Urlaub, bin frei. Und froh. Als Kind wollte ich Fallensteller werden, Trapper, durch die Wälder streifen, den Flüssen entlang. Unbeladen. Mit Gewehr und Messer. Ich wollte und will nichts besitzen. Es lebt ein Eremit in mir, der Erlösung sucht. Nichts mehr herumtragen müssen. Dabei kann ich es so gut.
Am Sonntagmorgen, oben auf der «Kalten Buche», beim Abbau und zusammenräumen der «Provinzlesung» packte ich 4 volle Kisten Bier auf einmal. Ich wollte angeben vor den Kollegen. Denn es sieht gut aus, wenn einer in jeder Hand zwei volle Bierkisten trägt. Leicht, mühelos und elegant solls schon sein.
William Cody Maher rief in den Morgen hinaus: «Du musst bei meinem Bruder arbeiten. Der hat eine Umzugsfirma in San Francisco. Der sucht Leute wie dich. Kriegst sofort eine Greencard!»
Da kam er ein bisschen zu spät, der Cody.
Ja. Sowas kann ich gut. Angeben und Tragen.
Beides mag ich nicht.
Was soll man da nur machen?
Lesung, heute. In Augsburg:
Wer freut sich nicht auf den Regen von heute Abend, hier, in Augsburg, kurz bevor die «Monster»-Lesung des «Superbastard #4» begonnen haben wird? (Wir brauchen diesen Regen, bitte, bitte…)
Im «City-Club», beim Königsplatz, mitten im Herz der Lieblingsmetropole von Franz Dobler.
Man weiß es nicht, aber vielleicht verderben zu viele Autoren die Saalluft? Vielleicht werden wir alle zu Slams und brechen unsere 7 Minuten-Texte ab? Der Sieger kriegt eine Flasche frischen Sauerstoff?
Geunke.
Fürwahr.
Oba wos wüst? In der Hitz?
Man sollte es sich merken: 1. Im Sommer konnst nix mochn. 2. Wends wos mochn wüst, mochs ned im Summa, mochs im Frühling, oba auch nur, wenns no nid Summa is. 3. Mochs im Heabst, wenns no nid so koid is, oba a nid zu woam, also so, dass nimma draußen sitzen konnst, oba no nid daham bleiben wüst.
4. Machs, wie’s kommt. Es ist eh wurscht.


