«One boredom after another»

Nun doch, ja, auch ich habe ihn jetzt gesehen, dieses mit Preisen und Lob überhäuften „Must“ der Filmezunft. Empfohlen und echt ans Herz gelegt von einem Cineastenfreund, und von einem anderen Freund und Filmemacher, mit einem „Naja, naja,“ eher von einem Kinobesuch abgeraten. „One battle after another“, den man nun für 5,99, einem Monatsabo von HBO, sehen kann, falls einem danach ist, einen langatmigen, spannungslosen, holzschnittartigen, von abgepackten Sätzen aus dem Sprüchemuseum der Linksradikalen und Hollywoodrevoluzzer durchsetzten Streifen zu durchleiden.

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen so durch und durch langweiligen Film gesehen habe.

Und mir erging es dabei wie dem alten, genialen Haudegen der echten Cinéma-Guys, dem Drehbuchautor (Taxi Driver u.a.) Paul Schrader, der sich wünschte, dass alle sterben, da es unmöglich ist, sich auch nur mit einer Figur zu identifizieren.

Die einzige Figur für die ich ein bisschen Sympathie aufbrachte, war der indianische Killer, der sich am Schluss gegen das Töten eines Mädchens entschied, und stattdessen irgendwelche Arschlöcher zusammenschoss.

Aber sonst? Im Hintergrund immer wieder durchs Bild huschende Pulks von in die USA zu schleppende „Wetbacks“, seppeldämlich gezeichnete Rassisten, deren schon karikiertes Klischee in der Darstllung mir wenigstens einen trockenen Lacher entlockten.

Aber sicher ein großartiges Werk für alle Trumpfeinde in den Villen von Hollywood und solchen die es werden möchten.

Weitere Preise werden weiter folgen, wie das Menetekel an den Wänden von Hollywood:
«Mene mene tekel upharsin!“
Gewogen und für zu leicht befunden.