Sunday moaning comin‘ down – Poetry

Florian Loder (*1982) in Weiz (Steiermark), wo er auch lebt oder wie er selber schreibt: «schule, arbeit, lebt und lyrikt in weiz.»

auf den punkt

gedichte wie
einkaufslisten
-bündig-
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-prägnant-
wissend oder
suchend nach
eier öl brot
wein tschik
glück.

konsum 7

ich bin ein
markt
wirtschaft
ich habe etwas
abgepackt
und
weggeworfen.

The Miststück in me, mag Rennen auf Schi

Ich liebe Schifahren. Hab’s zum Anschauen gern. Ich sehe gerne zu, wie Rennfahrer den Berg runter brettern, und ich sehe gerne wie der Normalbürger stundenlang am Schilift ansteht, um dann auf der überfüllten Piste herumzurutschen. Schifahren verhilft einem philisterhaften Charakterzug in mir zum Ausdruck. Nicht, the beast in me, aber the Miststück in me.

Ich sehe mir fast jedes Schirennen an. Bei meinen Freunden in der Schweiz gelte ich als Dinosaurier. Monsieur Egger, der fabelhafte Songdog-Grafiker sagt: «Ah, du bist also dieser Zuschauer!» Kann schon sein. Es haftet meiner Liebe etwas altbackenes und auch anachronistisches an. Vor allem, da ich selber schon lange nicht mehr fahre.
Aber in meiner Kindheit und frühen Jugend, war ich selbst mal ein Rennfahrer. Es gab Wochen und Monate, in denen ich nichts anderes getan habe. Daran denke ich zurück. An den Schnee, die Kälte, die unglaubliche Luft, den Schweiß der von der Stirne und hinter den Ohren herunterlief, den sagenhaften Appetit und diese kindliche Unermüdlichkeit, dieses Glücksgefühl am Abend, das mit der Müdigkeit über einem heißen Teller Suppe aufstieg.

Rennen seh ich gerne, weil sie den Urzustand des Schifahrens noch darstellen können.
Der Mann (die Frau) alleine auf einer Piste auf dem Berg.
(Es ist schwer zu glauben, aber in den sechziger Jahren war das noch kein Massensport.)
Und Sportler wie Bode Miller haben auch dem vaterländischen Bretteln einen Hauch Coolness verschafft und es Burschen wie Hans -«Hab keine Ahnung wo das Doping her ist»-Knaus für einige Zeit entrissen. Und noch früher gab’s die «crazy Kanucks» oder Burschen wie Roland Colombin, die einfach – nach ein paar Flaschen Walliser Weißwein, dem inneren Drang folgten und sich den Berg hinunterstürzten. Sie mussten es einfach tun.

Reminiszenzen an meine Jugend. Heute sehe ich auch gerne die Österreicher verlieren. Ohne etwas gegen den einzelnen Sportler zu haben. Aber im ORF werden die Rennen nicht kommentiert, sondern da ist eine von Gebührengeldern finanzierte Fankurve zu Gange. Sowas stört den Sportler in mir, der von einem Kommentatoren eine gewisse Obektivität verlangt. Leidenschaft, natürlich. Aber Leidenschaft für den Sport und nicht für sein Land. Und darum sehe ich es gerne, wenn die Ösis unterliegen. Was sie ja gerade ausgiebig tun. Wobei meine Sympathie nicht unbedingt meinen Landsleuten gilt. Nicht in jedem Fall.
In manchen Fahrten von Bode Miller konnte man «Satori» erkennen. Ich nenne es so. Man konnte sehen, wie ein Mann an der Grenze zu Sein und Nichtsein den Berg reitet. Das verschafft mir ein gutes Gefühl.

Wie es dem Miststück in mir manchmal ein gutes Gefühl verschafft, wenn ich die Irren in ihren bonbonfarbenen Anzügen im Gewusel und Gedränge und dem ganz normalen Wahnsinn auf den Pisten herum minötschen sehe. Ich weiß dann, dass es richtig war. Richtig, damit aufzuhören. Wie mit dem Rauchen.

