Neues aus der Bauschloch-Ochlokratie

Hab ich doch neulich die Genialität der Bauschlöcher in der Wohnung darüber beschrieben und gelobt, da sie im Stande sind (seit Monaten) mit nichts als Kangohammer, Fäustel und Stemmeisen eine 80qm Wohnung zu renovieren, so hab ich heute die traurige Aufgabe Ihnen mitzuteilen, dass sie doch nicht so genial sind wie ich annahm. Denn – und jetzt kommt’s – heute mussten sie ihr geniales Werkzeugstrio erweitern. Und jetzt geht’s weiter mit Kangohammer, Fäustel, Stemmeisen … und … FLEX.

Tja, was soll man da sagen?
Der Mensch irrt, solang er strebt.
Aber sonst änder sich ja nix. Außer das wir etwas Abwechslung ins Lärminferno bekommen.
Ist ja auch nicht zu verachten, oder?

Das Sprüchemuseum (144)

«Trotzdem kursieren unter #Blackout, #Stromausfall oder #Lastabwurf Behauptungen im Netz, die unbegründet Panik verbreiten.“

Deutsches Bundeswirtschaftsministerium (Antifake)

Wir sagen: So warten wir halt auf die Nachrichten aus dem Ministerium, die dann begründete Panik verbreiten. Denn so eine Panik braucht ein gut begründetes Fundament. Ist doch voll klar, oder?

Tage wie dieser

Ich höre Van Morrison „Essential“ in voller Lautstärke, während ich versuche zu schreiben, und von oben der infernalische Kangohammer auf meinen Nervengeflecht eindrischt wie George Foreman auf einen Sandsack.

Zwischendurch google ich nach Myokarditis, da ich mich nicht an die ärztlichen Vorgaben, nach der 4. Impfung keinen Sport zu treiben, gehalten habe. So bin ich: Voller Schuldgefühle und gepeinigt von Krankheitsangst. Darum messe ich auch meinen Blutdruck des öfteren, um zu kontrollieren wie sehr die Lärmhölle in der ich lebe, mich einem Herztod schon näher gebracht hat. 133/84. Schätze mal, ich halte die Folter noch ein bisschen durch.

Ich koche mir Essen. Pastinaken, Karotten, Tomaten, Lauch, Melanzanis, allet gebraten, mit 3 Cheddar-Scheiben gratiniert, und mit Röstzwiebel bestreut. Astreines Gesundheitsfutter.
Unten auf der Straße, der Lärmhölle Nr. 2, wirft ein Bauschloch Gipsplatten in einen Container, in den er danach reinsteigt, um die Platten noch mal aufzuheben, um sie, unter maximaler Ausnutzung ihres immanenten Lärmpotentials, umzuplatzieren. So vertreiben sich die Stumpsinnigen die Zeit.


In den Nachrichten der Bericht über ein blutjungen Islamidioten, der in Bratislava in einer Gay-Bar 2 Männer getötet und eine Frau niedergeschossen hat. Was soll man da sagen?
Außer: Vielleicht hat das Land, in das man geflüchtet ist (vor was?), doch auch das Recht, sich nicht deiner Religion zu unterwerfen.

Ich könnte auch jemanden töten. Nicht aus ideologischen Gründen, aber aus Notwehr. Und der Notwehr-Fall könnte eintreten wenn mein Blutdruck Hemingwaysche Werte erreicht hat: 226/125. Das ist, über längere Zeit, lebensbedrohend.

Wundert euch also nicht, wenn ihr hört, dass ein Mann inhaftiert wurde, weil man ein Bauschloch mit einem Armbrustbolzen in der Fresse ins Hospital gebracht hat.
In den Nachrichten wird es heißen: ‚Der Mann ließ sich nach derTat widerstandslos festnehmen.‘
Vielleicht ziert gar ein zufriedenes Lächeln sein Gesicht. Warum?
Weil er weiß, dass es in der Nähe des Gefängnis noch keine Baustelle gibt.

Bauschlöcher Genies

Einmal sah ich einen Dok-Film über einen Mongolen, der in einer tief verschneiten Landschaft Pferdediebe verfolgte. Als es kein Weiterkommen mehr gab, hieb er mit einer kleinen Axt zwei Bretter aus einer Birke und fertigte sich innerhalb von Minuten ein paar Schis, deren Unterseite er mit Fellstreifen bestückte, die er aus einem Pferdekadaver geschnitten hatte. Alles mit einer kleinen Axt.

Ich erlebe jetzt etwas ähnliches: Bauschlöcher, die über mir seit Monaten die Wohnung renovieren und zwar nur mit Kangohammer, Spitzeisen und Fäustel. Seit Monaten. Zehn Stunden durchgehendes Gehämmer.
Es müssen Genies am Werk sein. Ost-Genies. Sie brauchen nichts sonst. Nur Kangokammer, Spitzeisen und Fäustel.

