Die Hamas-Fans scheinen auch den ESC in Basel im Griff zu haben, und das Rich-Kid-Gesindel hat kein Problem damit, eine israelische Sängerin, die das Massaker der Palästinenser am 7. Oktober versteckt unter Leichen überlebt hat, verbal und physisch zu bedrohen, sowie jede Person, die sich als Fan der Sängerin zu erkennen gibt.
Nichts Neues. Der linke Antisemitismus erlebt ein Revival, wobei er ja nie wirklich weg war. Es gelang ihm einfach, mit dem Finger nach Rechts zu zeigen.
Ich wurde gefragt, ob mir die leidenden Palästinenser denn nicht leid tun.
Doch, auf jeden Fall. Genauso, wie die abscheulich massakrierten Israelis den Palästinenser leid tun.
„Stern“ goes Theater (3)
Am Mittwoch 14. Mai ist Derniere der szenischen Lesung meines Romans „Stern“. Letzte Chance, die unterhaltsame, gelungene und auch musikalisch interessante Performance des Kellerbühnenensembles St. Gallen, zu sehen und zu hören..
Diesmal nicht im Theater sondern im „Raum für Literatur in der Hauptpost St. Gallen». Next Bahnhof. 19h.
https://www.sg.ch/news/sgch_kantonsbibliothek-vadiana/2025/04/stern.html
Der Papa ist installiert
Nun geht es einfach weiter, mit der Papa-Mania.
Und er hat schon den ersten Hammer gelandet, der amerikanische Papa. Die Fans sind außer sich vor Freude. Denn dieser Papa ist – und jetzt fällt der Hammer – ist … für Frieden!
Mein Gott, wer hätte sich sowas ausdenken können? Er ist für Frieden! Halleluja, Ehre sei ihm.
Das zeichnet ihn aus. Er ist für Frieden.
Nun, ich wende ein, dass eigentlich alle für Frieden sind. Außer Putin, der Irre aus Nordkorea und zwei drei Arschlöcher mehr.
Selbst ich bin für Frieden. Wer hätte das gedacht?
Hiermit verkünde ich: Ich bin für Frieden.
Ich erwarte grenzenlosen Jubel. Also los, Fans, jubelt…
Der neue Papa ist in Arbeit
Wann immer man das TV einschaltet, ist nicht Prime-time, sondern Papa-time, und selbst in den säkularsten Spieleshows wird rechts oben in der Ecke der schwarzrauchende Kamin des Konklave eingeblendet. Mehr Papa-show war nie, mehr in leuchtendes Rot gewandete Greise, die in Zweierreihen tausend Meter hohe Hallen abschreiten, gab es niemals. Das heißt, es gab sie schon, aber wir wurden verschont, und mussten es nicht mit ansehen. Warum? Es schien eine Zeit zu geben, als ein Leben ohne Papa nicht sinnlos erschien, sondern eher wünschenswert.
Die Depandancen des Peterdoms erfreuen sich normalerweise am Besuch von Millionen. Nur nicht während der Gottesdienste, da ist eher tote Soutane, denn dann lassen sich nur die asiatischen Touristen nicht von der handvoll Gottesdienstbesucher vom Selfiemachen abhalten.
Aber wer mag besser wissen, als die katholische Kirche selber, dass „No business, like Showbusiness“ gilt. Und da so ein Papa meist lange im Amt ist, muss man die Gelegenheit nutzen, wenn es mal einen Wechsel gibt. Ich, der ich ja schon einige Dekaden auf Erden weile, erlebte nur 4 Päpste. Den Johannes XXlll, Paul Vl, Johannes Paul ll, Benedikt (wirsind Papst) XVl, und eben den gerade durch den Medienfleischwolf geshangheite Franziskus.
Sind alle 17,25 Jahre ein Papa. Oder 0,0579 Papa pro Jahr. Nicht gerade viel.
Und falls es jemanden gibt, der das als eine Frivolität empfindet, dem sei gesagt, dass die Stunden in denen ich mich in katholischen Messen gelangweilt habe, den Tausender schon zwei, drei, vier Mal voll gemacht hätten, wenn ich der Sache nicht mit 16 einen Riegel verpasst hätte.