Neues von meiner Stalkerin

Heute im Geisteszentrum. Der eine oder die andere, mag sich vielleicht noch an die Story von meiner Staubsaugerstalkerin erinnern. Nachlesbar im Buch «LOG», das nun wieder in der 2., und erweiterten Auflage, erhältlich ist. Um 4 € billiger, notabene. Für € 18.- / CHF 29,80.
Nun, damals hatte mich die Lady mit ihrem Staubsauger bedrängt, tauchte zufällig immer gerade an dem Trainingsgerät auf, an dem ich Gewichte stemmte. Das tut sie inzwischen nicht mehr. Nun ist sie bereits in der Garderobe zugange, wenn ich komme. Sie hat da was zu tun; zu putzen, zu polieren usw. Ohne Staubsauger, dafür mit Wischlappen und Mop. In der Herren-Graderobe ziehen sich die Herren um. Das kümmert sie nicht. Putzen ist das Zentrum ihres Daseins. Verständlich.

Heute wischte sie die Spinde aus. Direkt neben mir und während ich strippte. Ich machte langsam, wollte ihr die Chance geben zu verschwinden. Aber was ist schon eine gewisse Intimsphäre gegen den Putzauftrag? Nicht wahnsinnig viel. Sie blieb und wischte den Spind neben meinem aus.. Sie versuchte ein Gespräch anzubahnen. Ich war nicht interessiert. Sie ließ mir keine Wahl. Ich zog mich nackt aus und streckte ihr mein altes, nicht mehr so knackiges Hinterteil entgegen. Es wirkte. Sie verzog sich um die Ecke.

Während ich in meine Trainingsklamotten schlüpfte, überlegte ich, ob ich hier als Putzmann anheuern sollte, und mit Wischlappen und Mop die Damengarderoben zu schrubben, während sich die Ladies umziehen. Wie weit würde ich da wohlkommen? Würde ich es überhaupt überleben? Denn es gibt auch einige Kopftuchladies, mit Aufpassern, die darüber wachen, dass die Kopftücher während des Trainings nicht verrutschen.

Ich bin für Gleichberechtigung. Ich bin für gleichen Lohn, für die gleiche Arbeit. Ich bin dafür, dass auch ein Mann in den Garderoben der Ladies putzen darf. Schätze mal, dass dies kein Problem sein wird, wenn erst mal gleicher Lohn für gleiche Arbeit verwirklicht sein sollte. Und ich schätze mal, so grob über den Daumen gepeilt, dass ich dies nicht mehr erleben werde. Nicht hier, in Hausmeister-City, in Ösi-County.

Ich muss die Glocken läuten…

Es kommt nicht oft vor, aber manchmal doch
Dass ich wieder mal die Glocken läuten muss
Ich häng mich rein ins Seil
Bin der verkaterte Hunchback of Notre Dame

Sein Name soll getragen werden ins verschneite Land
Soll klingen bis ans Ende der Zeit
Guy Clark, Guy Clark Bim Bam Bum
Und der Name seines neuen Albums auch
«Somedays the song writes you».

Ich muss die Glocken läuten
Ich muss die Glocken läuten
Guy Clark, Guy Clark alter Sack
So ein Album, mein Gott, ich glaub an dich

Ich muss die Glocken läuten
Nur traurige Songs machen glücklich
Ich muss die Glocken läuten
Für «Somedays the song writes you»

Seht her, wie ich die Glocken läut
Der alte, bittere Glöckner
Guy Clark, Guy Clark
Bim Bam Bum Bim Bam Bum
«Somedays the song writes you»

Für’s bessere Schnitzel

Die Tragödie in Haiti, das Meckern der Bundesrätin über die Hilfe der Amerikaner (jene können tun was sie wollen, den Linken stinkt’s einfach), Obamas Senatorenverlust in Massachussets, die nicht mehr nur schleichend vonstatten gehende vernazifizierung Österreichs, wo bald nur noch Rassisten das Sagen haben werden und sich die Großparteien in Opportunismus und Populismus üben; das grau in grau gehaltene Winterwetter, die gestiegenen Heizkosten, die klamme Kasse, die Unmöglichkeit in Wien ein rauchfreies Lokal zu finden, der allgemeine Grant und der spezielle auch, die Bettler in dieser Scheißkälte, deren Anblick einem nahe geht und auch an die Kasse, dieses und jenes und noch viel mehr, all das ist nicht dazu angetan einen aufzuheitern. Aber Wunder gibt es immer wieder.