Das Leben nach dem Tod

Gestern kam ich mit meiner derzeitigen Ergometer-Lektüre zum Ende. Die gesammelten Briefe von Ernest Hemingway. Ein umfangreiches Ding, das keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sehr interessant. Und auch lehrreich. Man könnte sagen, dass der Band eine Art Biographie von Hemingway ist. Sie endet, wie kann es anders sein, mit dem Tod.
Hem drückte den Lauf seiner Schrotflinte gegen seine Stirn, und fetzte sich die Schädeldecke weg. Nun gut. Ich verstehe seine Suicid-Gründe, hätte ich an seiner Stelle vielleicht auch gemacht, so fuckin krank, keine Drinks mehr, verwirrt, verletzt von Flugzeugabstürzen und eine Genesung ferner als Afrika.

Was mich aber stört, ist der gewählte Ort der Tat. In einem Flur seines Hauses, in dem auch seine Frau und Personal lebten.
Ich kannte einen Mann, der sich vor den Zug warf, und danach von seinem kleinen Sohn gefunden wurde.
Wer sich entleibt, sollte doch auch jene denken, die ihn finden werden. Oder ist das in so einer Situation zuviel verlangt? Sind dies letzlich Suicide im Affekt?
Im Film „Three Billboards outside Ebbing“ schießt sich der krebskranke Sheriff (Woody Harrelson) in der Scheune? eine Kugel in den Kopf, über den er aber zuvor einen Leinensack gestülpt hat, versehen mit einem Zettel für seine Frau die ihn vermutlich finden würde. Sie soll den Sack ja nicht runterziehen.
Das ist, finde ich, rücksichtsvoll, und genau so sollte es sein, wenn man sich aus dieser Welt befördert.
Denn, wie schon Ottfried Fischer einmal bemerkte: Es gibt ein Leben nach dem Tod. Das Leben der anderen.

Erbsünden

Ich erinnere mich nicht mehr, bei wem ich es vor vielen Jahren gelesen habe. Mag sein, dass es mit Maxim Gorki zu tun hatte, dessen Vater noch Leibeigener eines russischen Gutsherren war.

Es ging darum, dass der leibeigene Bauer, wenn er das Pech hatte dem Gutsherren zu begegnen, Prügel bezog. Und zwar für die Vermessenheit des Untermenschen den Gutsherren zu grüßen, oder im anderen Fall, wenn er sich erdreistete den Herren nicht zu grüßen.

Es war sozusagen die Erbsünde des Leibeigenen ein Leibeigener zu sein, so wie es meine Erbsünde ist, ein Weißer zu sein. Genau so, wie es eine reiche, privilegierte, unendlich geschäfsttüchtige, weiße Cunt namens Robin DiAngelo in ihrem Buch „White Fragility“ ausbreitet, mit dem sie der linken Schickeria – wie einst die katholische Kirche mit ihrer Erbsünde-Theorie – äußerst erfolgreich, Schuldgefühl einimpft.

Gestern hatte ich wieder einmal Gelegenheit mir meines Rassismus gewahr zu werden. Ich stand an der Supermarktkasse, vor mir drei Leute, in meinem Wagen etwa sieben oder acht Artikel.
Dann näherte sich von hinten links ein „People of Color“, der nur einen Butterzopf in der Hand hielt.
Ich bedeutete ihm vorzugehen. Er nahm dankend an.
Man muss vielleicht wissen, dass ich zu Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Ritterlichkeit erzogen wurde, und ich all das noch nicht ganz überwunden habe, ja, dass es im Alter so gar noch mehr an die Oberfläche drängt. Und ich mache solche Dinge öfter, anderen den Vortritt überlassen. Ja, und sogar manchmal – auf dem Schutzweg – Autos durchwinke. Sorry, for that!

Natürlich wurde ich in dem Fall meines Rassismus sofort bewusst. Denn der Schwarze musste annehmen, dass ich ihm nur den Vortritt gewähre, weil ich damit meinen angeborenen Rassismus kaschieren will. Hätte ich ihn einfach hinten anstehen lassen, hätte ich mich als Rassisten entlarvt, weil ich ihm, dem Schwarzen, den Vortritt verweigerte.

Man kann sagen, ich bin in der Position des russischen Leibeigenen, der seinem Gutsherren begegnet.

Nun denn. Wir alle wissen, was mit den Gutsherren geschehen ist.





Welcome back …

to Bauschloch-County! brüllen die Presslufthämmer um 6h30 von oben und von unten; so heißen sie mich willkommen, um mir mit Nachdruck zu versichern, dass die besten Tage bei „Sprachsalz“ mit diesen intelligenten, gebildeten, kollegialen, belesenen, freundlichen, leisen, trinkfreudigen, hilfsbereiten, arbeitssamen, bestens organisierten Menschen nur ein Ausreißer waren, eine Laune der Natur (wenn man so will), eine winzige Auszeit, von den zynischen Göttern spendiert, nur um dir zu zeigen, dass sie auch anders könnten – aber nicht wollen.
Warum?
Weil ihnen ein vom Lärm arbeitslos gemachter Autor lieber ist, als abgestumpfte Bauschlöcher, die nicht herumlärmen dürfen. Wer weiß, was die sonst anstellen.

