Im Reich des alten Mannes

Wenn man mich fragen würde, was einem bei einem Spitalsaufenthalt (den ich gerade absolviert habe) am meisten stresst, würde ich sagen, dasselbe wie im Nicht-Spital. Smombies, Phoneholes, Bauschlöcher und Qutschbalkanier (um nicht ein anderes Wort zu gebrauchen). Plus noch der Kontrollverlust, die erzwungene Aufgabe der Selbständigkeit, dann noch der schlechte Fraß, die Hitze. Dann gäbs noch die Schmerzen und das Geschnarche des Mitinsaßen, aber dagegen lässt mit einfachen Mitteln etwas tun. Gegen Smobies, Phoneholes, Labertaschen und lärmende Bauschlöcher nicht.

Man muss sie aushalten, wie „draußen“ auch, allerdings ohne jede Fluchtmöglichkeit. Nur kurze, äußerst umständlich zu absolvierende Ausflüge in den Park, zusammen mit Infusionsständer – von mir „Buster“ getauft – Blasenkatheter, und als tragbares Handgepäck der Plastikbeutel mit dem grenadinesirupfarbenen Inhalt. Und immer auf der Hut, ja keinen zu vergessen, keine schnellen Bewegungen, und, fuck the buck, nicht auf die Schläuche treten! Geschieht natürlich trotzdem.

Auch wenn das Personal, die Pflegerinnen und Pfleger, die verschiedenen Ärzte und Chirurgen absolut freundlich sind und darauf achtgeben, dich nicht zusätzlich zu stressen, war ich permanent gestresst und genervt. Blutdruck 180/105. Und mehr. Selten weniger. Was auf jeden Fall auch daran lag, dass an meinem 44 cm Oberarm gemessen wurde, wo ein Teil des aufgebauten Drucks – nachweislich – dabei drauf ging, meinen Bizeps zu überwinden und zur Arterie durchzudringen. Anyway, nicht so gesund, so ein Druck.

Nach 4 Tagen war ich raus. Mit dem Gefühl, aus dem Knast entlassen worden zu sein. I’m free!
Und nun bin ich rekonvaleszent, wie man so sagt. Auch nicht besonders cool. Vor allem, weil ich nix tun darf. Kein Gewichtstraining, kein Fahhrradergometer, nichts heben, was mehr als 10 Kilo wiegt. Nur spazierengehen und schwimmen. 4 Wochen lang.

Aber ich will mich nicht beklagen. Kommt vielleicht ganz gut, so eine Pause von fast allem Gewohnten. Who knows.
Wie gesagt: wenn man mich fragen würde, was beim einem Spitalsaufenthalt am meisten stresst …
Aber mich fragt ja keiner, darum behalt ich’s auch für mich. Sorry, friends …