Der Tod stört nicht weiter

Wenn beim Boxen ein Unglücklicher Unglück hat, und durch Treffer oder angeborene, noch nicht entdeckte Bresten zu Tode kommt, dann ist allemal der Ruf nach Beendigung dieser «gefährlichen Sportart“ brüllend, in Wort und Schrift, zu vernehmen.

Sowas gehört verboten. Soviel ist gewiss.

Seit Beginn der Skisaison in Austria les ich jeden Tag – jeden Tag, und ich sag’s nochmal: jeden Tag, von mindestens einer Person, die auf der Skipiste zu Tode gekommen oder zumindest schwer verletzt wurde.
Skifahren ist der gefährlichste Sport aller Sportarten.

Ich bin noch nicht debil genug, um die Frage in den Raum zu werfen, warum denn niemand nach der Beendigung dieses Sports ruft.

Die Toten und Schwerverletzten auf den Skipisten sind sozusagen Kollateralschaden. Oder anders formuliert: Sie sind die nötigen Menschopfer die dem Tourismusgott dargebracht werden müssen, damit er ganze Regionen reich entlohnt.

Amateurskifahren gehört verboten!

Im Reich der Mäuschen

Es gibt einen Ort, den ich jedes Mal mit einem besseren Gefühl verlasse, als ich ihn betreten habe. Es ist ein Ort an dem ich mich wohlfühle, weil ich mich auskenne. Es ist ein Ort, der mich als bekennenden Misanthropen akzeptiert, und an dem ich (meistens) Menschen aushalten kann. Diese Orte sind überall zu finden, gibt’s in allen Städten meist mehrfach, und ich bin fast jeden Tag in einem solchen anzutreffen.

Es ist das Reich der Mäuschen. Das Gym.

Es ist mein Tempel. Wie in Rummelsnuffs Song „Der Eisengott“

https://www.youtube.com/watch?v=5nPTC6T_x6M

Wenn ich mich zwischen den Sätzen umsehe, weiß ich genau was die Jungs und Girls tun, welchen Teil der Anatomie sie gerade bearbeiten. Ich weiß Bescheid. Nichts ist mir fremd. Aber manches ist neu. Und manches ist bescheuert, und einiges schwer verständlich. Zum Beispiel jener Typ der bei jedem Training dieselbe Übung mit demselben Gewicht und der derselben Wiederholungszahl absolviert und mich fragt, warum zum Teufel er keinen Kratft- und Muskelzuwachs generiere?

Oder jene, die nach Dekaden des Trainings, das Wesen und die Gesetze des Trainings nicht durchschauen. Oder sich weigern sie zu akzeptieren.

Oft sitze ich auf dem Fahrradergometer und lese, während ich einen Pass hochnable, in einem Buch. Einem Buch aus Papier, mit Seiten und Umschlag. Die andern haben Kopfhörer und Phones. Die Armen.
Ich bin noch „Alte Schule“. Und das, so wurde mir im Reich der Mäuschen wieder mal klar, wird sich auch nicht mehr ändern.
Macht’s was?

Ich fühl mich hervorragend!

Was die Bahn

für Deutschland, ist die Post für Österreich.
Die Post braucht nicht mal zu streiken, damit nichts mehr funktioniert. Natürlich kann niemand etwas dazu, und es wäre der Ö-Post ganz recht, wenn wir, die Kunden, die gefühlt alle zwei Wochen eine Preiserhöhung hinnehmen müssen, einfach am Schalter die Tarife zahlen und dann das Paket, den Brief,selber zustellen würden.

Das wäre eigentlich nur konsequent, und wenn die Verantwortlichen ein bisschen Schneid hätten, würden sie das auch zugeben.

Fuck them. Ich denke, ich bestell nur noch bei Amazon. Da können die Zusteller noch lesen, und mögen nch ihren Job machen. Ich geb gerne ein Trinkgeld…

Das hohe Gut

„Das Demonstrationsrecht“, verkündete der Bauernverbandspräsi, „ist ein hohes Gut der Demokratie. Und wir nutzen es.“
Und wie es genutzt wird! Land lahmgelegt. Zusammen mit den Lokführern, die gerade sehr zufällig, zur selben Zeit auch wieder in Streik treten, wobei das den Bahnreisenden vermutlich nicht mal auffällt. Business as usual, bei der Deutschen Bahn.
Züge fahren gefühlt nur nocnach dem Zufallsprinzip.

