Gute Idee

Aus familiärenund auch anderen Gründen verbringe ich immer wieder Zeit im Berner Oberland, wo ich zum großen Teil aufgewachsen bin. Meist in Wengen, aber auch in Interlaken, das als der meist heimgesuchte Ort von „Saubrasis“ (Saudis, Brahmanen, Asiaten) genannten Touristen ist. Abartig. Abartig und gleich noch mal: Abartig.

In Barcelona haben es die Einwohner inzwischen verstanden: Es herrscht Krieg. Und sie protestieren schon länger gegen die Schwemme, die nie abreissende Flut an Tourons (Tourist-Morons), die ihnen das Leben in der Stadt nicht nur vergällt, sondern auch unbezahlbar macht.

Inzwischen wehren sie sich auch mit Wasserpistolen.

Gute Idee, finde ich. Und denke mir aber gelichzeitig: Warum nur Wasserpistolen?

Der nächste Idiotenkrimi (Nachtrag)


Unter dem Titel „Der nächste Idiotenkrimi“ siehe:
https://niedermann.at/2024/06/der-naechste-idiotenkrimi/

habe ich gewettet, dass ich den Ausgang erraten kann.
Konnte ich nicht. Wie ich jetzt in einem Spoiler gelesen habe. Sorry.

Es waren nicht die Nazis, die das Mädchen vergewaltigt und getötet haben, um es den Migranten in die Schuhe zu schieben, es waren tatsächlich Migranten. Was aber nicht heißt, dass sie Schuld haben, oh nein, beileibe nicht!
Schuld sind wir alle, weil wir uns einfach nicht in die Gesellschaft und Lebenswelt dieser Migranten integriert haben.

So schaut’s aus, in der guten schönen Welt, der woken Islamo-linken.
Seht also zu, dass ihr euch integriert, und dann müssen die Migranten auch keine Mädchen mehr vergewaltigen und töten.
Ist doch nicht zuviel verlangt, oder?

Das Sprüchemuseum (164)

«Der beste Engländer des Spiels Schweiz-England war der Schweizer Akanji.“

Spitze Zunge Lachsfilet

Wir sagen: Nicht falsch. Sein Penalty sollte in die Fußball-Lehrbücher als Negativ-Beispiel aufgenommen werden: Unkonzentriert, schlapp ausgeführt, unpräzise und uninspiriert. Selbst ich hätte das Ding noch gekriegt, auch wenn beim Aufschlag meines Körpers, die Erde sachte und liebevoll gebebt hätte.

Martha Niedermann-Signer (1931 -2024)



Gestern Nacht schlief meine Mutter ein, und wachte nicht mehr auf. „Es sei Zeit“, hat sie gestern noch gesagt. Sie hatte recht, es war Zeit.

Hier ein Auszug aus meinem bald erscheinenden Roman „Buch Maloch“, der ihr gewidmet ist:

«Der erste Mensch, den ich arbeiten sah, war meine Mutter. Ohne einen Begriff davon zu haben, was «Arbeit» war. Es schien das zu sein, was die Frauen machen. Oder der Flückiger, der Lumpensammler, der zusammen mit einem haarigen Berner Sennenhund seinen Lumpensammlerkarren durch die Straßen zog, während die Frauen aus den Häusern traten und ihm ihr «Glump» übergaben. Um es später als in Behindertenheimen fabrizierte Teppiche wieder zurückzukaufen. Nicht dass ich damals schon davon gewusst hätte, so wie niemand genau wusste, was Väter so taten. Sie gingen am Morgen aus dem Haus, kamen am Mittag zum Essen und gingen wieder, um am Abend endgültig zurückzukehren. Sie gingen «zur Arbeit», wurde gesagt. Aber hatte sie jemand je arbeiten sehen? Wusste jemand genau, was sie taten, wenn sie nicht zu Hause waren? War ihre behauptete Arbeit nichts anderes als ein Gerücht? Von ihnen selber in Umlauf gebracht, damit sie erklären konnten, woher das Geld für Miete, Essen und all das Zeug, das wir brauchten, herkam? Vielleicht saßen sie in Kneipen und spielten Karten? Oder sie waren Kriminelle, die Zigaretten und Schnaps schmuggelten. Wer wollte das schon wissen?

Mütter kochten Essen. Gingen einkaufen. Trugen den vollen Wäschekorb in den Keller, hängten die feuchte Wäsche auf Wäscheleinen. Bügelten die Bettwäsche und die Kleider. Machten den Abwasch. Wechselten die Windeln der Kleinen. Fütterten sie. Holten den krachend lauten Staubsauger heraus und fuhrwerkten damit durch die Zimmer. Wedelten mit dem Feudel Staub von den Schränken. Jeden Tag aufs Neue.

