Die Löschung

Wer die Kolumne von Maxim Biller, die von der „Zeit“ online gelöscht wurde – im Wort der Redaktion „depubliziert“ (oh yeah!) -,lesen will, mag auf den Blog von Freund und Kollege Franz Dobler wechseln, der diesen „depublizierten“ Text „republiziert» hat.

https://www.franzdobler.de

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Lohn der Langsamkeit

Gerade las ich, dass Österreich, sprich Salzburg und Wien im Gespräch waren, von HBO eine Staffel von „White Lotus“ als Drehort zu bekommen.
Ich erkläre jetzt nicht, was „White Lotus“ ist, außer , dass es eine ziemlich großartige Serie ist.
HBO hat zurückgezogen, weil es mit der Sortierung der neuen Regierung noch immer nicht möglich ist, Filmförderung beantragen zu können. Great.

Nun wird gejammert. 20% mehr Touristen wären zu erwarten gewesen! Wahnsinn, was uns da wieder für a Gschäft entgeht. 20 % mehr von diesen völlig nutzlosen Wapplern die einem das Leben hier vergällen, mit ihrer Dauerdemo, die alles verstopft, was man verstopfen kann.
Aber für die Touristiker gilt noch immer: Wurscht! To much is not enough. Nur eini mit die Massen. S’bringt einigen wenigen noch mehr Kohle, und uns anderen der Shit.

Dass ist die Hydra in dieser Stadt (und anderswo ebenso) Touristen und Bauschlöcher noch und nöcher.

Aber diesmal hat es nicht geklappt, zu all dem Wahnsinn, noch den jener Deppen draufzuhängen, die die Welt nach Drehorten abgrasen, und so ganz nebenbei noch so ein paar Kunstwerke vernichten, weil sich „Ihre Feistheit“ für’n Selfie an ein Gemäldeanlehnen, oder den fetten Arsch auf ein Kunstwerk plazieren muss.

Ich finds wunderbar, dass diesmal die Regierung zu langsam war.
In Mallorca schießen sie mit Wasserpistolen auf die Tourons. Ich frage mich nur: warum Wasserpistolen?

Noch Fragen?

Psychisch untauglich für den Militärdienst, aber kein Problem um legal an eine Glock und eine Schrotflinte zu kommen.

Der uralte Cannabis-Irrtum

Vor vielen, vielen Jahren, als ich eine Art Hippie war, und dem illegalen Abbrennen von stark duftenden Substanzen in Pfeifen, Zigaretten, Bongs und Wasserpfeifen gefrönt hatte, war ich ganz klar dafür: Legalize it.

Verständlich. Denn damals, in den frühen 70ern, konnte man richtigen Ärger kriegen, wenn die Staatsgewalt Bock drauf hatte, einem Ärger zu machen. Man konnte zum Beispiel aus der Lehre fliegen. Wir waren also alle mehr als ein bisschen paranoid, und wollten das irgendwie nicht sein. Also: Legalize it.

Unsere Argumente: Durch die Legalisierung und Entkriminalisierung würde den Dealern das Wasser abgegraben, kein Hustle mehr auf dert Gasse. Also: Friede, Freude und große Joints.

Natürlich war die Argumentation fuckin naiv. Aber ich war 16-17 Jahre alt und glaubte an das einfache Gute im Mensch. Und nicht an die Macht des Marktes. Macht das Zeug legal, und die Dealerei hatte ein Ende.

Bereits in den USA, wo in (einigen?) Staaten der Bubatz legal ist, hat sich gezeigt, dass die illegale Einfuhr von Maryjane neue Rekorde aufstellt. Das ließ den einigermaßen intelligenten Interessierten aufmerken: Wenn das staatliche Zeug zu teuer und etwas umständlich zu beschaffen ist, schlägt die Stunde des freien Marktes.

Vor einiger Zeit hat Germany den Stoff mit denselben Argumenten, wie meine aus den 70ern, so irgendwie legalisiert.

Ich hätte ihnen sagen können was geschieht.
Und es geschah.
Absurde Höchstmengen an illegalem Cannabis wurden beschlagnahmt. Noch nie war der Dealer so erfolgreich wie jetzt, in der vermeintlichen Legalität.

Aber natürlich wird man der neuen Praxis festhalten. Denn Germany (und andere auch) ist nicht dafür bekannt, Dinge, die sich als falsch herausgestellten hatten, zu ändern.
Auch wenn dabei genau das Gegenteil der eigentlichen Absicht herauskommt.


