Eine Schweizer Politikerin schießt mit einer Luftpistole auf ein Ausstellungsplakat, auf dem die Madonna und das Jesuskind abgebildet sind. Sie schießt gut, wie die Einschußlöcher im Gesicht der Madonna zeigen.
Nun, sowas kann machen, muss man aber nicht. Und es sogleich in den Souschelmidias zu posten, müsste man eigentlich auch nicht tun … aber was rede ich da: Das MUSS man heute tun. Denn sonst hat es nicht stattgefunden, wie wir inzwischen alle wissen.
Folge? Parteiausschluss und Entschuldigungen. Aber vor allem auch Shitstorm von Menschen, die in ihren „religiösen Gefühlen tief verletzt sind“.
Die Familie der Frau musste bereits unter Polizeischutz gestellt werden, so verletzt sind diese Religiösen, dass sie ihrerseits verletzen müssen. Denn wie sagte einst ihr Chef: „Nicht den Frieden bringe ich euch, sondern das Schwert!“
Interessant ist vielleicht, dass es den „Religiösen“ keine Gefühle verletzt, wenn hunderte, wenn nicht tausende Kinder, von katholischen und protestantischen Geistlichen missbraucht und nicht nur seelisch, sondern auch körperlich verletzt wurden.
Das scheint unter den „Religiösen“ einfach als Kollateralschaden verbucht zu werden.
Aber wehe, wenn der Religio-Mob auf die Pirsch geht, dann gibt’s kein Pardon, und kein „beide Wangen hinhalten“, oder gar Verzeihung. Sowas gibts nur der nur für die eigene Blase.
Und wer springt der Frau zur Seite? Die „Weltwoche“. Bravo.
Das Sprüchemuseum (168)
«Mach einfach den verdammten Abwasch.«
Katie Perrys Liebeserklärung an einen Mann
Wir sagen: Das ist seltsam. Man hört es immer wieder. Mann soll den Abwasch machen. Und gerade millionenschwere weibliche Popstars, die vermutlich ein ganzes Regiment an Bedienstesten beschäftigen, wollen, dass der Mann den Abwasch macht. Vermutlich haben sie für alles eine Maschine und einen Butler, nur keinen Geschirrspüler, damit der Mann beweisen kann, dass er im Haushalt mithilft. LOL.
Ja, für so dämlich werden wir schon gehalten, wir alle, die wir über einen Geschirrspüler verfügen.
Das Sprüchemuseum (167)
„… eine vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft «heimisch» gleichschalten. Kurz: die Demokratie und die freiheitliche Gesellschaft zum Verschwinden bringen.“
Kommentar der anderen:Elfriede Jelinek Mavie Hörbiger Birgit Minichmayr Caroline Peters Claus Philipp Milo Rau (in Front auf eine Möglichkeit des Sieges der FPÖ)
Wir sagen: Das mit dem „gleichschalten“ wird nicht viel Arbeit machen. Ob „heimisch,“, oder nicht. Zu tun, als wäre die gegenwärtige „Kultur“ nicht gleichgeschaltet, ist, als würde man behaupten, dass Würste eigentlich kein Fleisch sind, da man nicht sehen kann aus welchem Körperteil des Tiers sie hergestellt sind.
Zugeben:Scheißvergleich für eine Scheißkultur, die nun möglicherweise durch eine andere Scheißkultur abgelöst wird.
„Kultur ist anderswo!» -Arthur Rimbaud.
Das Sprüchemuseum (166)
„Der Fremde ist wie ein Einheimischer zu behandeln, heißt es schon in der Bibel.“
Tobias Bilz, Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche Sachsens
Wir sagen: Das ist ja das Tolle an der Bibel (und auch am Koran), es ist für jeden etwas dabei. Für die Kriegsgurgel: «Nicht den Frieden bringe ich euch, sondern das Schwert“ und auch für die masochistisch veranlagte Pussy: „Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die linke hin.“
So ist für jeden gesorgt, in diesen alten Märchenbüchern, und auch für Bischöfe, die sich was passendes zum Thema aussuchen können.
Aber wir schließen nicht ganz aus, dass der Bischof es nicht so gut gemeint hat, wie es vielleicht den Anschein macht …
Meine Stadt. Meine Stadt?
Immer öfter drängt sich mir die Frage auf: Wer hat eigentlich diese überhitzte, von stetem Baulärm erfüllte, und von Touristenhorden heimgesuchten Baugrube zur «lebenswertesten Stadt der Welt“ gekürt?
Waren es Gremien aus Taubblinden, oder ein betrunkenes Konsortium aus revanchistischen Ischgelianern, oder eine zugekokste Comedytruppe, die selber mal ein bisschen Spass haben wollte, und nicht nur immer andere bespassen?
Vor den Kaffeehäusern Touristenschlangen, die die Tränke von Thomas Bernhard begaffen wollen, und in meinem Stammcafé hat der junge Wirt fast nur noch zu tun, um hereinströmende Horden abzuweisen.
