Spaltung? Unbedingt!

„Wir lassen uns nicht spalten!“ war dieses Wochenende auf Transparenten von „Maßnahmengegnern“ auf den Demos in den österreichischen Städten, zu lesen.

«Wir lassen uns nicht spalten“? Was soll das bedeuten? Was meinten diejenigen, die unter der Führung von Faschisten, Neonazis und Hooligans, durch die Straßen und Gassen mobbten, um „die Stadt lahmzulegen.“?
Wer soll nicht gespalten werden? Meinten sie sich selber? Dass sie sich als Verschwörungswappler, Eso-Retadierte, Anthro-Verwirrte, als Freiheits-und Diktatur-Fasler, nicht von ihren Anführern, den Neonazis und anderen Faschisten, abspalten lassen?
Oder was?
Sind sie alle eins? Ungespalten. Die einen zu dumm, um zu erkennen, dass sie selber Faschisten sind oder zu gleichgültig, um auch nur einen Tau von dem Begriff zu haben, den sie uns anderen entgegenschleudern. Die anderen, die bekennenden Nazisten, sind froh um die nützlichen Idioten, die sich so breitwillig hinter ihnen einreihen.

Oder was meinten sie? Die Impftrotzisten.

Auch Politiker sprechen gerne von Spaltung die unbedingt verhindert werden muss. Als wäre die Gesellschaft ein Ding aus einem Guss. Sollen wir uns nicht von Terroristen, Systemfeinden, Drecksäcken, Antisemiten, Hassbrüdern und Hasschwestern abspalten?

Ich finde schon. Ich will die Spaltung. Unbedingt!

Revolution starts now (3)

„Wir können mit Stolz darauf hinweisen, dass die Demo gestern in Wien, ein voller Erfolg war. Die Kameraden, von nah und fern, ließen es sich nicht nehmen auch weitere Wege unter die Räder zu nehmen, und mit Privatwagen, Bussen und Zug, in der Stadt aufzutauchen, und sich der guten Sache anzunehmen.

Schon bald setzten sich die Kameradengeruppen an die Spitzen von allen Demozügen, und behaupteten sich dort auch. Ja. Wer sonst?, könnte man fragen. Ja, wer sonst.

Die Demo wurde ein umso größerer Erfolg (von uns geschätzte 200’000), als dass auch, unserer Erwartung entsprechend, tausende Nidis (Nützliche Idioten – für die noch nicht eingeweihten Kameraden.) sich unter unserer Führung anleiten ließen, und zum zahlenmäßigen Erfolg beitrugen.

Verschwörungs-Nidis, Eso–Nidis, Anthro-Steiner–Nidis sorgten auch dafür, dass der Spaß nicht zu kurz kam, denn ihre auf Twitter und Whatsapp verbreiteten Botschaften, dass man sich vor Beamten in Acht nehmen sollte, die von geöffneten Gullys aus Versuche starteten, unsere Leute mit Spritzen in die Waden zu impfen. Und auch die über uns kreisenden Hubschrauber, sollen Imstoff von Pfizer versprüht haben. Wir fandens erheiternd. Spass muss sein, auch wenn das für die Nidis keiner war. Für uns schon.

Ein paar Kameraden konnten sich nicht beherrschen und warfen Bierdosen auf unsere Beamtenfreunde, was aber schon bald von unseren Führern unterbunden wurde. Ein kurzer Smalltalk mit den beamteten Kameraden sorgte wieder für gute Stimmung. Und weiter gings.

Auch die Technikerkameraden blieben nicht untätig und schafften es, den Dr. Kickel, der verbrecherischer Weise in Quaratäne weilt, per Videokonferenz zuzuschalten, und seine aufrüttelnde und aufmunternde Botschaft zu verkünden.

Es geht also voran. Und nächste Woche wird die Demo noch größer, mit noch mehr Nidis, und es könnte sein (es sei noch nichts konkretes verraten), dass wir diesmal ein bisschen härter zur Sache gehen. Die fadenscheinige Regierung steht nicht mehr lang …

Bis dann, Kameraden, und ein frohes Heil ihr wisst schon wer.»