Manchmal setzte sich meine Mutter kurz aufs Sofa. Immer mit einer Entschuldigung: «Ich muss mich kurz hinsetzen. Nur eine Minute.» Es war, als entschuldige sich ein Hungriger, dass er jetzt leider, leider etwas essen müsse. Tat sie etwas verbotenes? Ja. Sie arbeitete nicht. War es denn wirklich verboten, nicht zu arbeiten? Ja, war es. Arbeit war das Kreuz und die Auferstehung. In den Traueranzeigen hieß es von verstorbenen Frauen: Ihr Leben war Arbeit. Von Männern hieß es das nicht.»

Vintage-Fußball

Als ich mich ein wenig für Fußball zu interessieren begann, was vor allem meinen Onkeln Toni, Albert und Walter geschuldet war, spielten noch die Charlton Brüder: Jack und Bobby. Sie waren die berühmtesten Fußballer der Sechziger, und sie waren Vorbilder. Vor allem auch für Fairplay, für einen Stil, der sportlich genannt werden konnte: Man teilte aus und steckte ein, und half dem Gefoulten wieder auf die Beine, man meckerte nicht rum, keine niederträchtigen Revanchefouls, kein Nachtreten: sie waren alle Gentlemen.

Und so sahen es auch meine Onkels, die auch Fußball spielten. Und so sah ich es auch, ich, der eigentlich nur Interesse an der Arbeit eines Torwarts hatte, und dann später auch im „Kasten“ stand. Noch etwas später dann im Handballtor.

Heute ist Fußball, wie der Tourismus, Krieg. Und wie jeder Krieg, ein Milliardenbusiness.

Mein Interesse an Fußball ist mäßig bis vernachnachläßigbar. Wobei ich gerne zugebe, dass es mitunter ein großartiges, und begeisterndes Spiel ist, mit wunderbaren Akteuren und großen Charakteren.
Aber alles, was nicht auf dem Platz geschieht, widert mich an. Maßenpsychosen, Chauvinismus, brutale Aggressivität, dumme Sprechchöre, besoffne Gewalt, um nur ein paar Zutaten zu nennen.

Das waren auch die Gründe, warum ich nur meiner Tochter zuliebe zwei-oder dreimal ins Stadion ging, aber oft gerne beim Boxen auftauchte. Die Stimmung im Publikum könnte unterschiedlicher nicht sein. Im Ring kämpft Mensch gegen Mensch, und versucht einen Sieg zu eringen, beim dem es von Vorteil ist, den anderen niederzuschlagen, so dass er bis 10 nicht wieder steht.
Im Publikum werden keine Fahnen geschwenkt, keine Beleidigungen gebrüllt, und die Zuschauer gehen auch sonst beinahe sanft miteinander um. Respektvoll, könnte man sagen.
Dieselbe publikumsmäßige Zurückhaltung kann auch beim Rugby sehen.
Es ist, als würde die Härte des Kampfes im Ring oder auf dem Feld, eine Art Katharsis beim Zuschauer bewirken.
Und wer wirklich Lust hat, die volle Härte eines Sports zu sehen, der möge sich den „Calcio storico“ in Florenz ansehen. Meine Fresse!

Netflix: Heimspiel

Prolongierung der 55-Wort-Stories

55-Wort-Story VIIIl

„Was hilft eigentlich gegen Zombies?“, fragte Jacky.
„Keinen Tau“, antwortet ich ihr. „Baller ihm halt den Schädel weg, mit ner Abgesägten.“
„Okay. Aber darf man das?“
„Es sind Zombies. Und für die gilt das Gesetz nicht.“
„Wo krieg ich so ne Abgesäte her?“
„Und wo die Zombies?“
„Ach, die. Die sind überall. Heißen jetzt Smombies.»

Der nächste Idiotenkrimi


ist unterwegs, und ich verkneife es mir, den Namen des Tippers zu verraten, den schreiben kann man den Stiefel nicht nennen. (Hab was im Radio gehört) Aber er ist halt berühmt, und er ist ein Guter und er steht auf der richtigen Seite, also wird das Ding rauf und runter beworben werden, wie es einem Ding eines berühmten Guten, der auf der richtigen Seite steht, zusteht.

Hier der Waschzettel:

«Ein schockierendes Verbrechen – und alle werden es sehen

Die 16-jährige Lena Palmer verschwindet spurlos. Drei Tage später taucht sie in einem verstörend brutalen Video wieder auf, welches in atemberaubendem Tempo viral geht. 

BKA-Kommissarin Yasira Saad soll Lena finden und die Täter identifizieren. Ihr bleibt wenig Zeit, denn schon gibt es erste gewalttätige Demonstrationen in deutschen Städten. Eine rechtsradikale Gruppierung namens »Aktiver Heimatschutz« gewinnt rasant an Zulauf. Kann Yasira die Täter verhaften, bevor der Lynchmob zuschlägt und der Rechtsstaat zu wanken beginnt?»