Ich lebe seit 7 Jahren auf einer Baustelle, die abwechselnd und oft auch gleichzeitig vorne, hinten, oben, unten, rechts und links zugange ist, nicht zu reden, von all den Elektrohämmern deren Sound meinen Weg ins Gym orchestrieren. Und dies ist kein Einzelschicksal, wie man vielleicht meinen könnte. Wer hinhört, kann diesen Song vielstimmig hören.
Nichts kommt je zu einem Ende. Weder die Baustellen noch die Hitzewellen (bereits annährend 50 Tropennächte dieses Jahr, und bis auf wenige Ausnahmen 30-36 Grad. Täglich. Seit Mitte Juni.
Nicht zu reden von der Unfreundlichkeit der Einegborenen, auf der ihr ganzer Stolz ruht. Bauschloch-Fressen in den Straßen, und was sich im Gym abspielt, davon mag ich nicht reden, um mir nicht den Vorwurf des Rassismus einzuhandeln.
Also gut, Leute, es ist an der Zeit mich zu beneiden, als Bewohner der lebenswertesten Stadt der Welt.
Sie wird sich vielleicht wieder an ihren Job erinnern, wenn der Winterregen kommt, und es nass , kalt und windig wird, und eine Ahnung zulässt, wie es damals war, als Wien noch so großartig depressiv und dunkel war, und man im Ausland ein mitleidiges Lächeln erntete, wenn man sagte, dass man in Wien lebt.
Aber dieses Lächeln, so schätze ich, wird man bald wieder zu sehen bekommen: In den Gesichtern von Leuten aus Gföhl …
Im Frauensport wird nur noch Deutschland siegen
Da wir nun erfahren haben, dass das IOC das Geschlecht von Sportler*Innen anhand des Pass-Eintrages zulässt, wird Deutschland, wo das Geschlecht durch das persönliche Fühlen bestimmt wird, in den nächsten Jahren den gesamten Frauen-Sport dominieren, zumal dann „gefühlte“ Frauen, die eigentlich biologische Männer sind, gegen „reine“ Frauen antreten dürfen.
Das wird sicher ein Spaß und „ a gmahte Wiesen» für die „Frauen». Leider nicht für die biologischen.
Aber wir wollten es ja so. Oder?
Der wichtigste Satz überhaupt
Sind wir nicht alle ein wenig wie die Leute (nein, nicht „Menschen“) die Verschwörungstheorien anhängen?
Wieso ich diese Frage stelle? Ganz einfach. Wie oft hört man den Satz, diesen wichtigsten Satz überhaupt: «Ich habe mich geirrt.“
Und eben: Es sind nicht nur Anhänger abstruser Verschwörungstheorien, die lieber stürben, als diesen Satz zu sagen. Aber nicht doch. Sie quellen aus allen politischen Löchern, vor allem linken Löchern, was nicht weiter verwunderlich ist, denn hier werden viele Irrtümer gerade offenbar, und nicht nur bei FPÖ-Wählern, die Zeugen wurden, wie sich ihre Heroes als gierige Korruptionisten, Lügner und Straftäter entpuppten. Schulterzucken.
Nein, sie haben sich nicht geirrt, so wie viele der sozialdemokratischen und linken Russenfans, die Putin immer noch für einen feinen Kerl halten, der von einer völlig enthemmt aggressiven NATO ins Eck gedrängt wurde, und nicht für einen Faschisten und Banditen.
Und jene alten Linken aus den 70-ern, die immer noch ihre abgepackten Kommisätze auf die Welt loslassen, um die Realität zu zwingen, sich ihrer Ideologie anzupassen.
Haben sie sich geirrt? Aber nicht doch. Israel ist auch nach dem beispiellosen Massaker vom 7. Oktober noch immer „der Büttel des amerikanischen Imperialisten“.
Und so geht’s dahin.
Goethe sagte: Es irrt der Mensch, solang er strebt.
Goethe hatte recht.
Der Irrtum ist jenen vorbehalten, die noch streben. Das Streben ist die Bedingung des Irrtums. Ohne Streben (vielleicht nach Einsicht, Wahrheit, Verbesserungen) kein Irrtum, sondern Beton, Dumpfheit, Dummheit und kalte, bornierte Ideolgie.
Aber ich kann mich irren. Und Goethe auch.
Notwehr
Wer die Nachrichten des ORF (österreichischer TV-Sender) andreht, kann mit großer Wahrscheinlichkeit als erstes das Wort „Israel“ vernehmen, ziemlich egal, was sonst noch an Welt-Nachrichten zu vermelden wären. „Israel“ ist das Lieblingswort in den ORF-Nachrichten.