Gelockt (Nr. 4 oder 5)

Wohlan, der Lockdown lockte und er wurde erhört, wie ein oft verschmähter Liebhaber, dem die Prinzessin sich letztlich hingibt, weil die anderen Freier an ihrer Dummheit und Erbärmlichkeit gestorben sind.

Zur Zeit kreisen die Hubis über meinem Grätzel, denn es ist Antimaßnahmen-Demo. Das Volk ist sauer. Die Geimpften. Die Ungeimpften schäumen, die Nazis haben feuchte Träume, und die Regierungsversager nagen an den Ersatzfingernägeln.
Wie’s ausgeht? Hoffentlich nicht so, wie ich es mir vorstelle.

Im Gym mag man an nichts mehr glauben, was die Regierung ankündigt. Herzliches Lachen, als ich zum Abschied sagte: „Bis in drei Wochen, Kumpels!»

Aber ich glaube daran. Ich glaube dieser erbärmlichen Versagerregierung. Auch ein Atheist hat ein Recht auf einen Glauben, der genauso märchenhaft ist, wie der Glaube der Religiösen aller Himmelsrichtungen.

Die Hubis sind nun Richtung Norden abgezogen, was bedeutet, dass der Mob nun am Heldenplatz mobbt.

Wie die Nazis, die ja ebenfalls dezierte Impfgegner waren, empfehlen hier die FPÖ-ler, die frische Luft und das Vertrauen auf ihre gute Nazi-Konstitution, ihre kruppstahlharte Virus Abwehr.
Es gibt eben noch Helden.
Aber ich möchte diese bewundernswerten Heroen doch auch heroisch sehen, wenn sie dann nach Luft hecheln, und Einlass ins Hospital begehren.

Zu diesem Behufe, habe ich hier den Link zu einer Patientenverfügung gepostet.
Sie mögen sie doch ausfüllen, und sich im Hospital ein paar Packungen Wurmmittel, Vitamin D und Paracetamol einhändigen lassen, und wieder nach Hause fahren. Sterben muss ja jeder, wie ihr immer wieder proletet.
Danke, ihr Helden!

https://www.avery-zweckform.com/produkt/patientenverfuegung-ergaenzung-covid-19-pdf-2250e

Revolution starts now (2)

„Die Kameraden können stolz sein, obschon sich die Pussy-Regierung erdreistet hat, völlig illegale Hausdurchsuchungen bei einigen von uns zu machen. Die Verteidungsgerätschaften die beschlagnahmt wurden, fallen aber nicht wirklich ins Gewicht. Wir sind, im Gegenteil, sehr zufrieden mit den Durchsuchungen. Warum? Das stellt die staatlichen Weicheier zufrieden, sie sind stolz auf das Ergebnis, und das zieht die Kameraden wieder aus der Schusslinie. Und weiter geht’s.

Wie angekündigt, wurden Demos vor Spitälern organisiert. Toll auch, wie die Kameraden von der Polizie sich verhalten haben. Sie tauchten gar nicht erst auf, haben aber auf Twitter der Zeckenpresse gesteckt, was Demokratie ist, und was nicht.

Im Süden der Ostmark haben Kameraden „Corona-Partys“ organisiert, um sich gegenseitig anzustecken. Wir werden in Kürze wissen, wie gut es funktioniert hat, und wie die Weitergabe der Viren auf „Anti-Maßnahmen-Demos eingeschlagen hat.
Wir sind da zuversichtlich.

Auf der Demo am Samstag in Wien werden Kameraden die Zecken von der Gegendemo provozieren, um den Einsatz der Polizeikameraden zu ermöglichen, die es den Zecken wieder mal zeigen werden, wo der ideologische Hammer hängt.

Es geht voran, Kameraden. Revolution starts now!
Bis bald, und heil ihr wisst schon wer!»

P.S. Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass der Kamerad von der FPÖ sich angesteckt hat, und nun im verordneten Gefängnis bleiben muss, und nicht zu uns sprechen kann. Aber die Techniker-Kameraden arbeiten daran, dass er über das Heimbild zugeschaltet werden kann.

DIE Idee

Ein von Syrien -für kolportierte 10’000 € – an die belarussisch/polnische Grenze Geschleppter, erklärt dem Reporter, warum er nach „Germany“ will. In Syrien, sagt er, ist Krieg.
Ja, in Syrien ist Krieg. Im Sudan ist Krieg, in Nigerie ist Krieg, in Libyen ist Krieg, in Afghanistan ist Krieg, in Jemen, in Somalia, in Erirtrea, in Äthiopien, im Dombass und und und.

