«Heimat großer Kinder»

Möge noch jemand behaupten in der österreichischen Politik herrsche Stillstand, und die eigentlich Arbeit der Koalition bestünde aus dem Ausformulieren von Arbeitsplänen, mit denen dann auch die eigentliche Arbeit bereits getan sei. Nichts da. Jetzt wurde – nach schmachvollem Verhalten der ÖVP-Männchen – eine inkriminierte Textstelle der Nationalhymne geändert. Aus «Heimat großer Söhne» wurde «Heimat großer Töchter, Söhne». Es gab auch andere Vorschläge. Und meiner Meinung nach ist diese Lösung etwas suboptimal, zumal auch «Heimat großer Kinder» zur Auswahl stand.

Lustig, stimmt!

Frauenfußball ist ein Witz, bei dem man sich fragt, wann endlich die Pointe kommt. Wollen die Typen im Publikum ihre Frauen und Freundinnen beeindrucken? Euphemistisch ausgedrückt. Kein Pass kommt an, dauerndes Gemeckere beim Schiri, und einige der Ladies dreschen den Ball weg, als hätte ein Chauvischwein eine Granate auf ihren Kinderwagen losgelassen; sie rempeln sich gegenseitig aus dem Weg, Fehlpass auf Fehlpass, die Tormädchen so hübsch, dass sie in jeder Komediesendung auftreten können, Fliegenfangen auf weltmneisterlichem Niveau, verdammt, Frauenfußball kann so komisch sein. Verhaltensoriginelle Schirientscheidungen en masse. Und da dämmert es mir endlich, ja doch, die Burschen sind im Stadion und gucken, weil sie sonst nichts zu lachen haben, und die Männersynchromschwimmerwettbewerbe gerade ausgesetzt sind; das ist es also, nun ja, da hätt ich auch selber drauf kommen können. Lustig.

Und die Schland Ladies kickten so einen Stiefel, dass ich inbrünstig hoffte, dass sie… und das taten sie dann auch.

Und dann blieb ich doch in einem Spiel hängen. Meine Lieblingshassmannschaft, die Brasileras, kickten gegen die USA. Mann, das war ein Lehrstück in Amerikanismus, never give up the fight, halleluja, und als das Ausgleichstor in der letzten Sekunde fiel, war das Ding durch. Elferschießen. Und diese WM wird von der Frauschaft mit der besten Torfrau gewonnen. Die USA kickt die Brasileras nach Hause! Ist das nicht schön? Rache für die Herren, die es nicht schafften. Ein schöner Abend. Mit Erkenntnis:

Man muss Patriot oder Fan sein, dann macht einem der größte Müller Spaß und lustig ist es auch…

Es ist wieder Bachmann

Dieses Wochenende ist Bachmann. Eine schöne Zeit. Der Fernseher geht um 10h 15 an, und um 15h wieder aus. Die Stimmen der Autoren, und die Stimmen der Juroren bilden die akustische Folie für mein täglich Tun. Ich koche, lese, schreibe, und schimpfe mit den Kindern; all das tue ich mit Literatur. Ich geh auch Lulu mit Literatur. Und der Kritik von Literatur. Manchmal sehe ich im Tele-Text nach der Bio des Autors. Es haben (fast) alle studiert. Keiner war z.B. Söldner im Balkankrieg. Es gibt auch keine Prostituierten unter den Autorinnen.

Ein Schweizer Autor schrieb einen Text über einen Arzt im Afghanistankonflikt. Er bekam viel Lob. Ich putzte gerade meine Zähne während er las, und danach stauchte ich meine Kinder zusammen, weil sie rumstritten. Das dauerte (weil die Girls sind zäh), und so verpasste ich fast alles. Nicht verpasst habe ich das Lieblingswort des Jurors Paul Jandl. Das konnte man nicht verpassen. Er sagt so oft «Text», dass man Brechreiz bekommt, und dem nächsten Menschen auf der Straße, der zu einem frech «Text» sagt, aufs Maul hauen wird. Aber ich ging dann kochen. Mit Text-Brechreiz. Etwas asiatisches. Mit viel Ingwer. Das ist gut gegen «Text»-Brechreiz. Das kann man überall nachlesen.