Und während alle Medien, die Tötung des Hamas-Führers Haniyyeh, jenes Drecksacks der das grausame Massaker der Hamas an israelischen Kindern, Frauen, Alten und Teenagern bejubelte, als „Tötung“ bezeichneten, titelte der ORF „die Ermordung des Hamas-Führers“.
Und der österreichische Sportreporter, der den Einzug der Olympioniken in Paris kommentierte, meinte, als die palästinensische Truppe vorbeischipperte, dass jetzt bestimmt großer Applaus aufbranden werde, für die Teilnehmer eines Landes, das vor seiner Auslöschung sich befinde.
Ebenso selbstverständlich werden Anschlläge, Raktenangriffe der Hamas auf Israel unterschlagen.
Einen brutalen Killer zu töten, ist keine Ermordung, sondern Notwehr.
Alles Engel
Vor zwei Tagen las ich die Nachrufe von Journalisten auf einen ihrer eben verstorbenen Kollegen. Es waren viele, die ihre Erinnerungen an den Verstorbenen in rührende Texte fließen ließen. Was allen gemein war, war, dass der Mann ein makellos guter Mensch war, ein Weiser und Humanist, einer der nie in einen Streit verwickelt war, ein herkulischer Zuhörer, ein freundlicher und aufopfernder Mentor für Anfängerinnen, ein vorbildlicher Vater, kurz: ein engelgleiches Wesen, jeder Begierde abhold, jeder Schmähung eines anderen unfähig, es gab keinen Menschen auf der Welt, der ihn nicht zum Vorbild ernennen sollte.
Ich verstehe. Man trauert um einen jäh aus dem Leben gerissenen.
Aber so ergeht es auch anderen, die nicht so plötzlich dahinscheiden. Sie werden in den Nachrufen zu Engeln. Kein Falsch ist an ihnen, sie sind gerecht und so gut, dass man sich ob seiner selbst zu schämen beginnt.
Vor einigen Tagen hielt ich die Grabrede für meine Mutter, die mit fast 93 Jahren aus ihrem Schlaf nicht mehr erwacht ist. Ich erinnerte mich an sie, versuchte ihrer Biografie nachzuspüren, zu ergründen was sie ausmachte, was ihre Träume waren, ihre Verletzungen, ihr Glück, ihr Wollen. Und das alles in ein paar wenige Minuten zusammenzufassen.
Es schien mir, wie die Reaktionen darauf waren, nicht allzu schlecht gelungen zu sein.
Ich erwähnte aber auch ihre dunkleren Seiten. Es schien mir einfach nicht redlich, diese zu unterschlagen. Denn – das ist meine Erfahrung mit meiner Spezies – wir alle haben dunkle Seiten. Das ist ein Fact. Wir sind keine Engel.
Wenn jemand über mich sagen würde, dass ich ein Riesenarschloch sei, ist dies nicht falsch, aber es nicht annähernd eine vollständige und relevante Diagnose.
Und so wie wir keine Engel erster Ordnung sind, so sind wir auch keine reinen Mistkerle.
Ich finde, dies sollte man, um der Wahrheit willen, und um den reinen Kitsch zu verhindern, berücksichtigen.
Die meisten Menschen,
ich gebe es zu, sind mir zu dumm. Das liegt mitunter daran, dass ich nie einen sehe, der auch nur mal drei Minuten nichts tun kann, einfach sitzen oder stehen, und sonst nix. Was schließe ich daraus? Ihr Geist ist so unterentwickelt und /oder gar nicht vorhanden, dass sie in Verzweiflung stürzen, wenn sie nicht quasseln, tiktoken oder souschelmidianen können. Oder sich beim Sex filmen, beim Quälen von Schwächeren, Selfies vor dem Wasserfall in Lauterbrunnen posten dürfen, Musik hören oder dummes Zeug lesen, das sie dann als ihre Meinung ausgeben, und wenn ich sie kennenlernen würde, würden sie mir diesen Shit andrehen wollen.
Wahrer Geist zeigt sich am Bestechendsten in der Fähigkeit, absichtsvoll nichts zu tun. Goa nix.
Die meisten Menschen sind mir zu dumm, und ich sehe sie am Liebsten, wenn sie sich von mir schnell entfernen. Dann mag ich sie auch gerade ein klein wenig. Oder wenn sie wenigstens keinen Lärm machen. Kommt selten vor, aber es soll schon vorgekommen sein.
Zum Beispiel heute im Zug von München nach Salzburg. Vier Menschen im Abteil. Eine Frau liest in einem Buch (aus richtigem Papier) ein Girl sieht sich still einen Film an, ein Mann (ich) tut gar nix, und ein anderer macht wenigstens keinen Lärm.
Das nenne ich eine perfekte Zugfahrt. Möge es immer so sein.
Sonst ist es für mich eher so, wie für den Schriftsteller Ludwig Hohl:
«Die anderen trinken, damit sie Fest haben, und ich, um ihr Fest zu überstehen.»
