«Die Sprache kommt zu wenig zur Sprache.»

Die „Buch Wien“ tut etwas, was viele sich längst herbeiwünschen: Eine Jury kritisiert Rezensenten, die Bücher besprochen haben. Und wenn man das als Fortschritt ansehen mag, dann könnte man ja auch die Jury kritisieren, die Rezensenten kritisiert, die Bücher und Autoren kritisiert haben.

Falls ich das täte, wäre wieder eine Kritik fällig, die meine Kritik an der Kritik kritisert, was natürlich sofort Kritiker der Kritik der Kritik der Kritik auf den Plan rufen muss.

Mir gefällt das ausgezeichnet. Ich war schon immer ein Bewunderer des Beamtenapparats, der nur einen einzigen „Fall“ braucht, um bis in alle Ewigkeit dieses Ding hin-und-herzuschieben ohne jemals zu einer Entscheidung zu kommen.

Und da die Buch Wien in Österreich stattfindet, darf natürlich der Satz: „Die Sprache kommt zu wenig zur Sprache“ nicht fehlen.
Was wiederum dem Beamtentum nahekommt: Die Sprache genügt sich selber, wenn sie nur genügend zur Sprache kommen kann. Dann brauchts noch ein bisschen Schweigen um die Nazivergangenheit eines Onkels, und fertig ist der Bestseller.

So, jetzt wär wieder eine Kritik fällig …

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