Er hat es jetzt, dank finanzieller Potenz, nach Europa geschafft, und ist wütend, dass man ihn nicht nach Germany lässt. Denn, in Syrien ist Krieg.
Ja, in Syrien ist Krieg. In Äthiopien ist …
Und in Syrien ist auch für die Millionen Syrer Krieg, die keine zehntausend Euro aufbringen können, um sich an die kalte, europäische Grenze schleppen zu lassen. So nah an Germany, und doch so fern.

Ein Dilemma.
Aber wenn alle Syrer nach Germany kämen, dann wär in Syrien kein Krieg mehr. Aber vermutlich in Germany. Dann könnten die Deutschen sich nach Syrien schleppen lassen, denn dort wär es leer und friedlich.
Ist das nicht DIE Idee?

Revolution starts now!

«Ja, wir sind eine kleine, aber international gut vernetzte Truppe. Und wir sind, da uns diese Pussyregierungen in Ruhe unser Ding machen ließen, auch gut bewaffnet. Auch wenn hin und wieder, wie kürzlich in der Ostmark, ein etwas unvorsichtiger Kamerad mit seinem Waffenlager aufgeflogen ist. Ist aber halb so schlimm. Wir haben genug davon.

Was uns natürlich auch zupass kommt, ist diese „sogenannte Pandemie“. Etwas besseres hätte uns nicht passieren können. Die macht eigentlich unsere Hauptarbeit. Wir müssen nur dazu beitragen, dass sich so viele wie möglich infizieren, so dass die Pussy-Regierungen Lockdowns verhängen müssen. Das schwächt die Wirtschaft und damit das System. Außerdem werden die Leute wütend. Und Wut ist gut. Gut für uns, gut für die Revolution.

Wir müssen also dafür sorgen, dass sich die Leute weigern, sich impfen zu lassen. Außerdem ist es gut, wenn wir uns selber infizieren. Wir sind jung, uns tut das nichts. Aber wir können so das Virus unter die Leute tragen, die Zahlen hochtreiben und die Spitäler an den Rand eines Kollaps bringen, bis hin zur Triage. Das husst die Leute noch mehr auf, und wir organisieren dann Demos der Ungeimpften direkt in den Spitälern. Kameraden attackieren Impfzentren, hacken PCR-Labors, machen „Mahnwachen“ vor den Wohnungen von Virologen und so weiter. Wir haben da noch einige Ideen, die ich jetzt hier nicht verraten möchte. Aber ihr werdet es bald sehen. Und erleben.

Die Wirtschat wird crashen, das Volk ist unglaublich wütend – es hat ja auch nichts zu tun. Tausende sind in den Straßen, und wir sind in den Sozialen Medien, und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werden wir unsere Waffen herausholen und die TV-und Radiostationen besetzen. Und anderes mehr.

Widerstand ist nicht groß zu erwarten, denn die Cops sind zu 98% eh auf unserer Seite, und die Armee kannste in der Pfeife rauchen.

Also, Kameraden: Auf zum Infizieren! Und heil -ihr wisst schon was!»

Der Wüli Tell ist der Andreas Hofer der Schweizer

Am 17. Sept. schrieb ich u.a. zu den „Freiheitstrychlern“:
«Nächstens werden wir einen Wilhelm Tell sehen, der sich weigert die Maske auf der Stange zu grüßen.»

Hamma nun. Fehlt gerade noch die Stange mit der Maske. Macht guck:

Jo, so is. Was dem Tiroler der Andreas Hofer, ist dem Schweizer der Tellen Wüli.
Passt immer. Und vor allem: für alle.

Mein Wilhelm Tell, z. B. ist gerade mit Armbrust, gewandet in schwarzem Anarcho T-Shirt, unterwegs, um sich von der Tyrannei der Ungeimpften zu befreien. Mein Wüli hat den Kanal voll, von den geistigen Minderleistern für die „Friihit“ bedeutet, anderen ohne Konsequenzen schaden zu können.