Aber als gelernter Kathole darf ich Witze darüber machen, so wie die Schwarzen „Nigga“ sagen dürfen, und ich nicht.
Aber so eine streng katholische Erziehung, wie man sie mir angedeihen ließ, hat doch einige Vorteile. Einer davon ist, dass sie wie eine Impfung wirkt. Und zwar nicht nur gegen den Katholizismus, sondern gegenüber allen Versuchen jeglicher dogmatischen Ideologien (Tautologie, ich weiß), in meinem Geist zu ankern.
Ich anerkenne, dass es viele aufrichtige und fromme Kirchenleute gibt, die Gutes am Mitmenschen tun. Fraglos. Es sei ihnen gedankt. Sie sind Beispiel. Sollten Beispiel sein.
Ein bisschen Verwunderung bleibt. Warum nur ist das mediale Interesse an der ganzen Papa-Sache so abartig aufgepudelt? Bin ich der einzige, dem der Zirkus nicht nur nichts sagt, sondern der auch schon ein bisschen genervt ist? Außer vielleicht dem ein oder anderen Muslim und Juden. Wobei ich von denen auch welche in die Elisabthenkirche bei mir um die Ecke tappen sehe. Verkleidet als Touristen, und deren Blicke mich streifen, wenn ich draußen vor dem Eingang sitze und einen „Porsche“( ©M. Schütz) paffe, und mich an den kleinen Kindern erfreue, die die fuckin Tauben herumscheuchen.
Aber der Zirkus ist viellecht gar nicht so verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Massen heute von jeglicher Politik frustriert, enttäuscht, angewidert und angepisst sind, so dass sie sich von so einem Papa einfach etwas anderes erhoffen. Vermutlich das Gegenteil: Frieden, Freude und Wahrheit. Aber was weiß ich schon, ich, der alte katholische Atheist, der ich bin.
Möge der neue Papa viel Gutes versuchen. Schwer genug wird’s sowieso.
Buena suerte, Papa!
Le Coq est mort
Es gibt keine treffendere Illustration des schönen und wahren Karl Valentin Wortes als gerade jetzt, wo der Papst „zum Vater“ aufgestiegen ist: „Es wurde schon alles gesagt. Aber noch nicht von allen.“
Und bis der letzte Hinterbänkler, der letzte Dorfpfarrer einer 4-Seelengemeinde, jeder bekehrte Atheist, und jeder Dom-Pfaff, jede katholische „Sexarbeiterin“ und jeder bigotte Knastbruder seinen Seim zum Pappa in der Öffentlichkeit abgestreift hat, werden noch Wochen vergehen. Wochen, in denen es für mich kein Fernsehen, und nur noch Radio mit klassischer Musik geben wird.
Nicht, das dies explizit schlimm wäre, aber es ist nicht frei gewählt. Und sowas hasse ich einfach.
So, jetzt habe ich mich auch eingereiht, in die beinahe endlosen Reihen, der Wortspendenen. Geschieht mir und euch ganz recht.
Besondere Kennzeichen und Merkmale
- – Keine Tattoos
– Trägt Schuhe und keine Sneakers - – Ist in der Lage schon mal 2 Minuten ohne Phone auszukommen
– Fußgänger
– Libertär
– Wurde schon mal mit einem richtigen Buch gesichtet
– Hält Ansammlungen von mehr als 4 Menschen für einen Deppenhaufen
Um schonendes Anhalten wird gebeten …
Witz-Zölle
Welke, Böhmermann, Klien, Grissemann und Stermann und Artverwandte, sie alle sollten 80% Witzzoll an Trump entrichten. Das könnte dazu führen, dass sie ihre „Satire“ nicht nur an Trump ausrichten, sondern wieder mal versuchen, witzig zu sein.
Ein bisschen fies aber auch wahr
Bald ist Wienwahl.