So gestern in den Nachrichten der Golden Globe-Gewinner Michael Haneke, dessen Filme dem Vernehmen nach elefantastisch gut sein sollen, eine Meinung notabene, die ich nach Sichtung des einen oder andern Streifens seiner Porvenienz nicht so richtig zu teilen vermag, ganz anders natürlich der ORF, schon aus patriotischen Gründen nicht, der beinahe stündlich berichtete und nun in der Ankuftshalle von Schwechat Gelegenheit zu einem Interview erhielt und diese Gelgenheit weidlich nützte, z. B. mit der Frage, was ihm, dem Ausgezeichneten denn so ein Preis bedeute, und Haneke lächelnd und äußerst zufrieden dreinblickend meinte, dass diese Preise ihn das machen ließen, was er kann und will, und, fügte er noch hinzu: Dass wenn der Fleischhauer sich durch seine Prominenz dazu herausgefordert fühle, ihm, dem berühmten Regisseur, ein besseres Stück Fleisch zu verkaufen, dann habe er, der Haneke Michael auch nichts dagegen.
Ich habs irgendwie geahnt: Wir machen alles nur für’s bessere Schnitzel.

Sunday moaning comin‘ down-Poetry

Benedikt Maria Kramer (*1979) lebt und arbeitet in Augsburg als
Steinmetz auf dem Friedhof, und als Autor am Schreibtisch. Einige seiner Gedichte wurden von der Band Rabenbad, deren Sänger er war, vertont.

Mein Bruder ist jetzt Sozialist

Früher kam mein Bruder manchmal im Sputnik vorbei.
Ich hockte an der Theke
kippte ein Bier nach dem anderen
und er erzählte vom Tennisspielen.

Da steht er auf dem Platz.
Die Zuschauer feuern ihn an.
Und er
obwohl total kaputt
gibt nochmal alles
wegen der Stimmung
die in ihm etwas freimacht.
Er kämpft
kämpft gegen die Stiche in seiner Brust
die Krämpfe in seinen Beinen
und den brennenden Sand zu seinen Füßen.
Dann auf einmal die Möglichkeit einer Entscheidung.
Alle Augen sind jetzt auf ihn gerichtet
alle.
Und der Ball fliegt
und er
macht den Punkt
und sie sind dabei
wenn er siegt
oder stirbt
oder beides.

Heute ist Weihnachten.
Die Tennisfelder liegen brach
und das Sputnik hat schon seit über einem Jahr zu

Ich hocke am Tresen
und denke an meinen kleinen Bruder
der sich diese Tage
an den Studentenstreiks beteiligt.

Da steht er am Rathausplatz
grölt im Kollektiv für eine bessere Welt
und schwenkt
obwohl die Demo nicht genehmigt wurde
sein Transparent
weil es die Wahrheit ist
die alle hören müssen
und alle was angeht
alle.
Und die Kameras schaun ihm zu
und auch die Bullen sind da.
Und sie nehmen seine Personalien auf
und er fühlt sich gut dabei
Gesinnungstäter
oder Opfer zu sein.

Mein Bruder ist jetzt Sozialist
das hat er mir selbst erzählt.

Ich hoffe für ihn
dass er sobald die Saison anläuft
den Ball wieder trifft.

Liebe FiKer, werte Nicht-FiKer,

so dürften in Hinkunft die Ansprachen in Kärnten beginnen. Die «FiK» ist die neue Partei Kärntens. Freiheitliche in Kärnten. Eine Partei die aus der Teilspaltung des BZÖ mit der Teilfusion der FPÖ, aus der das BZÖ vor Jahren bei der letzten Spaltung hervorgegangen ist, hervorging. Alles klar?
Der Name ist mit bedacht gewählt. Denn der Kärntner FiKt für sein Leben gern. Und ein Nicht-FiKer ist schwul, äh, vielleicht doch nicht…

Auf dem Foto erkennen wir eine Demo von Anti-FiKern, die einen Toten anrufen, damit er ihnen beistehen möge, da ihnen die Kraft, der Wille, schlicht die Potenz fehlt, selber irgenwas gegens FiKen zu tun. So schaut’s aus. Es mag unter den Lesern welche geben, die das ganze für irre oder einen Scherz halten. Ist es nicht. Es ist einfach die Wahrheit, die ganze «geFiKte Realität», sozusagen.

