Virus heiraten

Vor zwei Tagen schrieb ich: «Ende der Woche werden wir zehntausend Neuinfektionen haben. Neuer Pandemierekord. Wetten?»

Wette gewonnen! Wie schön.
Endlich wieder mal ein österreichischer Rekord. Wir gratulieren, und plädieren dafür, dass den Ungeimpften, die nun ins Spital strömen werden, gemäß dem Kärntner Kleinwüchsigen FPÖ-Chef, eine Schachtel Paracetamol, eine Schachtel Ibuprofen und eine Packung Pferdewurmittel eingehändigt und sie dann nach Hause geschickt werden. Das soll ja laut FPÖ ausreichend sein.

Wir nähern uns rapide einem erneuten Lockdown, und die Gastro, die eh nie die Massnahmen kontrolliert hat, ruft jetzt schon nach staatlichen Mitteln. Fuck’ em, würde ich mal zart hauchen.

Österreich ist nun noch zwei Viren von einem von Deutschland gewerteten Hochrisikoland entfernt, und dann wird’s a bisserl eng mit den deitschen Schiforan, und dann wird’s … eh, wuascht.

Immer dasselbe machen und andere Resultate erwarten. Das ist nicht die Definition von Wahnsinn, sondern von Österreich.
Und heiraten kann ma des Virus a net …

S’is ewig schad!

Lügenkultur

Österreich ist das Land, in dem alle immer alles richtig machen, und sich penibel an Vorschriften halten, und trotzdem kommt es, wie im Falle von Corona Clustern in Heurigenbeisln usw., zu massigen Infektionen. Ende der Woche werden wir zehntausend Neuinfektionen haben. Neuer Pandemierekord. Wetten?

Natürlich kann niemand etwas dafür, denn alle halten sich an die Regeln, wissen die Verantwortlichen, die kontrollieren sollten.

Dass sie das nicht tun, davon kann sich jeder selber überzeugen.
Niemand kontrolliert. Außer in dem Gym in dem ich mich herumtreibe.
Aber vielleicht kontrollieren sie auch nur mich. Um mich in Sicher heit zu wiegen.

Die Lüge gehört in diesem Land zur Volkskultur.

Hier ein überzeugender Tatsachenbericht:

https://www.derstandard.at/story/2000130829206/wie-wurscht-oesterreich-die-coronamassnahmen-sind

Zeug

Man schickt mir Zeug. Fast immer aus Papier. Es sind Kataloge von Firmen, bei denen ich mal eine Hose gekauft habe,und die mich nun mit kiloschwerem Zeug beehrt, ich bekomme Einladungen zu Theaterzeug, werde aufgefordert wieder einmal einen Abend mit Vorträgen über H.C. Artmann zu verbringen oder eine Vernissage zu besuchen, die junge Künstlerinnen ausrichten, wo mir die Welt und das Gendern nahe gebracht werden soll, ich kriege Literaturzeitungen die ich nicht mehr lese und eigentlich nur aus Faulheit und Feigheit noch nicht abbestellt habe. Im Postkasten liegt der Folder für eine Jazzkneipe, in der ich noch nie war, gleich unter dem Abstimmungsmaterial über die Änderung des Covid-19-Gesetzes (und anderes mehr), der Schriftstellerverband erinnert an den fälligen Mitgliederinnenbeitrag, noch eine Vernissage, noch ein Theaterding, nun mit Tanz allerdings. Und so geht es dahin. Day by day.

Ich weiß nicht, was ich dazu sagen oder tun soll. Ich gehe nirgendwohin, ich lese nichts, ich wähle selten, ich mag keine neue Kunst, wo mir wieder mal «der Spiegel vorgehalten“, und ich über die Migration belehrt werde.

Von dem ganze Zeug, das den Weg in meinen Postkasten findet mag ich nur eins: Die Werbung. Ich schüttle die dünnen Broschüren. Manchmal fallen Karten heraus, auf denen vier kleine Aufkleber sind, die mir einen Rabatt von 25% versprechen.

Das ist echt gutes Zeug.

Ich frage mich

Die Weltgemeinschaft pumpt massig milliardenschwere Hilfe nach Afghanistan, wo die Bevölkerung hungert.
Ich frage mich, und alle anderen, ob sie das tut, um der Talibanregierung, die eigentlich – nach dem vermutlich irrigen westlichen Verständnis – für die Bevöljerung zuständig wäre, in Ruhe dem einzigen nachgehen können, was Taliban wirklich gut können: Unterdrücken, foltern, amputieren, erschiessen, köpfen und beten.

Wir haben die Penunze, die Taliban das Talent.

Madness keeps on truckin’.