Als Frau Rabinovich dann auch noch «Text» sagte, hängte ich mich ins Netz, und las «Standard online». Über Bachmann, natürlich. Da stand:

«ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz erklärte den Wettbewerb in seiner Begrüßung zur «resistentesten und möglicherweise renitentesten Casting-Show» und kündigte an: «Wir werden vier Tage lang gebannt zuschauen, wie Herr von Spinnen (Juryvorsitzender Burkhard Spinnen, Anm.) Dieter Bohlen in die Schranken weisen wird.»

Dann ging ich wieder zum Gerät. Nachsehen. Aber Bohlen war nicht da. Hat vermutlich den Schwanz eingezogen, ist abgehauen. Spinnen formuliert druckreif. Und Ingwer-scharf. Ich wünschte, Bohlen wär nicht abgehauen. Jetzt wird man sogar schon im «Standard» angelogen. Was soll man noch glauben?

Ein Österreicher schrieb seinen «Text» im Passiv. Aber natürlich höchst aktiv. Falls ich in nächster Hinkunft wieder mal in eine Buchhandlung käme, sähe ich mit großer Wahrscheinlichkeit den Roman des «Passiv-Mannes», und die Kunden, die vor dem Stapel stünden, würden «Ist das nicht dieser wahnsinns geile «Passiv-Roman»?» sagen. Das war jetzt im Konjunktiv. Glaub ich, wenigstens. Aber. Ist. Das. Nicht. Wurscht? Wenn sie sowas lesen, ist es von Frau Streeruwitz. Meistens. Das sag ich einfach nur so. Damit ihr sehen könnt, dass ich was auf dem Bildungskasten hab. Ein einfacher Mann wie ich. Unstudiert.

Schätze, es wird Zeit für den «Konjunktiv-Roman» oder die «Plusquamperfekt-Novelle». Das sind die literarischen Herausforderungen, die uns im 21. Jahrhundert noch bleiben.

Meine Mädchen lesen. Beide. Die Jüngste entdeckt es gerade. Sie ist sieben. Während die anderen Mädchen im Theaterworkshop «In eines andere Haut schlüpfen» die «Topmodells» mimten, machte sie die Reporterin. Mit selbst gemachtem Mikro. Und Heidi Kuh (©Papa), findet sie nicht so gut.

Na, ich weiß nicht. Morgen geh ich ins Geisteszentrum. Gewichte stemmen. Da gibts überall Monitore. Ich hoffe mit Bachmann. Aber wetten würde ich darauf nicht.

«The Crazy Never Die»

Der Autor und Verleger Klaus Bittermann, hat wieder ein Buch geschrieben. Es heißt «The Crazy Never Die» und es ist, wie jedes Bittermann Buch, mehr als erfreulich, denn es ist ein verdammt gutes Buch.

«The Crazy Never Die», fürwahr, man möchte es hoffen! Bittermann entwirft, in über 250 Seiten, mit lockerer Hand und in flüssigem, mitunter freundlich ätzendem Bittermann-Stil die Portraits von 6 Burschen, die wir alle lieben. Als da sind: Lenny Bruce, Robert Mitchum, Hunter S. Thompson, Abbie Hoffmann, Lester Bangs und Kinky Friedman.

«Sie verkörpern Widerstandsgeist, Provokation und Dissidenz, und das alles auf einem extrem hohen Drogenniveau.»

Haargenau! Und viele von uns, sollten dieses Buch lesen. Die einen, weil es ihren Geist erfrischt, wie ein Film mit Bob Mitchum; die anderen, weil es sie an die guten, trunkenen Zeiten erinnert; und die dritten, weil es sie in die Spur zurückbringt.

Die meisten aber, sollten es nicht lesen. Denn dieses Buch könnte sie daran erinnern, was sie alles auf dem Weg zu «ihrem Glück» liegen ließen oder allzu billig verschleudert haben.

«The Crazy Never Die» Klaus Bittermann, Edition Tiamat, Berlin, www.edition-tiamat.de

Klitschko versus Haye. Boxen, bye bye.

