Dringend untersucht

Wer vor Covid-19 nicht an den Menschen als eigenverantwortliches Individuum geglaubt hat, hat kein Herz und keinen Verstand. Wer während Covid-19 noch daran glaubt, sollte sich dringenden untersuchen lassen.

Venezuela Nr.2

Meine jüngere Tochter schilt mich wegen meines „Pessimismus“. Sie spricht vom negativen „Pygmalion“-Effekt, den ich nicht kenne, der aber so etwas wie eine „self fulfilling Prophecy“ sein soll.

Das Leide ist nur, dass ich nicht immer falsch liege. Sie fragt mich, warum ich der Meinung bin, in die Zukunft blicken zu können. Ich antworte, dass die Zukunft sich aus der Gegenwart entwickelt und die Gegenwart aus der Vergangenheit. Mit diesen Komponenten kann man schon mal eine kleine Prognose wagen. Gerade wenn es um Politik geht.

In einem meiner letzten Posts riet ich vom Jubeln über Bidens Sieg ab, und gab zu bedenken, dass es nur eine extra Portion Korruption der Reps. brauche, um Trump im Amt zu lassen.

Nun sieht es meiner Meinung danach aus, als würden die USA in Bälde zu einem 2. Venezuela mutieren. Ein Staat mit 2 Präsidenten. Und soweit ich informiert bin, ist dieser Zustand in Venezuela noch irgendwie virulent, obschon mit Vorteilen für den Fettsack Maduro.

Faktisch bedeutet dieser Zustand in den USA nichts anderes als Bürgerkrieg. Das ist fuckin erschreckend. Werden in Bälde amerikanische Flüchtlinge über den Ozean nach Europa schippern? Wird der Partylärm und die Jublerufe aus den muslimischen Ländern, in China und Russland bis hierher zu vernehmen sein.

Bin ich ein Pessimist?
Spielt das überhaupt noch eine Rolle?

Generation beleidigt

Im Verlag Ed. Tiamat von Klaus Bittermann erschienen ist:

»Der Band ist keine bloße Warnung, sondern kritisiert einen zurzeit modischen Hang zum Identitären und Moralistischen, der zumindest in der jungen, neuen Linken längst den Ton angibt und nun auch weitere gesellschaftliche Bereiche unter strengste Gesinnungsdisziplin zu stellen droht. Fourests in der Tradition der Aufklärung stehende Ausführungen wirken angesichts dessen anachronistisch.« Nico Hoppe, Neue Zürcher Zeitung.

Hier zwei Exzerpte aus dem Interview das die „taz“ mit Caroline Fourest geführt hat.

Interessanterweise redet die identitäre Linke übrigens auch nicht von kultureller Aneignung, wenn sich ungläubige Weiße einen Hidschab aufsetzen.

Ja, denn ich habe den Eindruck, dass die Leute mittlerweile schon paranoid werden, wenn sie nur mit jemandem in einem Raum sind, der eine andere Meinung hat.

Hier der Link zum Interview. Lese, wer lesen kann:

https://taz.de/Islamismus-Charlie-Hebdo-und-die-Linke/!5723540/

Gegen Jubel, für den Zweifel

Jubel allenthalben. Trump hat verloren. Wir alle, sollen einen neuen Präsidenten kriegen. Den Joe, den Biden.

Ich juble nicht. Ich habe schon 89 nicht mitgejubelt als in Germany die Mauer fiel. Ich denke, dass die meisten Jubler heute das Gejubel doch etwas kritischer sehen. Überhaupt: Das allgemeine Gejubel ist mir suspekt. „Auf ein Lächlein folgt ein Bächlein“, pflegte meine Großmutter zu sagen, wenn wir zu übermütig waren. Sie behielt jedes Mal Recht.

BIn ich etwa verklemmt? Ein unrettbar an den Pessimismus verlorener Skeptiker? Ein freudlos neidischer Miesmacher?
Vielleicht. Aber eher nicht.
In den sechziger Jahren gab es einen Eishockeycrack indianischer Abstammung. Er ließ es sich nie anmerken, wenn er ein Tor geschossen hatte. Keine Jubelgesten. Er überließ das Gejubel den Kollegen und ließ das Schultergeklopfe und die Umarmungen ohne sichtbare Regung über sich ergehen. Es wirkte, als hätte er einfach seine Pflicht erfüllt, seinen „Job gemacht“ wie man heute sagen würde. Mir gefiel das. Mehr noch, es imponierte mir. Keine sichtbare Emotionen. Cool. Sehr cool. Wie die Trompete von Miles.

Aber mit Joe Bidens Wahl ist es auch noch etwas anderes.
Es besteht die Möglichkeit, dass der orange Wreckinbal im Anzug sich im Amt hält. Es braucht dazu nicht mal viel. Ein bisschen Extrakorruption von einigen Republikanern, in einigen Staaten. Es ist möglich. Es kann sein. Es wäre zwar das Ende der ältesten Demokratie. Aber was heißt das heute noch?
We’ll see.

Wer jubeln muss, soll jubeln.
Ich bin dem Zweifel verpflichtet.

