Es ist nicht der „Spruch des Jahres“, es ist der Spruch der letzten Dekaden, und ich kann ihn schon genau so lang nicht mehr hören: Er/Sie hat ihre Bestes gegeben. – „Ich werde mein Bestes geben. – Ich habe mein Bestes gegeben.
Er gehört in die Dämel-Kategorie zusamenn mit: Man ist nur so alt wie man sich fühlt. Und: Der Weg ist das Ziel. -Oder: Du kannst alles schaffen, wenn du willst. – Lebe deinen Traum und träume nicht das Leben.
Gestern Nacht traf sich die Haute Volée des TikTok-Imperiums in Miami, zu abertausenden, um den von Netfilx live übetragenen Fight des Influenzers und MMA-Fighters Jake Paul gegen den Ex Boxweltmeister im Schwergewicht Anthony Joshua zu begrölen.
Es kam natürlich wie es kommen musste.
Der deutsche Kommentator redete soviel Unsinn wie normalerweise nur deutsche Links- Politiker, denn er musste dem auf der Ringflucht befindlichen Influenzer immer wieder mal „Er hat sein Bestes gegeben“ attestieren, bevor dem die Luft auf seiner Flucht ausging und er mehr auf Höhe des Geschlechtsteils von Joshua kniete, als wäre es sein sehnlichster Wunsch, noch hier im Ring, einen Blow-Job zu absolvieren. Das wär vielleicht sein Bestes gewesen. Aber in Runde 6 kassierte er die verdienten Hämmer, und vorbei wars mit: Du kannst alles schaffen wenn du nur willst. Aber der Weg war in diesem Fall sicher nicht das Ziel, denn das Ziel war bestimmt die Millionen-Gage.
Vielleicht hat sich im vorherigen Kampf: Tyson gegen Paul, der 58-jährige Tyson auch nur so alt gefühlt wie ein dreißig Jähriger, aber sein Körper hat ihm dann gezeigt wie alt er ist. Nämlich genau 58.
Insgesamt war der Kampf, und vor allem das Resultat, zumindest auch für mich zufriedenstellend. Ich habe auf jeden Fall nicht mein Bestes gegeben um ihn anzusehen, und ich fühlte mich dabei genau so alt wie ich bin: 19. Und all meine Träume, die zu erreichen ich noch ein paar Leben brauchen würde, können mir gestohlen bleiben. Ich weiß nicht, ob ich immer mein Bestes gebe. Vermutlich eher nicht. Aber woher soll ich wissen, was mein Bestes Ist?
Aber wie schon der großartige Schweizer Dichter Peter Morger sagte: Es gibt keine Illusion die ich nicht hatte.