Es könnte also durchaus sein, dass es nächstens ein shootout zwischen den beiden Tellens gibt.

Noch ein Tipp: Meines Wülis Armbrust ist nicht so eine Attrappe aus dem Fundus des Altdorfer Tellspiels. Mein Wüli hat eine echte. Und der Bolzen, der tut dann echt weh. I sogs eich!

Das Sprüchemuseum (131)

So meinte der Salzburger Landeshauptmann, dass es den Virologen wohl am liebsten wäre, «wenn sich jeder einzelne Salzburger und Österreicher in ein Zimmer einsperrt, weil da kann er sich nicht anstecken und niemanden infizieren. Er wird halt dann leider an Depression sterben, verhungern oder verdursten.» 

Wir sagen: Nein, du geistig vulnerables Armloch, es wäre den Virologen (und nicht nur ihnen) vermutlich einfach nur recht, wenn sich der Großteil deiner intellektuell herausgeforderten Landsleute impfen ließen.

Eine niedliche Dystopie

Die Intensivstationen sind überfüllt. Triage ist angesagt. Ungeimpfte werden mit den vom FPÖ-Chef (der offenbar auch Mediziner ist) vorgeschlagenen Covid-19 Gegenmiteln versorgt: 1 Schachtel Parazetamol, 1 Schachtel Ibuprofen und einer satten Dosis Wurmmittel, und nach Hause geschickt.

Demonstrierende Impfgegner dringen in die Spitäler ein, angeheizt von jenen Kräften, jenen Rechtsextremen, denen die Pandemie zupass kommt um Chaos herbeizuführen. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei stirbt ein fettes Impfgegner-Arschloch an einem Herzinfarkt. In den Souschelmidias wird von brutalem Systemmord gesprochen.

Noch mehr gewaltätige Demos. Sie weiten sich aus, bis hin in die Dörfer, Betriebe, Fitnessläden, Gaststätten. In den Straßen und Öffis kommt es tagtäglich zu Schlägereien, mitunter mit tödlichem Ausgang. Jüdische Friedhöfe werden geschändet. Kultureinrichtungen und Parlamente gestürmt.

Die Wirtschaft bricht zusammen.

Dystopie?

Sicher. Aber wer wird und kann sie verhindern?
Der weiße Schwan?
Ein Wunder?
Eine Umweltkatastrophe. Ich setze darauf.

Revolutionshelfer

Freunde von mir waren in Nicaragua. Anfang der achziger Jahre. Sie schlossen sich den internationalen Brigaden an, die den revolutionären Sandinisten im Wortsinne zur Hand gingen. Auf den Feldern, auf den Kaffeeplantagen, auch in den Haushalten der revolutionären Frauen.

Ich war nicht dort.
Als sie zurück waren, hörte ich ihre beeindruckenden Geschichten über die Revolution, über den Gemeinsinn der Nicaraguaner, den Kommunismus, der tatsächlich ganz praktisch im Alltag gelebt wurde. Kein Privateigentum, und all sowas.

Vielleicht war ich ein ganz kleines Bisschen neidisch. Denn es klang nach Abenteuer, und gelebtem Sinn, der in unsere eigenartigen, zerissenen Lebelein strahlte.
Ja! Endlich. Sinn. Erfolg. Die richtige, die wahre Revolution. Nicht nur dieser Parolenpippifax, die klammen Häuserbesetzungen, die autonomen Jugendzentren und die heftigen Punkkonzerte.

Damals wie heute, war der Chef von Nica Daniel Ortega. Damals Mitte dreißig. Jetzt Mitte Siebzig.

Ich glaube nicht, dass meine Freunde noch einmal nach Nicaragua fliegen würden. Nicht einmal, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ich denke, sie würden sich fürchten. Zu recht. Denn die Chance, verhaftet zu werden, einfach so, wäre durchaus virulent.

Der Kommunismus hat sich auch in Nicaragua dahin entwickelt, wohin er sich auch in den anderen Staaten entwickelt hat: In eine äußerst brutale, verachtenswerte Diktatur.

Ich weiß nicht, ob nicht der Mensch an und für sich, ein umgepolter König Midas ist: Alles was er anfasst, wird zu Scheiße, oder ob es an den Ideen und Idealen liegt, die immer stärker als die Menschen sind?