Sweet blossoms

„ … ich rasselte sang -und klanglos durch.“
schrieb der Neoschriftsteller und Mützenpunk Campino – in seiner eben erschienen Biografie – über eine Erfahrung seiner Schulzeit. Das Buch hat auch einen Titel, aber der ist zu lang um ihn hier niederzutippen. Auch wir müssen sparen, so wie der Piper Verlag, wo man sich offenbar gesagt hat: „Heast, a Biachl vom Mützenpunk, des wird eh a Bestsölla, da kenn ma uns des teure Lektorat spoan!“ Oder so ähnlich.

„Finster war’s, der Mond schien helle, als er langsam blitzesschnelle um die runde Ecke fuhr. – Und Jimi Henrix Gitarre röhrte still und leise dazu.»

Für einen Punk ist es natürlich zu wenig, wenn er sang -und klanglos durch eine Prüfung fällt. Da musste ein fetziges Verb her. Rasseln. Ja, rasseln war gut. Das klang nach Action und fuckin Lärm. Aber es war halt doch gar prosaisch. „Ich rasselte durch“, ist a bisserl fad, und außerdem so unliterarisch. Nemma no so ein gut abgehangene Redewendungskadaverchen her, yeah, sang -und klanglos, das kommt gut, das versteht auch die inzwischen ergraute Klientel mit der Martin Walser Gesamtausgabe im Regal.

Natürlich war’s nicht so. Oder doch?

Um die 80er Jahre Zürcher Punkband „The Bucks“ zu paraphrasieren: „Be brave and stupid, buy this book!»

Es ist wieder dieses Gefühl

Nun ist es wieder da, das Gefühl. Oder vielleicht auch nur die Erinnerung an ein Gefühl, ein altes Gefühl, das Gefühl aus den 80er Jahren, als ich viel unterwegs war, in der Schweiz, in Italien, in Frankreich. Jenes Gefühl das einem beschlich, wenn man in Bahnhöfen an den Schließfächern vorbei gehen musste.
Damals waren Schließfächer meist in den Unterführungen, in den Tunnels die zu zu den Perrons führten, untergebracht. Nicht so wie heute, wo sie weit weg vom Strom der Passagiere zu finden sind.
Damals nutzten Faschisten die Schließfächer, um Bomben detonieren zu lassen. Das war das Gefühl, wenn man sie passierte: Jeden Moment hochzugehen, zerfetzt zu werden. Man konnte nichts dagegen tun. Durch diese hohle Gasse musste man gehen, wie der Schweizer weiß.
Und damals, als ich den Zug von Zürich nach Bologna verpasste, der mich zielgenau in den Anschlag der Faschisten gebracht hätte, der mehr als 80 Leute das Leben gekostet hat.
Das waren die 80er. Vielleicht erinnert sich noch wer. Ich tu’s. Und gerade jetzt wieder, wo Islamfaschisten meine hometown attackierten und attackieren. Man kann wieder hochgehen, zerfetzt, von Kugeln durchlöchert, von stumpfen Messern enthauptet werden.
Es ist wieder dieses Gefühl. Ich kenne es. Ich fürchte mich nicht. Es ist nur dieses Gefühl …

Medienquarantäne

Heute ist für die österreichischen Feierholes, Covidioten, Coronazis und Familienjunkies die letzte Gelegenheit, sich und andere noch mal so richtig anzustecken. Damit der kommende Lockdown auch wirklich lohnt.

Vielleicht schafft man es ja, dass man den Opi im Heim ordentlich infiziert, damit er bei der anstehenden Triage vielleicht die Niete zieht, und man so zum Erben kommt, und Opi keine Chance hat, seinen Batzen für die Heimunterbringung durchzubringen.

Ich dagegen habe mich entschlossen in Medienquarantäne zu gehen. Da ich mich nicht – wie einst Leonard Cohen – in ein Zenkloster zurückziehen kann. (Man braucht mich hier noch) Also werde ich, notorischer Newsjunkie der ich bin, mir sämtliche Zeitungen und TV-News versagen.

Vielleicht werde ich im Blog darüber berichten. Vielleicht auch nicht.

Notwehr

„Mal angenommen“, sagte er, „ich gehöre zu einer Risikogruppe – was ich tatsächlich tue – und so’n Covidiot und/oder Coronazi rückt mir ohne Maske auf die Pelle, und will auch nicht weichen oder sich eine Maske überziehen nachdem ich ihn aufgefordert habe, dann ist doch eigentlich mein Leben bedroht, und ich habe das Recht auf Notwehrmaßnahmen. Oder? – Und wenn ich ihm dann einen Hammer auf seine Coronazi-Fresse und Covidiotnase gebe, so, dass richtig Blut fließt, damit erstens der Virenausstoß gebremst ist, und er zweitens bestimmt einen Lappen auf Nase und Fresse drücken wird, dann, so finde ich, muss mich das Gesetz in Ruhe lassen. Denn es ist eindeutig eine Notwehrsituation. Stimmt’s?»

„Stimmt“, stimmte ich zu.