… meiner Gutgläubigkeit.
Ich habe tatsächlich den Prognosen für einen „Höllensommer“ geglaubt, eines Sommers, der jeden bislang aufgestellten Hitzerekord -sozusagen – in den Schatten stellen wird. Der Juli sollte es sein.
Im Juni war ich noch überzeugt, dass dieser Sommer (wir hatten in Wien ja schon einige 34, 35, 36 Gradtage) mir richtig einheizen würde. Nicht nur mir. Uns allen.
Wären die Prognosen in die andere Richtung gependelt, und hätten uns das tatsächliche, das etwas kühlere und durchwachsene (Regen)wetter prognostiziert, wäre ich überaus skeptisch gewesen. Warum?
Es sieht ganz danach aus, als wäre ich empfänglicher für das Negative. Als ich auf dem Lungenröntgenbild zwei helle Punkte ausmachte, war der Fall klar: Ich hatte Lungenkrebs. Google lieferte mir einiges an genau dahingehender Info. Ich hatte ca. drei Stunden Zeit, mich mit der Tatsache abzufinden, dass ich Krebs hatte, denn danach erst wurde die schriftliche Diagnose geliefert. Nun gut, ich habe Krebs. Was Wunder. Warum denn nicht? Viele haben Krebs. Warum nicht ich?
Die schriftliche Diagnose bescheinigte mir völlig intakte Lungen. Ich habe keinen Krebs. Nicht den Hauch davon.
Vielleicht sollte ich eine Therapie machen, dachte ich, der Sache auf den Grund gehen, diesem Hang, immer vom Übelsten auszugehen.
Aber wie schon mal ein aus Österreich geflüchterter, und deswegen den Holocaust überlebender Jude sagte: Die Optimisten blieben und gingen ins KZ, die Pessimisten gingen weg und überlebten.
Vielleicht dann doch keine Therapie …