Bei mir poppt die Frage auf, ob die Bauern es immer noch für ein hohes Gut hielten, wenn wir Demonstranten die Zufahrtswege zu ihren Mastbetrieben blockieren würden, und uns vor den Toren der Schlachthöfe versammeln würden, damit kein Schwein mehr durch kommt. Oder wär dann sogleich die Einsatztruppe der Cops zur Stelle?

Diese Streiks der Bahn, und die Lahmlegungsdemos der Bauern haben etwas faschistoides an sich. Das Recht des Stärkeren.
Erzieherinnen, Lehrer, Ärzte, Köche und alle anderen überlasteten und zum Teil mies bezahlten Workers, haben keine Trecker, keine Loks, keine Lastwagen um die Regierung erpresserisch unter Druck zu setzen.

Ist dies mit dem „hohen Gut“ gemeint? Das Recht des Stärkeren.

Das Sprüchemuseum (158)

„Es kursieren Aufrufe zu Umsturzphantasien“

Robert Habeck, Vizekanzler, die Grünen

Wir sagen: Das ist ja schrecklich. Jetzt werden Bauern schon zum Phantasieren aufgerufen. Gebt den Armen wenigstens ein bisschen Gras, damit den Klötzen das Phantasieren leichter fällt, als das Jammern.

Paralyse

Werden wir noch erleben, wie die Klimakleber und die Bauern gemeinsam den Verkehr lahmlegen?
Erstere kämpfen gegen den Verbrenner, zweitere für mehr Subventionen für selbigen.
Gäbe es ein genaueres Bild, um den Irrsinn dieser Zeit zu veranschaulichen?
Nichts geht mehr. Totale Paralyse. Wahnsinn.

Das Sprüchemuseum (157)

„Das ist der berühmte Funke, der das Fass zum Überlaufen bringt.“

Radio RBB

Wir sagen: So wird es sein. Falls es nicht der berühmte Tropfen ist, der das Pulverfass zur Explosion bringt.

Ich gehe

jetzt nicht soweit, allen Blocklesern ein „happy new year“ zuzurufen, dazu fehlen mir die Cojones und das letzte Quentchen Optimismus. Es muss nicht happy sein, das neue Jahr, ich finde, es reicht schon, wenn es nicht so schlimm kommt wie man irgendwie ahnt, dass es kommen könnte.
Aber wir wissen nicht wie es kommt.

Egal. Kein Grund zur Sorge. Oder nicht mehr als zuvor, im alten Jahr. Als Epikuräer weiß ich – und wenn ich mal vergesse zu wissen, dann fällt es mir schnell wieder ein –, dass Glück lediglich die Abwesenheit von Schmerz ist.

In diesem Sinn, dann doch ein „glückliches neues Jahr!»

Sind Künstler dumm oder einfach nur reich?

Der Filmemacher und Autor Peter Liechti, einer der Großen unter den Schweizer Filmern, war, wie ich, aus einer Kleinbürger-Familie hervorgegangen. Kein Erbe in Petto, keine finanzielle Unterstützungvon Haus aus, alles selber machend; und so erklärte er mir einmal, dass es kaum noch solche wie ihn in der ganzen Branche gebe. Das war vor Dekaden.

Darüber hatte ich noch nie nachgedacht, aber es erschien mir folgerichtig: Wer kann es sich leisten Künstler zu sein, eine Künstlerkarriere anzustreben? Auf Kunstschulen, auf Filmakademien rumzutun, eine Art Bohemien-Leben zu führen, zu saufen, zu koksen und nebenbei ein bisschen Kunst zu machen?

Und beinahe naturgemäß ist man dann auch, nur schon aus einem latent schlechten Gewissen über den ererbten Vorteil, für den „globalen Süden“, für Wokeness; und im Zuge dessen für einen vermeintlichen Freiheitskampf des „palästinensichen Volkes“ gegen den Besatzer, Unterdrücker und dem „Völkermörder» Israel.

Das alles wird noch befeuert durch Dummheit, Niedertracht und der alterwürdigen antisemitischen Einstellung von zuhause.

So stellt sich mir die Frage: Sind Künstler dumm und/oder nur reich?
Ich vermute, dass für viele beides zutrifft.

Und wenn ich auf dem Weg in mein Stammcafé an den Galerien vorbeigehe und durch die großen, geputzten Fenster auf die Exponate junger Künstler blicke, bin ich nicht enttäuscht. Nur ein wenig gelangweilter als zuvor, bis ich, an der Kreuzung angekommen, alles wieder vergessen habe, und bei Rot über die Straße gehe.
Ein gewisses Risiko muss sein.
Auch für die Kunst.