Er soll unglaublich spannend sein dieser Krimi, wahnsinnig spannend, kaum auszuhalten sei diese Spannung.

Ich wage einen Spoiler, obschon das Buch noch nicht erschienen ist:

Die Tote soll angeblich von MIgranten umgebracht worden sein, und nun planen pöse Nazis Rache. Aber, darauf wettte ich, wird sich herausstellen, dass es gar keine Migranten waren, sondern die pösen Nazis, die die Sache inszeniert haben, um sie jenen in die Schuhe zu schieben, damit endlich das Volk sich erhebt und endlich die untätige Regierung zum Teufel jagt. Und so weiter und so fort.

Wetten?
So funktionieren deutsche, superspannende Krimis. Genau so.
Als würden sie alle von Herbert Grönemeyer simuliert.

Seid brav und blöd, und kauft das Buch!

Blog-Kommentare

Wenn ich mit Freunden, Bekannten oder auch sonst Menschen spreche, die hin und wieder oder reglmäßig meinen Blog lesen, so bekomm ich fast immer folgenden Satz zu hören: „Ich bin nicht mit allem einverstanden, was du da schreibst.“

Okay, denke ich mir, warum sagst du mir das? Nicht mal ich selber bin immer einverstanden, mti dem was ich schreibe. Und wenn ich, was ich manchmal tue, Einträge von vor mehr als zehn Jahren lese, bin ich ein entschiedener Gegner meiner geäußerten Ansichten, Meinungen, Polemiken usw. (Ja, diesen Blog gibt es seit 2009. Also 15 Jahre, und er ist umsonst, oder besser, gratis zu konsumieren.)

Warum, frage ich mich, ist es wichtig, mir mitzuteilen, dass der oder die Leserin nicht mit allem einverstanden ist, was ich von mir gebe?
Seltsam. Ich setze das voraus, und finde es eigentlich nicht erwähnenswert. Und da niemand für das Lesen des Blogs bezahlt, ist mir die Meinung der Leser auch relativ blunzen.

In den Anfängen, gab es eine Zeit in der geneigte Leser (weibliche sind mitgemeint) kleine Beiträge leisteten. Und dann erfand ich den „Autor als Jukebox“ und man konnte sich für einen kleinen Betrag ein Thema aussuchen, zu dem ich dann einen Text verfasste.

Funktionierte eine Weile. Dann schlief das Ding wieder ein. Wer weiß warum. Vermutlich war die Kundschaft nicht zufrieden mit meiner Arbeit, oder sie wandte sich relevanteren Dingen zu.

Wie dem auch sei: Ich muss jetzt Schluss machen, sonst wird der Eintrag zu lang. Denn wie habe ich auf der Drehbuchakademie gelernt: „Niemand will lesen.»

Ein Tag im Leben eines Autor-Amateur-Bergbauern

Tagwache: Zwischen 5:30 und 6:30
Tenue: Casual
Einfeuern des Boilers, da der Mann später wie Sau aussieht, stinkt wie ein Iltis und eine Dusche braucht.
Aufsetzen des Kaffes. Einschalten von Radio und Laptop.
Frühsport: Liegestütz 20 plus
Frühstück: Kaffee mit Kaffeerahm
Zeitungslektüre
WC-Besuch.
Schreibpensum. Diesmal :Lektorat
Fertig für die Hacken.
Tenue: Kurze Hose, Wanderschuhe. Poloshirt mit entfernten Ärmeln.
Mäharbeiten.
Pause und vorbereiten des Mittagessens.
Diesmal: Olma-Bratwurst mit Ratatouille.
E-Mail-Check und Schreiben.
Nickerchen

Nachmittag:
Holzen. Metrige Stücke in 33,33 Schneite schneiden und im Schuppen schlichten. Dauer 2- 3Stunden.

Pause mit einem Cynar.

Dusche. Tenue Casual

Ab 17 Uhr auf dem „Blutgerüst“ (Terrassee mit Rundumaussicht) „ins Land einischauen“ und dabei ein großes, fettes, beschlagenes Glas Weißwein vom Genfersee trinken.
Erste Glücksgefühle.

Abendessen.
Wie immer: Salat. Mit Tomaten, Gurken, Fenchel, Chicoree, Oliven und Ei. Kleines Glas Wein dazu.

Blöd abhängen und irgendwelchen Shit im Internet Bedeutung verschaffen.

Ab 20 Uhr
Gemütliches Beisammen auf dem Balkon mit Rye, Bourbon, einem kleinen Bier, Fledermäusen, Vögeln, Fuchs und Dachs. Und mir.
Zweite Glücksgefühle, da ich alles geschafft habe, was ich mir vornahm.

23 Uhr
Lichterlöschen.