Gestern nach dem Kampf Haye-Klitschko, strömten die Ordner und Helfer in den Ring, verpackten sorgfältig die Ringluft und ließen sie mit Blaulicht ins Krankenhaus fahren. Die Ärzte zählten 1047 Löcher. Und während die Chirurgenteams der Ringluft die Löcher stopften und vernähten, klackten vor den Kameras von RTL die Pinocchio-Nasen der Promis gegeneinander, derweil sie uns (und sich selber) erzählten, welch Jahrhundertfight wir gerade gesehen hätten. Mussten sie wohl, bei den Tausend-Euro-Ring-Karten. Mich hingegen ließ «DER KAMPF» völlig kalt. Ballyhoo, Gedöhns und Gequatsche satt, dem nachher keine Taten folgten.

Nur Emmanuel Stewart, Klitschkos Trainer, mochte nicht rumflunkern, und machte keinen Hehl daraus, dass sie Haye falsch eingeschätzt hatten, und deswegen Klitschkos nicht besonders gut war . Sie hatten angenommen, dass Haye sofort intensiv auf Klitschko eindringen würde, aber sie hätten auch annehmen können, dass Haye annimmt, dass sie das annehmen, und der Mann smart genug ist, seine Taktik umzustellen. Es war also nur ein 1 Zug Vorausdenkding. Nicht beeindruckend.

Nun haben die Lieblinge der Deutschen, die Klitschis, alle wichtigen Gürtel im Schwergewicht in ihrer Familie vereinigt. Es ist, als wäre der Sargdeckel endlich geschlossen. Der von zuviel Plunder, Geld, DonKingismus und Kameraitis aufgetriebene Leib des Schwergewichtsboxens, ist bereit für den Gang zum Friedhof. Und die Klitschkos werden ganz vorne im Trauerzug mitmarschieren und die ukrainische Familienquetschtröte bedienen. Sei’s drum. Haye wird auch Schluss machen. Und das ist gut so.

Aber ich weiß auch, dass wir bald einen haben werden. Er heißt Robert Helenius, ist Finne und mächtig smart. Mal sehen, wie lange sie brauchen werden, um auch diesen Mann zu zerstören…

Für Hemingway (21. Juli 1899 – 2. Juli 1961)

«…Wir haben alles vergehen sehen, und wir werden beobachten, wie es wieder vergeht. Die Hauptsache ist durchhalten und seine Arbeit zu Ende führen und zu sehen und zu hören und zu lernen und zu verstehen; und zu schreiben, wenn es etwas gibt, was man weiß; und nicht vorher; und nicht zu verdammt viel später. Lass die, die es wollen, die Welt retten, wenn du nur dahin kommst, sie deutlich und als Ganzes zu sehen. Dann wird jeder Teil, den du machst, das Ganze repräsentieren, wenn es ehrlich gemacht ist. Was man tun muss, ist arbeiten und lernen, wie es zu machen ist…»

Ernest Hemingway «Tod am Nachmittag»

P.S. Und wie zu Hemingways Ehren findet heute der lange ersehnte Fight im Schwergewicht statt: Der Lieblingsdeutsche aus Kiew, Wladimir Klitschko gegen den Engländer David Haye.

Es sind tausende englische Fans anwesend. Die Deutschen, die sich über all die Jahre eine internationale Reputation der unsauberen Ringurteile erworben haben, könnten Probleme bekommen. Es ist nicht ganz abwegig, dass die britischen Fans ein krasses Fehlurteil zu Gunsten Klitschkos nicht einfach hinnehmen werden. Briten sind keine Bundesdeutsche. Und vielleicht tun die Veranstalter gut daran, sauber arbeiten zu lassen…

Bardamu ist schon lange dahin

«Verstehen Sie es, im Unrecht zu sein.» (in einem Brief an Henry Miller)

«Musik muss sein und Leid. Musik, und noch mehr Leid.» (sic?)

«Ich scheiße auf euch alle, und zwar aus beträchtlicher Höhe.»