Kardinaltugend

Es mutet manchmal wie ein Wunder an, wenn man in einem Medium wie der Television einmal etwas echtes sieht. Abgesehen von echten Lügnern, echten Wapplern, echten «Ich war’s nicht, der andere hat auch-Typen», echten Schaumschlägern, echten Falschzeugnisablegern und anderen Politikern. Und man ist es überhaupt nicht gewohnt. Es ist auch erstaunlich, was der Anblick und das Anhören von wirklichen und aufrichtigen Menschen, in einem 5/7 Misanthropen wie mir, hervorruft: Er fühlt sich plötzlich menschlich, der miese Misanthrop.
Überhaupt Aufrichtigkeit! Eine Kardinaltugend, meiner Meinung nach. Nun gut, ich gebe zu, dies ist ein zusammengesetztes Wort, dessen beide Teile heute von der authochtonen und indigenen Bevölkerung Westeuropas nicht mehr übersetzt werden können, da sie nicht «leiwand», «oasch», «Todesstrafe für Kinderschänder», weder das «geschieht ihm doch recht, dem toten Dieb», «das weise ich entschieden zurück», noch «davon habe ich nichts gewusst», bedeuten.

Aber wurscht. Manchmal bedürfen wir des Wunders.
Ich sah also die letzten drei Teile des großartigsten Dokumentarfilms über «The War» in Arte und hörte die Helden sprechen. Und die Heldinnen. Und warum waren es Helden? Weil sie aufrichtig gehandelt haben. Und auch aufrichtig über ihre Taten gesprochen. Über das Sterben der Kameraden, und auch, dass sie selber getötet haben. Sie haben geweint, als sie von der Befreiung von Mauthausen und anderer KZ’s sprachen. Sie haben Worte gesucht für das Grauen. Auch für ihren Hass. Den manche ein Leben lang bekämpfen mussten, um nicht daran zu Grunde zu gehen.

Ihre Gesichter sind die Gesichter von wahren Menschen. Sie haben ins Antlitz des Horrors geblickt. Sie gingen, jenseits aller Rambo-Romantik-und Katharsis, durch die Hölle. Und sie kämpfen bis zu ihrem letzten Atemzug gegen Verbitterung und Alpträume. Sie wissen, dass der Mensch ein Scheißkerl ist, ein aggressiver Zweibeiner, der nur mit Mühe und auch nur eine Zeitlang, seine Mordlust unterdrücken kann.

Es waren die Gesichter von mutigen Menschen, gerade, weil sie sich ihre Angst eingestanden. Es sind die Gesichter der Menschen, denen wir unsere Freiheit verdanken.

Danach zappte ich auf ORF 2 und dort lief ein «Club» zum Thema Waffen. Es war, als würde man gerade an den Anfang von «The War» zurückkehren.

Auch ich, der miese Misanthrop, will so’n Phonejammer, aber hopp!

Ich weiß, es ist mächtig uncool über die ins Kraut schießende Zwangsneurose der handysabbelnden Mitmenschen zu schreiben. Uncool wie Merkel-Witze oder unrasierte Intimzonen. Aber nerven tun sie immer noch, die Zeitgenossen, die einen freundlich und unaufgefordert an ihrem schreiend banalen Leben, ihrer minder bespielten Festplatte und dem mangelnden Distanzgefühl teilhaben lassen.

Ich bin privat ein netter Mensch, den allerdings nur wenige kennen, denn kaum bewege ich mich unter meinen Mitmenschen, werde ich sogleich zum Misanthropen. Spricht mich dagegen jemand an und möchte Geld, eine Auskunft oder an der Kasse vorgelassen werden, so lernt er in meiner Person einen grundgütigen, freundlich lächelnden Menschen kennen, der sich allerdings selbst ein Rätsel ist.