Virulentes Problem

Nach dem Filmset-Schießunfall auf der Bonanza-Creek-Ranch, werden, wie man so hört, Stimmen laut, die Waffen in Filmen überhaupt verbieten wollen.
Recht so. Denn auf den Filmsets ist, wie wir alle wissen, das Waffenproblem der USA wirklich virulent.

Cancel-Culture

Ganz abgesehen davon, dass die Antisemtin Sally Rooney verfügt hat, dass ihre Bücher – die in etwa 46 Sprachen übersetzt sind–, nicht auf hebräisch erscheinen dürfen, da sie mit der Politik Israels nicht einverstanden ist, muss man doch auch sagen, dass die israelischen Leser Glück haben, dass dieser literarische Bocksmist, nicht auch noch in ihrer Sprache erscheint.

Was heute in Cancel-Culture-Kreisen wirklich von Belang ist, hat „Charlie Hebdo“ neulich klar gemacht:

Mann1: Man hat tausende Seiten von Céline wiederentdeckt! 

Mann2: Genial! Gut, ein bisschen antisemitisch, nebenbei bemerkt. 

Frau1: Aber nicht antifeministisch. 

Mann3: Und nie transphob!

(Übersetzung: Franz Dobler)

Wetten, doch!

Es gibt immer vorpreschende, nennen wir sie Interessenvertreter, die sich für die Legalisierung von Cannabis stark machen. Nun gut, das sei ihnen unbenommen, das kann man durchaus tun, wenn man sonst nichts besseres zu tun hat.

Ich kenne die Forderung seit 1971, als ich selber viel von dem Zeug zu mir nahm. Ich war natürlich auch für die Legalisierung. No na, wie man hier zu sagen pflegt, denn der Konsum konnte einen die Lehrstelle kosten, den Rausschmiss aus dem Lehrlingsheim, aus dem gemieteten Zimmer, konnte einen gar in den Knast bringen. Damals. Mal ganz abgsehen von dem Ärger, den man sich mit Familie und Freunden und Cops einhandeln konnte. Ich war 15 oder 16 und deswegen, mit vielen anderen Kiffern, ziemlich paranoid.

Unsere Argumentation war dieselbe, wie die, die ich heute immer wieder zu hören bekomme: Staatliche Abgabestellen, legalen Shit aus der Apotheke, MaryJane aus dem zertifizierten Bioladen, usw. würden den illegalen Straßenhandel Handel killen, und außerdem könnte der Staat seinen Steuersäckel füllen. Und die Drogenkriminalität mit all ihren grausamen Auswüchsen würde massiv eingedämmt, wenn nicht gar ausgerottet.

Natürlich ist das Bullshit, wie die Berichte aus den US-Staaten, in denen der Shit legal ist, zeigen. Der Straßenhandel blüht wie nie zuvor. Man nennt es auch Konkurrenz. Freie Marktwirtschaft. Der staatliche Stoff ist teuer. Steuern, Ladenmieten, usw. Und da das Zeug legal ist, hat der Dealer auch kaum etwas zu befürchten.
Das Mantra unserer Zeit ist schlicht: Mehr. Einfach mehr.

Es ist ein wenig wie beiden guten Menschen, die seit Jahren eine „geregelte Migration“ fordern, sozusagen mit Zertifikat. Keine Illegalität mehr. Es ist derselbe Irrtum, wie beim legalen Cannabis. Mehr.

Und so werden wir immer und immer wieder dieselben, widerlegten Argumente hören. Sie klingen einfach zu gut, um sie den Fakten zu opfern.
«Wenn’s keine Waffen gäbe, gäb’s keine Kriege.»
Wetten, doch!

Das Sprüchemuseum (130)

«Ob und in welcher Form diese Gegenleistung tatsächlich gewährt wird, lässt sich aber nicht einfach über einen Kamm scheren.»

derstandard

Wir sagen: Wieder einmal schlägt der Gaul dem Fass den Boden aus. Das Leben ist halt doch kein Ponylecken.

Leid tun

Ich nähere mich langsam dem Alter, wo ich doch froh bin, dass ich niemals ein Indianer(American natives)-Kostüm getragen habe, und es deswegen auch keine Fotos davon gibt.
Ich war immer ein weißer fuckin Cowboy. Ich hatte einen Colt und ein Bowiemesser, ein Lasso und eine Peitsche.
Aber zur Zeit dilettiere ich auf der Gitarre an Bluestücken von Hendrix, B.B. King und anderen nicht weißen Musikern.
Dann hab ich auch noch James Baldwin in der Übersetzung eines weißen Mannes gelesen.

Das wird mir vermutlich noch leid tun …