Der Tausender

DER TAUSENDER.
Wie schön er ist! Wie unnahbar, fern, und all die tollen Nullen, so füllig, kurvig, sexy. Angeführt von einer Harpune.
Die Note, mit dem höchsten Wert, soviel ich weiß. Sogar weltweit, glaube ich. In der Schweiz heißt dieser Schein: „Ameiseli“ (Ameise). Ich hatte schon lange keinen mehr in den Fingern.
Nur das kleine Gschmäus.

In der Kundi-Sprache, die ich von meinem alten Mitwohngenossen, «Jack 13“ gelernt habe, heißt das 5-Franken-Stück „Schnägg“ (Schnecke), der Zehner: Fädärä (Feder), der Zwanziger: Pfund, der Fünfziger (Schelter oder Schitter), der Hunderter: Blatt, und den zweihunderter Schein gabs damals noch nicht.

Und der Tausender, wie gesagt, Ameise.

Ein 1 Franken-Stück heißt «än Stutz“. Also, nur än Stutz pro Blogeintrag und ich könnte… ja, was eigentlich? Auf jeden Fall einiges.
Und wenn ich für jeden Eintrag eine Feder kriegen würde, hätte ich jetzt 10 Ameisen. Mit einm Pfund, 20 Ameisen, mit einem Schelter, 50 Ameisen, was ja schon ein ganz kleiner Ameisenhaufen wär.

Kleine Tagträumerein am Tag des Tausenders.
Das hab ich echt verdient.

999

Dies, werte Lesende, ist der 999. Blogeintrag.
Natürlich sind es weit mehr, denn die mehr als 300 Einträge, aus denen dann das Buch LOG entstand, habe ich vorsorglich gelöscht, damit Sie, verehrte Lesende, die Buchhandlungen fluten um LOG zu erstehen. Inzwischen ist es vergriffen. Danke. Die Auflage war unirdisch megaloman, glauben Sie mir. Sie hat mich beinahe unermesslich reich gemacht. Reich an bitteren Erfahrungen und hölzernen Einsichten, die ich mit einer gefühlten Milliarde anderer Internet User teile: Wie kriegt man aus diesem verdammten Netz ein bisschen Kohle raus? Gut, man spart sich den Kauf von Zeitungen. Und so werden wir alle nach und nach zu Umsonstoholikern umgebaut, aber dafür schlägt das Aspirin Generika von 1,25 auf 3,40 auf. Warum? Weil sie’s machen können.
Okay, dann haben wir halt keine Kopfschmerzen mehr. Ist sowieso pures Gift für den Magen, die Acetylsalicylsäure. Vielleicht ist ja das Opium billiger geworden. Kann man vermutlich auch im Internet bestellen. Opis-Opium dot com.

Mal gucken: Vielleicht fällt mir ja besonders zum Tausender ein. Nicht eingerechnet die 120 Einträge, die in „Drafts“ rumhängen und auf den Tag der Auferstehung warten. Schätze, da werden sie lange warten…

Der Unterschied

Vor der Küste zu Gaza hindert die israelische Marine ein sogenanntes „Solidaritätsschiff“ daran, in Gaza anzulegen.
In der Fachsprache nennt man diesen Vorgang „Aufbringen“.
Vermutlich wissen das auch die österreichischen Schurnis. Aber sie titeln und schreiben: „Israel entert Gaza-Solidaritätsschiff.“
„Entern» tun Piraten. Piraten tun ungesetzliches. Israel, soviel mir bekannt ist, nicht.
Aber das ist den Ösi-Schurnis – im besten Fall – jetzt einfach mal wurscht…

Der Unterschied zwischen Aufbringen und entern heißt Israel!

SMS-Dialog

SMS-Dialog zwischen Vater und elfjähriger Tocher, die zu Besuch bei einer Freundin war:

Vater: – bin nun doch schon zuhause…
Tochter :-Sitz im auto
Vater: – du hast doch keinen führerschein…
Tochter: – Du ja auch nicht
Vater: – aber ich sitz nicht im auto, oder?
Tochter: – Wer weiß?
Vater: – Ich. Und ich lüge nie
Tocher: – Wer weiß?
Vater: – du. zum beispiel
Tochter: -OK du hats gewonnen, aber vielleicht bist du einfach ein guter lügner
Vater: – wer weiss?
Tochter: – Weiss schreibt man mit ß… und du wunderst dich, wenn ich ne 4 in deutsch schreibe. Ach Papa
Vater: – du schreibst die tests, keine ausreden. Hab kein scharfes S
Tochter: – Ok, dann bis nachher…

„Provinzlesung 2015“ Kalte Buche / Rhön

Am 3.-5. Juli finden die vom Verleger Peter Engstler organisierte (und spendierte) „Provinzlesung 2015“ statt.
Mit dabei auch 3 Songdog-Autoren:
Benedikt M. Kramer, der fabulöse „Superbastard“-Herausgeber, der 2016 seine ersten Poetry-Band bei Songdog herausbringen wird,
Florian Günther, dessen Debut „Taschenbillard“ bei Songdog neu aufgelegt wurde,
und Andreas Niedermann, dessen Story-Band „Country“ eben erschienen ist.

