Vor vielen, vielen Jahren, als ich eine Art Hippie war, und dem illegalen Abbrennen von stark duftenden Substanzen in Pfeifen, Zigaretten, Bongs und Wasserpfeifen gefrönt hatte, war ich ganz klar dafür: Legalize it.
Verständlich. Denn damals, in den frühen 70ern, konnte man richtigen Ärger kriegen, wenn die Staatsgewalt Bock drauf hatte, einem Ärger zu machen. Man konnte zum Beispiel aus der Lehre fliegen. Wir waren also alle mehr als ein bisschen paranoid, und wollten das irgendwie nicht sein. Also: Legalize it.
Unsere Argumente: Durch die Legalisierung und Entkriminalisierung würde den Dealern das Wasser abgegraben, kein Hustle mehr auf dert Gasse. Also: Friede, Freude und große Joints.
Natürlich war die Argumentation fuckin naiv. Aber ich war 16-17 Jahre alt und glaubte an das einfache Gute im Mensch. Und nicht an die Macht des Marktes. Macht das Zeug legal, und die Dealerei hatte ein Ende.
Bereits in den USA, wo in (einigen?) Staaten der Bubatz legal ist, hat sich gezeigt, dass die illegale Einfuhr von Maryjane neue Rekorde aufstellt. Das ließ den einigermaßen intelligenten Interessierten aufmerken: Wenn das staatliche Zeug zu teuer und etwas umständlich zu beschaffen ist, schlägt die Stunde des freien Marktes.
Vor einiger Zeit hat Germany den Stoff mit denselben Argumenten, wie meine aus den 70ern, so irgendwie legalisiert.
Ich hätte ihnen sagen können was geschieht.
Und es geschah.
Absurde Höchstmengen an illegalem Cannabis wurden beschlagnahmt. Noch nie war der Dealer so erfolgreich wie jetzt, in der vermeintlichen Legalität.
Aber natürlich wird man der neuen Praxis festhalten. Denn Germany (und andere auch) ist nicht dafür bekannt, Dinge, die sich als falsch herausgestellten hatten, zu ändern.
Auch wenn dabei genau das Gegenteil der eigentlichen Absicht herauskommt.