Louis-Ferdinand Destouches

Heute vor 50 Jahren starb Louis-Ferdinand Céline. Ich weiß nicht, wie oft ich seinen Roman «Reise ans Ende der Nacht» verschenkt und wieder gekauft habe. Es ist das einzige Buch eines bekennenden Antisemiten, das bei mir im Regal steht. Es passt zu ihm, dass er einen solchen Hieb hatte, und es ist schmerzlich. Aber es ist und bleibt für mich eins der besten und auch komischsten Bücher, die ich gelesen habe.

Ich hatte mal eine Freundin, die sich immer bog vor Lachen wenn ich mich verletzt hatte. «Du siehst so komisch aus, wenn du Schmerzen hast.»

So auch Céline.

Heute habe ich entdeckt, dass sich Neonazis und Holocaustleugner auf ihn beziehen. Aber die würden sich auch auf die Kotze eines magenkranken Schäferhunds beziehen, wenn sich darin ein Stück gefilter Fisch befinden würde.

Gestern war mir nach Erbauung zumute (wie fast immer), und ich machte den Fehler, mir Charles Taylor bei Scobel anzusehen. Nein. Fehler war’s eigentlich keiner. Ich lernte, dass Charles Taylor an zwei Dinge glaubt: 1. Dass er ein Philosoph ist. 2. Dass er als Kanadier in der Lage ist, das erste in deutscher Sprache zu erklären.

Heraus kam, dass er gläubiger Katholik ist, und dass er nicht einen einzigen korrekten Satz in Deutsch herausbringt. Weder in Syntax noch Grammatik. Es war, als würde ich mit meinem Italienisch, mit dem ich ganz gut ein Zimmer und ein Menue bestellen kann, versuchen, die Magie von Hemingways Prosa zu erklären.

Aber mit uns kann man’s ja machen, Scobel, wa?

Positively backyard

Gestern wieder mal, im ORF, einen Talk über den Alkoholmissbrauch der Jugend gesehen. Köstlich.

Ich wundere mich immer wieder, warum nie jemand so eine Runde verlässt? Wegen fortgesetzter Beleidigung der Intelligenz? Oder so. Wo ist eigentlich Kinski geblieben? Wo die zwei Klitorisfinger auf Leder, von Nina Hagen?

Wenn man alt ist, hat man schon einiges gesehen. Und einiges hat man schon zigmal gesehen und wird es wieder sehen, wenn man blöd ist und wieder hinsieht. Wie ich.

Aber manchmal ist es einfach entspannend die Blödmachmaschinerie am Laufen zu sehen, wie eine betrunkene Waschtrommel die sich für den Nabel der Welt hält.

Das, lieber Henk, ist vermutlich nicht positiv genug. Aber ich sehe in meinem Hinterhof die schweren, weißen Holunderblüten im Wind wippen, und die lebhafte Diskussion der Lindenbaumblätter. Und von vorne, zur Straße hin, sind noch keine Schüsse zu vernehmen. Nicht mal Trillerpfeifen. Ist das positiv genug, ihr Henkens?

Henks Mail

Henk hat sich wieder mal gemeldet. Per E-Mail. Hier ist sie. Ungekürzt, unzensiert und unrasiert.

Niedermann

da du mir letztes Mal anstatt des vollen, mir zustehenden Honorars für meine Gesellschaftskolumne, nur eine Anzahlung und deinen Roman «Die Katzen von Kapsali» in die Hand gedrückt hast, beschloss ich, dass du mir in Hinkunft einfach Arsch vorbeimarschieren sollst. Ein Arschdefilée.

Ich habe dann aber, die Götter mögen mir verzeihen, doch das blaue Büchelein zu lesen begonnen. Aber nur, weil mir so langweilig war, dass ich in meiner sozialen Hängematte liegend, angefangen habe, die Haare auf meinen dreckigen Zehen zu zählen. Nun gut, ich gebe zu: «Die Katzen…» sind wenigstens kein Gesülze, haben Tempo und man ist schnell mit ihnen durch und kann sich wieder Wichtigem widmen, wie dem Zählen der Zehenhaare.