Die GRÜNEN heischen um Aufmerksamkeit mit dem Plakat-Spruch_
«Ihr könnt „Klima“
nicht mehr hören.
Wir die Vögel.»
Ich auch nicht.
Wegen des Baulärms, für eure schick renovierten Altbau-Wohnungen im Bezirk.
Und wieder und wieder
erzählt mir die Zeitung, wie beschissen es der Bauwirtschaft geht, und auch der Gasttronomie.
Echt jetzt?
Ich lebe seit acht Jahren auf einer Baustelle, ich bin surroundet mit Baustellen, über, unter, vor, hinter, daneben, links, rechts Baulärm. 6 Tage die Woche.
Und man kann anderswo keinen Schritt in dieser Stadt machen ohne die Karawanen der Kastenwagen und Firmenfahrzeuge zu sehen und dabei den Lärm von Elektrohämmern aus den Fenstern zu genießen, und dem Cluster von mampfenden, stumpfsinnigen Bauschlöchern in den Supermärkte ansichtig zu werden.
Und wenn ich mal, was selten vorkommt, wegen all der Tourons die in die Lokale drängen, mal ein paar Drinks in meinem Stammlokal zu mir nehmen möchte, passiere ich auf dem Weg dorthin etwa sieben Lokale. Sie sind alle propenvoll. So auch mein Stammcafé.
So, ihr Arschlöcher der Medien, vielleicht solltet ihr mal rausgehen und euch ansehen, was wirklich los ist, als das dumme Zeug anderer Arschlöcher abzuschreiben.
Wär das was?
Peter Bichsel 1935 – 2025
Zum seinem 80er habe ich ihm noch auf diesem Blog gratuliert. Zu seinem 90er in ein paar Tagen hätte ich es ganz bestimmt wieder getan. Aber er mochte nicht warten, er machte sich davon.
Im Mai 2019, bei den Schweizer Literaturtagen in Solothurn habe ich ihn gesehen, natürlich im Gastgarten des „Kreuz“, seiner Stammbeiz. Er hielt „Hof“ und ein Kollege von mir (Name der Redaktion bekannt) hat sich dazu gesetzt, und danach sagte ich zu meinem Kollegen: „Der Bichsel sieht gut aus mit seinen 84 Jahren“, und der Kollege sagte im Stil eines Schamanen: „Hm, das wird sein letzter Sommer sein.“
War es nicht, wie wir wissen.
Peter Bichsel war ein Dichter. Ein großer. Und er wäre auch einer gewesen, hätte er keine einzige Zeile geschrieben. Und er war ein Sozialdemokrat, ein Linker, aber einer dieser richtigen Linken, die ein Herz und Hirn für die Arbeitenden hatte. Und das, dem Vernehmen nach, ist er auch geblieben. Nona, wie man hier sagt. (Wie auch nicht)
Was den Unterschied ausmacht, zwischen einem linken Dichter und einem reinen Ideologen kann man in dem Buch von Niklaus Meienberg „Reportagen aus der Schweiz“ zweifelsfrei erkennen: Das Vorwort von Bichsel ist immer noch so lebendig und frisch, wie damals, als das Buch 1974 erschien. Die Texte von Meienberg: hölzern und staubbehaftet.
Bichsels schmales Werk hat mich nie besonders interessiert, es unterscheidet sich vielleicht zu stark von meinem, aber ich habe ihn immer verehrt. Und als er für den Film „Zimmer 202“ in Paris im Hotel Paris abstieg und die ganze Zeit über, bis auf kleine Gänge um den Block, in eben dem Zimmer 202 blieb, war ich einfach nur sein Fan. Paris, und der Mann bleibt einfach im Zimmer! Das war nur cool. (Gibt’s übrigens auf Youtube).
Was mich ihm sicher auch näher brachte, war sein Zug zum Alkohol. Da hatten (und haben) wir etwas geminsam.
Er wird nun in den internationalen Nachrufen als größter und einziger Intellektuelle der Schweiz gehandelt. Mag sein. Mag auch nicht sein.
Er war ein Dichter, und das, finde ich, reicht vollends.