Ich bedauere zutiefst, dass man hier nicht alles dem Verfall überlässt, oder warum man die Bauschlöcher nicht besser bezahlen muss, dass man auch darauf schaut, dass sie irgendwann mal zu einem Ende kommen.

Ich würde liebend gerne auch jenen Schurnis ein paar mit der „Kurbatsch» überziehen, die überall verkünden, wie sehr der Bau unter Materialknappheit und irren Preisen leidet.

Wie sagte schon Hadschi Halef Omar zu Kara Ben Nemsi:

««Früher erlaubtest Du mir, meine Nilpferdpeitsche in den Gürtel zu stecken. Das war eine Lust. Wenn niemand mehr Verstand haben wollte, meine Kurbatsch, die hatte ihn. Dann wurdest Du plötzlich gebildet und human. Du verbotest mir die Peitsche. Das tat mir wehe. Denn je weher man dem Feinde tut, desto wohler tut man dem Freund. Seit ich die Kurbatsch wegstecken mußte, haben wir kein wirkliches, kein großes Abenteuer mehr erlebt.»

Im Hotel

Gut, Udo LIndenberg interessiert mich als Musiker und Mensch etwa wie -sagen wir – Mary Roos, aber es gibt doch eine Sache die ich gerade am kapieren bin : Er wohnt in einem Hotel.

Ich auch. Seit 5 Tagen. Im Vier-Sterne-Parkhotel in Hall in Tirol. Und es kommen noch weitere 2 dazu. Nicht Sterne, Tage
Das ist schön.
Freundliche, zurückhaltende aber hilfbereite Menschen. Wer irgendwas wissen muss, sucht, ein Problem hat, tappt an die Rezeption und äussert sich. Und schon springt der Telefonhörer in die Hand des Rezeptionisten/in, piff paff puff und die Sache ist gegessen. Wäsche füllt man in einen Sack und sie wird einem gewaschen und gebügelt aufs Zimmer gebracht.
Man kennt die Barleute, die Kellnerinnen, lernt Hotelgäste kennen, man kann, aber muss nicht sprechen, man kann auf dem Zimmer bleiben und zum Fenster hinaus auf die Straße sehen, ein kleines Bier und einen Bourbon zu sich nehmen, ins Restaurant pilgern, wo in der Küche hervorragende Köche agieren, so dass man selber das Kochen verlernen möchte, es ist sozusagen ein paradiesischer Zustand. Und wie dieser, nicht von Dauer.

Aber wer weiß schon, what the future holds.

Ich geh jetzt ins Schwimmbad und ziehe meine Bahnen, während nette Ladies sich um mein Zimmer kümmern.

Sprachsalz 2022

We proudly present:

Andreas Niedermann liest beim internationalen Literaturfestival in Hall (Tirol) jeweils am Samstag 10.09. -16h15 und am Sonntag 11.09. 17h00

Eintritt für alle Lesungen frei. Alle Schreibenden sind alle Tage anwesend.

Sunday morning moaning

Heute las ich irgendwo, dass die Planung und Errichtung des Trump-Towers in New York in 2 Jahren vonstatten ging. In Worten „zwei Jahre“.

Ich lebe seit zwei Jahren auf einer surround-Baustelle: Unten, vorne, hinten, oben. Baustellen.
Vor einigen Wochen haben Bauschlöcher begonnen, die Wohnung über uns zu „renovieren“, was nichts anderes bedeutet, als dass alles rausgerissen, abgebrochen, weggespitzt, zerdeppert, verhämmert wird, was nicht der Statik dient. Ein tagtäglicher, infernalischer Lärm. Und das ist nur der von oben.
Die Wohnung hat etwa 80qm.
Vor einigen Monaten wurde die Wohnung nebenan „renoviert“. Die Bauschlöcher haben dafür 6 Monate gebraucht. 6 Tage die Woche, 8-10 Stunden pro Tag.

Wie gesagt, der Trump Tower stand in 2 Jahren. 202 Meter hoch, 58 Etagen.

Es scheint den spekulierenden Besitzerarschlöchern keine Rolle zu spielen, wie lange so ein Umbau einer kleinen Wohnung dauert. Sie kaufen sich billige Arbeitskraft aus Osteuropa und lassen diese wüten.

Im ganzen Viertel nur stumpf-dumme Bauschlöcher Visagen und Pöbelgekläffe.

Müssten diese Bauschlöcher den Trump-Tower errichten, würden sie Jahrhunderte brauchen. That’s for sure …