Das blöde Buch hat mich, und das sage ich jetzt nur unter Folter, verführt. Ich habe dir geglaubt. Dein Griechenland-Trip, irgendwie. Wie soll ich’s sagen? Ich habe meine ersparten Transferleistungen zusammen gekratzt (Ich sauf weniger und billiger) und hab mich à la Niedermann auf die Socken gemacht. Alles genau wie im Buch. Mit dem Zug nach Brindisi. Dann mit der Fähre nach Patras. Das war’s. Etwas beschisseneres habe ich noch nie erlebt.

Patras. Die Hölle. Oder besser: Die Vorhölle. Keine Hippies mit verknoteten Bärten in den Kafenions, dafür überall Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Sudan, Somalia und was weiß ich woher. Die armen Arschlöcher. Sie schlafen in Lastwagenwracks, in Kartonschachteln, unter Autos, was weiß ich, essen verfaultes Gemüse und ranziges Obst, dass sie aus dem Mist von Restaurants klauben, und müssen aufpassen, dass die Eingeborenen ihnen nicht die Fressen einschlagen. Die haben so einen Scheißhass, ein Hammer. Und die Jungs tun nichts anderes, als auf Lastwagen aufspringen und hoffen, dass sie es irgendwie schaffen – von den Chauffeurs und den Bullen unbemerkt – nach Deutschland, Frankreich, Resteuropa zu kommen. Ich habe mich noch nie so beschissen gefühlt. Pah! Patras! Pah Griechenland! Ich würde gerne wissen, was diese Jungs, denen selbst das Trinkwasser fehlt, zu deinem Buch sagen würden?

Und der Rest war auch Scheiße. Du solltest den Göttern auf den Knien danken, dass du diese Zeit damals erleben durftest. Man kriegt das große Heulen, wenn man das heute sieht.

Im übrigen finde ich, dass du einfach zu negativ bist. Dein Blog ist nur noch ein Scheißgewinsel. Streng dich mal ein bisschen an. Und denk an die armen Arschlöcher von Patras, wenn du wieder was zum granteln hast.

Und komm mit dem Rest der Gage rüber. Sonst komm ich rüber…

Henk

Frauensport

Zur Zeit ist Frauenfußball angesagt. In den Medien beschäftigt sich ein bezahlter Haufen Expertendarsteller damit. Sie erzählen uns nun überall, wie grundgenial Frauenfußball ist. Und wie erfolgreich der deutsche. Find ich gut. Frauentennis ist auch supi. Und wer sich gerne 2 Ladies anschaut, die sich wüst die Fresse polieren, der geht zum Frauenboxen. Auch gut.

Ein ärztlicher Vertreter der klügsten aller Weltreligionen hat neulich in Wien behauptet, dass Sport für Frauen ungesund ist. Er meinte vor allem das Schwimmen. Die Hormone und so. Er musste zurücktreten. Ich hoffe, auch als Arzt.

Ich möchte nicht hören müssen, was er über Frauen-fußball, -boxen, -tennis zu sagen weiß. Aber das möchte ich nicht mal von mir hören. Das sind Stiche ins Wespennest. Okay. Ich riskiers doch: Langweilig. Aber die Frauen, die die Hälfte der Menschheit stellen, brauchen uns nicht. Bis vor kurzem galt es noch als letzte Bastion weiblicher Weiblichkeit, die Abseitsfalle nicht zu kapieren. Das ist vorbei. Mir wurscht. Auch die Leistungen einer Faustkämpferin wie Regina Halmich konnten mich nicht in einen Fauenboxaficionado umbauen. Nur für Serena Williams hegte ich eine gewisse Vorliebe, ich glaube, weil ihre Raubtierhaftigkeit mich einschüchtert. Aber sonst? Langweilig.

Wenn meine Töchter fußballern, boxern, tennissen wollen, wunderbar. Wenn sie einen Wettkampf hätten, würde ich hingehen und sie anfeuern. Sogar Eintritt zahlen.

Aber wenn in Kürze brasilianische Frauen gegen englische Frauen kicken, bleibt mein Fernsehgerät aus. Da können die Experten sagen was sie wollen. Und die Vertreter der Weltreligionen auch.

Aber wie meine kleinen Frauen schon treffend bemerkten: «Du hast ja an allem was zu bemeckern!»

So, jetzt dürft ihr alle über mich herfallen…