Ad Infinitum oder einfach «Déjà vu»

Auf der Suche nach bestimmten Textstellen blätterte und las ich heute in meinem Buch „LOG – Aufzeichnungen 2008/2009 – Wien-Wald (AR).

Ich fand was ich suchte, und stieß dabei auch Einträge die ich nicht gesucht hatte.

Der untenstehende ist datiert vom 12. Januar 2009.

Die Linke: “Wir sind alle Hamas!”

“Wir sind alle Palästinenser!”, skandierten angeblich 7000 Tausend Demonstranten
in der Schweizerhauptstadt. Das ist falsch. Das waren keine Palästinenser. Man vernahm doch nur das Echo der traditionell antisemitisch und antizionistisch ausgerichteten Schweizer Linken. “Wir sind alle Hamas!”, käme dem Kern der Sache schon näher. Im Ostschweizertagblatt konnte man ein Demofoto bewundern, auf dem ein Palästinensertuch drapierter Demonstrant ein Transparent hochhielt:
“ISRAEL: Eine Schande für Jerusalem!” Alles klar? Die Schweiz: Eine Schande für Bern! (Und Palästinensertücher gelten übrigens auch an Orten für schick, wo Ausländerköpfe mit Springerstiefeln zusammengetreten werden.)

Die Linke tut so, als solidarisiere sie sich mit den Leiden der Palästinenser, als sei sie gegen diesen Krieg. Ist sie aber nicht wirklich. Sonst könnten sie sich auch mit den Leiden der israelischen Zivilbevölkerung, die seit Jahren täglich unter Kassam- Beschuss steht, solidarisieren. Tut sie aber nicht. Die Linke ist seit den 70-iger Jahren gegen den “Vassallenstaat Israel”, gegen den “Handlanger des US-Imperalismus”, gegen den “zionistischen Unterdrückerstaat”, gegen die “US-Imperialistische Militärbasis” im Nahen Osten. Und so weiter und so fort.

Als Teenager hatte ich eine Weile Umgang mit Kommunisten. Es erstaunte mich, mit welcher Verve und mit welchem an Hass grenzenden Eifer, sie ihre verbalen Angriffe gegen den Staat Israel ritten. Seltsam: Ein paar Jahre zuvor, während des “6-Tage Krieges”, verkauften wir als Schulkinder noch Jaffa Orangen für die “Schweiz des Nahen Ostens”, die nach uns, so kursierte allerorten die Fama, die stärkste Armee der Welt haben sollte. Damals gab es Applaus und Bewunderung für das kleine, kampfstarke Land, das sich, umgeben von mächtigen Feinden, entschlossen und klug behauptete.

Die Linke sah das aber anders. Und die Rechte sieht es heute auch anders. Irgendwie so wie die Linke. Es ist so ein bisschen wie in Wien, wenn der Trachtenseppl mit dem Antiimp einträchtig nebeneinander sitzend, mit der Tram von der Demo nach Hause fahren. Dass da möglicherweise etwas nicht stimmen kann, diese Idee dräut vielleicht dem einen oder anderen, aber wenns um die gerechte Sache geht, kann man ja schon mal ein Auge zudrücken. Hat ja Tradition.

In London gabs am Wochenende bei den Demos gegen Israel richtig Rabbatz. Da marschierten der Künstler und der Intellektuelle neben dem Islamisten, der sich, nach den Aussagen eines Erz-Bischofs, berechtigte Hoffnung auf die Einführung der Scharia in GB machen darf. Und dann gleich noch ein bisschen Hass rausgelassen.
Auf die englischen Cops. Die besonders viel Schuld an diesem Krieg tragen.
Wie wir Palästinenser alle wissen.
Oder wars wegen was anderem?
Oder isses eh schon wurscht?
Oder was?