Provinzlesung 2015 * Kalte Buche / Rhön
3.7. -5.7. 2015 * Lesungen * Filme * Musik
ca. 10km von Ostheim/Rhön zwischen den Ortschaften Weisbach und Ginolfs, Anfahrt zum Berghaus Jungviehweide, an der Kalten Buche

Lesungen am 3.7.2015 ab 19 Uhr & 4.7.2015 ab 13 Uhr * bei schönem Wetter am 5.7.2015 ab 11.30 Uhr
Musik am 4.7.2015

Literatur:
Tone Avenstroup
Paulus Böhmer
Udo Breger
Ann Cotten
Michael Emmert
Christian Filips
Dirk Fröhlich
Egon Günther
Florian Günther
Michael Halfbrodt
Markus Hallinger
Andreas Hansen
Helmut Höge
Katja Horn
Adrian Kasnitz
Theo Köppen
Cornelia Köster
Benedikt M. Kramer
Signe Mähler
William Cody Maher
Julia Mantel
Florian Neuner
Andreas Niedermann
Harry Oberländer
Maria Ostermann
Bert Papenfuß
Kai Pohl
Eckhard Rhode
Robsie Richter
Monika Rinck
Sabina Rösch
Will Staple
Ulf Stolterfoht
Johannes Ullmaier
Marion von Zieglauer

Photo / Collage:
Michael Kellner
Fatzo Seuberling

Musik:
Hugo Velarde
TOTES KAPITAL, sequenz 14

Harry Rowohlt

Harry Rowohlt ist tot, und ich habe noch nie ein Foto von ihm gesehen, als er jung war. Er ist einer der wenigen, wie Robert Duvall, Gene Hackmann und Derrick, die schon immer alt, oder sagen wir, reifer, waren.

Nett der Anschiss, den er einer Nachruferin von Jörg Fauser hinterherschickte, die Fauser als „nicht sympathisch“ bezeichnete: „… Aber warum schreibt sie dann einen Nachruf auf ihn? Soll sie doch einen Nachruf auf jemanden schreiben, der nicht schreiben konnte und der nicht sympathisch war; solche Leute sterben doch auch manchmal.»

„COUNTRY“ – Fünfzehn Stories

„Schon lange hatte ich den Wunsch ein Buch zu machen, dass sich wie ein Outlaw-Country-Album – wenn schon nicht anhört – wenigstens so ähnlich liest. Hier ist es.

Fünfzehn Stories mit den Themen von Countrysongs, vor – zumeist – ländlichem Handlungshintergrund. Mit einer ganzen Menge Tiere. Wobei das mit den Tieren nicht einmal Absicht war. Aber sie waren plötzlich da, ganz selbstverständlich, und wollten, dass ich sie mitspielen ließ. Pferde, Schlangen, Schafe, Rinder, Katzen, Hunde, Rehe und Hirsche.

Bullen gibt es auch. Aber nicht die Kuhmänner.
Und Liebe und Hass und Gier und Neid und Verzweiflung und Gott und Zufall und Sex und Alkohol und Schmerzen und Freundschaft und Rausch und echte, harte Arbeit und die immer noch ungelöste Frage, wie man leben soll…“

COUNTRY
Fünfzehn Stories
180 Seiten / Softcover
€ 18.- / sfr. 23.-
ISBN 978-39503557-9-6

Anfang Juli erhältlich

Déjà vu und Wahnsinn

Die Freunde des gepflegten Déjà vu’ und des Wahnsinns haben eine Heimat gefunden. Sie heißt Burgenland, Österreich. Hier wird wieder mal „Die FPÖ entzaubert und neutralisiert“, in dem man sie in die Regierungs-Koalition „einbindet». Diesmal von der SPÖ.
Und wenn es stimmt, dass die Erfahrung den Österreicher dumm macht, dann macht die Erfahrung aus einem dummen Österreicher einen burgenländischen Sozi.
Und wer schon immer der Meinung war, dass die Definition von Wahnsinn „Immer wieder das Gleiche tun und daran glauben, dass etwas anderes dabei herauskommt“ wahr und gültig ist, der wird an diesem flachen Land seine Freude haben.
Es beginnt ein paar Kilometer weiter östlich von meiner Haustür…

Aus Erfahrung dumm

Kann es sein, dass Erfahrung dumm macht?

Wir sagen ja, mit großer Wahrscheinlichkeit.
Wer nicht überzeugt ist, kann sich die abartigen Zugewinne der FPÖ bei den Landtagswahlen in Österreich ansehen. Wer hier protestiert, proletet rechts. Ganz egal, wie oft diese Partei den Karren an die Wand gefahren hat.

hypokrit.cologne 4711

Die phil.cologne lädt den Philosophen Peter Singer wieder aus. Wegen eines Interviews, in dem Singer sich  u. a. zum Thema behinderte Babys und Embryonen äußerte.

Tja, man weiß halt nie, wen man sich da eingeladen hat, denn der Singer sagt und schreibt ja sonst nix.
Und wer mag schon Diskussionen mit Leuten, die nicht dieselben Ansichten haben wie man selber?
Vielleicht sollte sich die phil.cologne einen anderen Namen zulegen.
Wie wär’s mit hypokrit.cologne 4711?