Neulich, als wir zu zweit wieder mal die Auswirkungen des Massentourismus diskutierten (zur Zeit blicke ich auf einen irren Hotspot dieses Phänomens herab), diese schwer erträgliche, nervenzersetzende Invasion, die jeden Ort in einen Dauerdemozug verwandelt, erfuhr ich, dass ich schuld daran bin. Ich, und meinesgleichen. Aber vor allem ich.
Wer sich nun fragen mag, warum ich schuld bin, dem ist zu sagen, dass meine Schuld darin besteht, dass ich vor Dekaden nach Griechenland (und wohin auch sonst) aufgebrochen bin, und unglaubliches erlebt, und dann in einem Buch davon berichtet habe.
Dieses Buch mit einer Millionenauflage fiel dann auch in die Hände von Saudis, Brahmanen, Koreanern und Chinesen, die dann so getriggert wurden, dass auch sie überall hinwollten.
(Die Tantiemen für die Millionenauflage stehen allerdings noch aus.)
Und während ich und „meinesgleichen“ auf unseren Fahrten nichts mehr suchten als den Kontakt zu den Einheimischen, sehr respektvoll und neugierig und schüchtern, haben die neuen Travellers, meine Nachfolger, nichts anderes im Sinn, als sich selber zu spiegeln.
Aber ich bin trotzdem schuld. Hätte halt zuhause bleiben, und die Tinte halten sollen, dann wären all die Millionen auch nicht aufgebrochen.
Tja, so ist das eben, wenn man erst verreist und danach darüber nachdenkt, was die Folgen sein werden.
Ich bitte all jene um Verzeihung, deren Existenzen zunehmend durch meinen Fehler ruiniert werden, weil sie einfach keine bezahlbare Wohnung mehr finden. Nicht zu reden von all dem andern Unbill.
Wäre ich immer noch praktizierender Christ wüsste ich, dass ich nicht schuld bin, daja Jesus sich für alles schuldig erklärt hat. Aber leider, leider ist dieser Zug abgefahren. Er ist vollgestopft mit meinen Millionen Followern, die alle mein Buch gekauft haben.
Sorry!