Der Bub und der Liberale

 «Gestern hat einer unserer Redner Dinge gesagt, für die wir uns bei Ihnen entschuldigen wollen. Wir haben diesen Menschen nicht unterbrochen oder des Saales verwiesen, weil er in jenem Moment offensichtlich verwirrt war.“

Dies war 14 Stunden später der Kommentar des Buben aus St. Gallen, hier besser bekannt als Intendant der Wiener Festwochen, auf die Rede von Ulf Poschardt in der „freien Republik Wien“.

Ein Liberaler der nicht links einspurt und nicht rechts abbiegt, und immer noch zu Israel steht, muss verwirrt, verrückt sein, und sollte sich offensichtlich mal untersuchen lassen.

Es gibt kaum einen schlagenderen Beweis, wie recht Poschardt mit seiner Rede hat.

Ich bin (beinahe) wie Elon Musk

Die Milliarden fehlen noch
auch bin ich (noch) nicht der
reichste Mann der Welt
und ebenso reise ich nicht mit 20 Sorten
Drogen im Gepäck
noch hat mir mein Sohn oder meine Tochter
ein blaues Auge verpasst:

Aber eine Kettensäge kann ich bedienen
nicht nur auf Dope und auf der Bühne
mit diesem Präsi
Auch hample ich weniger herum und
ginse dabei wie Rumpelstilzchen auf Ketamin
Auch ein angedeuteter Hitlergruß
rutscht mir dabei nicht raus.

Aber trotzdem.
Wie ich heute erfahren habe
hat Musk Blasenprobleme.

Da ham wir was gemeinsam.

Tabula rasa

Der Berg rief nicht, er kam gleich selber. Er kam mit allem was er hatte: Fels, Gletscher, Wasser, Staub und Geröll. Mit allem was so ein Berg zu bieten hat. Wer die Bilder, den Film gesehen hat, wird es kaum wieder vergessen.
Und da ich gerade in den Bergen bin, blicke ich auf die markante, überhängende Felsnase über dem Lauterbrunnental, und frage mich, wieviele Lauterbrunner jetzt mit anderen Augen auf sie blicken, und auch auf das, was an Wänden hinter ihnen sich auftürmt. Hält’s noch? Wie lange? Die Endlichkeit ist eingezogen.
„Wir Bergler wissen, die Natur ist stärker“, sagte ein Politiker.
Aber die Bergler wussten das schon und sind entschlossen, ihr „Blatten“ wieder aufzubauen. Ich habe keine Idee, wie. Aber sie schon.

Ich persönlich würde so einem Bergsturz, der all mein Hab und Gut auf alle Zeit unter sich begräbt, auf jeden Fall den Vorzug geben, als so ne fuckin’ Überschwemmung, die dir alles lässt, aber unbrauchbar macht.
So ein Berg macht tabula rasa, während das Wasser mit seinem Schlamm nur ein fieses Miststück ist, das dir alles kaputtet und sich dann hämisch grinsend von dannen macht.

Bon Courage, Ihr Blattener. Ihr kriegt das wieder hin!

ESC

Die Hamas-Fans scheinen auch den ESC in Basel im Griff zu haben, und das Rich-Kid-Gesindel hat kein Problem damit, eine israelische Sängerin, die das Massaker der Palästinenser am 7. Oktober versteckt unter Leichen überlebt hat, verbal und physisch zu bedrohen, sowie jede Person, die sich als Fan der Sängerin zu erkennen gibt.

Nichts Neues. Der linke Antisemitismus erlebt ein Revival, wobei er ja nie wirklich weg war. Es gelang ihm einfach, mit dem Finger nach Rechts zu zeigen.

Ich wurde gefragt, ob mir die leidenden Palästinenser denn nicht leid tun.
Doch, auf jeden Fall. Genauso, wie die abscheulich massakrierten Israelis den Palästinenser leid tun.

Der Papa ist installiert

Nun geht es einfach weiter, mit der Papa-Mania.
Und er hat schon den ersten Hammer gelandet, der amerikanische Papa. Die Fans sind außer sich vor Freude. Denn dieser Papa ist – und jetzt fällt der Hammer – ist … für Frieden!
Mein Gott, wer hätte sich sowas ausdenken können? Er ist für Frieden! Halleluja, Ehre sei ihm.

Das zeichnet ihn aus. Er ist für Frieden.
Nun, ich wende ein, dass eigentlich alle für Frieden sind. Außer Putin, der Irre aus Nordkorea und zwei drei Arschlöcher mehr.

Selbst ich bin für Frieden. Wer hätte das gedacht?
Hiermit verkünde ich: Ich bin für Frieden.

Ich erwarte grenzenlosen Jubel. Also los, Fans, jubelt…