Neulich saß ich im Zug von Wien nach München, in einem «Railjet», klasse Teil, alles bestens bis Salzburg, denn da stieg eine Figur ein, die einem das Ende der Menschheit so richtig schmackhaft machen könnte.
Dieser humanoide Zweibeiner trug einen Anzug, einen Aktenkoffer und ein Telefon am Ohr. So erschien er im Holozän und ließ sich in den Sessel auf der Nachbarseite fallen. Das Tuch vom Feinsten, die Laune am Arsch, so, als hätte er ausgerechnet heute niemanden feuern dürfen, und das klagte er nun dem Telefon. Und zwar von Salzburg bis München. Unterbrochen nur von Verbindungsschwächen, die ihn jedesmal in sich zusammensacken ließen. Er dochtelete dann mit seinen manikürten Fingerspitzen auf der Tastatur rum, falls er sich nicht gerade mit den fahrigen Gesten eines Bonobos auf Cold Turkey in seinem 200 € Haarschnitt rumfuhrwerkte. Ein Kerlchen zum Verlieben.
Die Strecke Salzburg-München ist lang. Der Verbindungsunterbrüche waren viele, aber nur von kurzer Dauer.
Irgendwann stopfte sich meine Wenigkeit, der miese Misanthrop, Oropax in die Gehörgänge.

Nun, was ich eigentlich sagen wollte: Es naht Hilfe! Mehr noch: Es gibt sie schon!
Gestern hörte ich zum ersten Mal davon. Das Ding heißt «Phonejammer». Ein Gerät, das im Umkreis von etwa 10-20 Metern alle Handygespräche verunmöglicht.
Wer spendiert einem reuigen Misanthropen einen Phonejammer?
Oder sollte die Parole nicht gleich lauten: Phonejammer für alle!
-Lieber Phonejammer als Vorschlaghämmer.
-Schlag dem Nachbarn nicht gleich die Fresse ein, mit dem Jammer lässt er das Quasseln sein.
-Phonejammer for President!
-Beim Dinner, Reisen, in der Stripteasebar, ist so ein jammer einfach wunderbar.
-Nervt das Geqauschte in der Straßenbahn, wirf doch mal den Jammie an.

Versuch’s doch mal mit Attentat!

Ich hörte wieder einmal Willie Nelson und las im Spiegel Online, dass der Papst Attentäter Agca ein Buch über das Attentat schreiben will. Mit viel Scharf. Er hat schon Dan Brown kontaktiert und ihm das Thema zu dessen 3. Buch vorgeschlagen: «Das Vatikan-Komplott».
Die interessierten Verlage veranschlagen die Rechte an der Drecksack-Börse so um die 3 Millionen. Euro oder Dollars. Wurscht.
Schnitt.
Hinten auf dem Cover eines wunderbar lesenswerten Büchls:
«Nachmittag eines Reporters» von Franz Dobler, fand ich den Satz den ich gesucht hatte:
«Wie wird man ein Star?», wollte sie wissen.
Ich rammte das Messer in den Tisch und sagte kühl:
«Am schnellsten wird man ein Star, wenn man einen Star tötet.»

Richtig.
Ein Killer wie Agca, der nach 19 Jahren im italienischen Knast in seiner türkischen Heimat gleich wieder einsass, weil er einen linken Politiker ermordet und ein paar Banküberfälle verübt hatte, hat doch was zu erzählen, oder? Da wird bei einigen scharfgewordenen Protatgonisten der Verlagsbranche das berühmte «Achtel abgehen», während sie ihre Milchmädchenrechnungen anstellen.
Soll man diesen Leuten mit Moral kommen? Leuten, wie es Gottfried Benn mal ausdrückte, «Die Fresse von Cäsaren, das Gehirn von Troglodyten, die Moral des Protoplasmas und das Ehrgefühl von Hotelratten» haben.

Soviel ich weiß, schiebt dieser Verdienerei nur Frankreich einen Riegel vor. Keine Kohle für Bücher und Werke, die auf Grund von Verbrechen geschaffen wurden. Selbst Jaques Mesrine mit seinem Buch «Der Todestrieb» durfte nichts davon haben. Wie aber sieht’s mit den Verlagen, Vertreibern usw. aus?
Je ne sais pas.

Ansonsten möchte die Rechnung für viele Jung-Autoren und hoffnungslos sich Bemühende doch aufgehen: Versuch’s doch mal mit Attentat!
Muss ja nicht klappen.
Einige Buchtitel:
– «Ich war der Stalker von Charlotte Roches Intimfriseur»
– «Es muss nicht immer Currywurst sein oder wie ich Gerd Schröder ohrfeigte»
– «George W. Bushs verbrecherische Reflexe» Authentischer Bericht eines fehlbaren Schuhwerfers.

Sie, verehrte Leserin, geschätzter Leser haben doch sicher auch ein paar Ideen. Oder?